Männer und Herzinfarkt: Symptome, Behandlung und Risikovermeidung

Herzinfarkt-Symptome: Erkennen, wenn das Männerherz streikt

Der Herzinfarkt ist eine der häufigsten Todesursachen – hier lesen Sie, wie Sie ihn vermeiden und erkennen können

Starke Schmerzen in der Brust kündigen ihn an, und dann muss alles ganz schnell gehen: Der Herzinfarkt mit seinen Symptomen ist den meisten ein Begriff. Kein Wunder, denn jedes Jahr erleiden in Deutschland rund 280.000 Menschen einen Herzinfarkt. Zwar ist die Zahl derjenigen, die an den Folgen eines Herzinfarktes sterben, vor allem durch immer modernere und bessere Diagnose- und Therapieverfahren seit Jahren rückläufig. Doch mit rund 50.000 Fällen pro Jahr ist der Herzinfarkt noch immer die zweithäufigste Todesursache in Deutschland.

Herzinfarkt bei Männern

Pro Jahr sterben rund 20 Prozent mehr Männer als Frauen an den Folgen eines Herzinfarktes. Dass der Herzinfarkt eine reine Männersache ist, stimmt also nicht ganz: Er ist auch Todesursache für rund 23.000 Frauen jährlich. Beide Geschlechter sind also erheblich betroffen von den Gefahren eines Herzinfarkts. Dennoch bietet es sich an, das Thema nach Geschlechtern getrennt zu betrachten, denn die Symptome, die einen Herzinfarkt ankündigen, sind bei Männern und Frauen unterschiedlich. Im Folgenden lesen Sie, was rund um das Thema Herzinfarkt wichtig ist und wie die DAK-Gesundheit Ihnen helfen kann, gesund zu leben und das Risiko eines Herzinfarkts zu senken.

Was ist ein Herzinfarkt?

Der Fachbegriff für das, was die Umgangssprache als Herzinfarkt kennt, lautet Myokardinfarkt. Er bezeichnet den plötzlichen und vollständigen Verschluss eines Herzkranzgefäßes. Ist eine der drei großen Koronararterien verschlossen, wird ein Teil des Herzmuskels nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Unversorgtes Muskelgewebe stirbt innerhalb weniger Stunden ab – deshalb muss die Versorgung im Falle eines Herzinfarktes schnell erfolgen, um das verschlossene Gefäß rechtzeitig wieder zu eröffnen. Das betroffene Gewebe wird als Infarkt bezeichnet. Je größer das verschlossene Gefäß, desto größer auch der Infarkt.

Herzinfarkt-Symptome bei Männern

Wenn ein Herzinfarkt auftritt, weisen typische und deutliche Anzeichen darauf hin. Zu den verbreitetsten Herzinfarkt-Symptomen zählen:

  • Starker, stechender oder reißender Brustschmerz, überwiegend hinter dem Brustbein

  • Engegefühl und starker Druck im Brustkorb
  • Ausstrahlen der Schmerzen in die Arme (häufiger links), in die Schultergegend, in den Unterkiefer oder in den Oberbauch
  • Schmerz tritt plötzlich und in Ruhe auf, hält länger als 15 bis 20 Minuten an
  • Gefühl der Brustenge, Atemnot, Todesangst und starke Unruhe
  • Begleitend häufig Schwitzen, Übelkeit und Erbrechen

Je größer der Infarkt und damit das betroffene Gewebe ist, umso ausgeprägter sind meist auch die Symptome. Die Anzeichen in oben beschriebener Form treten meist bei Männern und jüngeren Menschen auf. Bei Frauen und älteren Patienten zeigen sich häufiger unbestimmtere Symptome wie Atemnot, Schwäche, Magenverstimmungen, Beschwerden im Oberbauch und körperliche Erschöpfungszustände.

Herzinfarkt: Schnelle Behandlung ist wichtig

Wer bei sich oder anderen die Symptome eines Herzinfarktes feststellt, sollte schnellstmöglich Hilfe suchen, sprich: die 112 wählen. Bei einem Herzinfarkt ist Schnelligkeit gefragt, damit das verschlossene Gefäß möglichst schnell wieder geöffnet wird. Der Notarzt gibt zunächst Medikamente gegen die Schmerzen und zur Beruhigung. Die wichtigste Aufgabe haben dann die Herzspezialisten im Krankenhaus: Sie eröffnen das verschlossene Gefäß, indem sie einen Ballonkatheter einführen oder eine Gefäßstütze aus Edelstahl implantieren, Stent genannt. Je schneller diese Behandlung erfolgt, desto mehr Herzmuskelgewebe kann gerettet werden, weniger Komplikationen treten auf und die Gefahr einer chronischen Herzschwäche wird vermindert.

Rehabilitation nach dem Herzinfarkt

Nach der akuten Behandlung werden Herzinfarkt-Patienten meist noch für bis zu drei Tage auf der Intensivstation beobachtet. Wenn sich keine Komplikationen ergeben, bleiben sie insgesamt meist zwischen einer und zwei Wochen im Krankenhaus. Anschließend folgen die entsprechenden Reha-Maßnahmen in einer Rehabilitationsklinik oder einem ambulanten Therapiezentrum. Bewegungstherapie, Gesundheitserziehung und psychische Stabilisierung sollen helfen, die Folgen des Herzinfarktes zu behandeln und die Gefahr eines weiteren Herzinfarktes zu mindern. Auch die Teilnahme an ambulanten Herzgruppen ist eine Hilfe, in das Alltags- und Berufsleben zurückzukehren. Die dauerhafte Einnahme von Medikamenten wie Betablocker, Azetylsalizylsäure (ASS), Cholesterinsenker sowie ACE-Hemmer oder AT1-Antagonisten und die regelmäßige Untersuchung beim Internisten zählen zu den Maßnahmen, die einen weiteren Herzinfarkt verhindern sollen.

Herzinfarkt: Gesundes Leben senkt das Risiko

Viele werden sich nun fragen: Was kann ich tun, damit es gar nicht erst zu einem Herzinfarkt kommt? Die Antwort ist zwar leicht gesagt, aber oft gar nicht so leicht in die Tat umgesetzt: Leben Sie gesund. Wer sich mit gesunder Ernährung und viel Bewegung und Sport fit hält, ist bereits auf einem guten Weg. Auch der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten und das Meiden von Stress tragen dazu bei, das Risiko eines Herzinfarkts zu senken. Bluthochdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel, Stress und erbliche Faktoren gehören zu den Risikofaktoren für einen Herzinfarkt.

Besondere Aufmerksamkeit ist ratsam für Menschen, die an Erkrankungen wie der koronaren Herzkrankheit oder Diabetes leiden. Die Teilnahme an den entsprechenden Gesundheitsprogrammen der DAK-Gesundheit kann helfen, die Behandlung und die Lebensqualität der Erkrankten zu verbessern und Folgeerkrankungen wie den Herzinfarkt zu vermeiden.

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Zuletzt aktualisiert:
Wed Aug 24 13:28:23 CEST 2016

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