Beim Herzinfarkt kommt es darauf an, die Symptome zu erkennen und schnell Hilfe zu holen.

Herzinfarkt: Wenn jede Minute zählt

Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt rufen Sie sofort den Notarzt

Bei einem Herzinfarkt werden Teile des Herzens nicht mehr durchblutet und somit nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Das Gewebe des Herzmuskels, auch Myokard genannt, wird dadurch dauerhaft geschädigt. Es kann zum Herzstillstand kommen.

Herzinfarkt: Was passiert im Körper?

Herzinfarkt bezeichnet den plötzlichen und vollständigen Verschluss eines Herzkranzgefäßes. Ist eine der drei großen Koronararterien verschlossen, wird ein Teil des Herzmuskels nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Die Folge: Das Herz arbeitet nicht mehr richtig. Durch den Körper wird nicht mehr genügend Blut gepumpt. Bei einem Herzinfarkt ist schnelle medizinische Hilfe wichtig, um das verschlossene Gefäß wieder zu öffnen. Das unversorgte Muskelgewebe stirbt innerhalb weniger Stunden ab. Das betroffene Gewebe wird als Infarkt bezeichnet. Je größer das verschlossene Gefäß, desto größer auch der Infarkt.

DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich weiß, was bei einem Herzinfarkt zu tun ist.

Dr. Susanne Bleich, Ärztin der DAK-Gesundheit

Symptome eines Herzinfarktes

Die typischsten Symptome eines Herzinfarkts sind Atemnot und Schmerzen in der Brust, die als stechend, brennend oder drückend beschrieben werden. Die Schmerzen können auch in Arme, Hals oder Bauch ausstrahlen. Sie treten oft plötzlich auf, können sich aber auch allmählich entwickeln und halten länger als fünf Minuten an. Die Luftnot kann von Todesangst, Kreislaufsymptomen bis zum Kollaps, Übelkeit und Erbrechen begleitet werden. Es kann auch zu Taubheitsgefühlen und zu Enge und Druckgefühlen im Oberkörper kommen. Während eines Herzinfarkts sind viele Betroffene oft blass und bekommen Schweißausbrüche.

Herzinfarktsymptome bei Frauen oft anders

Herzinfarkte bei Frauen werden leichter übersehen, da sich bei ihnen häufig andere Symptome zeigen. Brustschmerzen können ganz ausblieben, oft kündigen lediglich Atemnot, Übelkeit und Erbrechen einen Herzinfarkt bei ihnen an. Dennoch sterben an den Folgen eines Herzinfarktes mehr Männer.

Ursachen für einen Herzinfarkt

Dem Herzinfarkt geht in der Regel die koronare Herzkrankheit voraus, bei der die Gefäße sich durch Ablagerungen immer stärker verengen. Ursache für einen Herzinfarkt ist in den meisten Fällen ein Verschluss von bereits verengten Herzkranzgefäßen durch kleine Blutgerinnsel. Oft sind Symptome wie Luftnot oder Brustschmerzen zuvor schon häufiger aufgetreten. „Es ist aber auch möglich, einen Herzinfarkt zu erleiden, ohne dass vorher eine Herzerkrankung diagnostiziert wurde‟, warnt DAK-Ärztin Dr. Susanne Bleich. 

Wie kann ich bei einem Herzinfarkt helfen?

„Bei der Behandlung eines Herzinfarkts zählt jede Minute. Wenn Symptome auftreten, zögern Sie nicht, sondern rufen Sie sofort einen Krankenwagen mit Notarzt‟, rät Dr. Susanne Bleich. „Bis der Notarzt eintrifft, versuchen Sie, den Betroffenen zu beruhigen und auf dem Rücken mit leicht erhöhtem Oberkörper zu lagern." Auch wichtig: schnell für frische Atemluft sorgen und beengende Kleidung lockern. Wird der Betroffene ohnmächtig und setzen Atmung und Herzschlag aus, sollten sofort Wiederbelebungsmaßnahmen mit Herzdruckmassage und Beatmung begonnen werden.

Behandlung einer Herzinfarktes

Die eigentliche Behandlung erfolgt im Krankenhaus: Ist der Patient stabilisiert, weiten Ärzte die verschlossenen Gefäße oder versuchen mit Medikamenten die Verstopfung der Gefäße aufzulösen. Je eher die medizinische Hilfe eingeleitet wird, desto größer ist die Chance, zu überleben und eine Schädigung des Herzens möglichst gering zu halten. 

Nach der akuten Behandlung werden Herzinfarkt-Patienten oft auf der Intensivstation beobachtet. Anschließend folgen ambulante oder stationäre Rehabilitationsmaßnahmen wie Bewegungstherapie, Gesundheitserziehung und psychische Stabilisierung.

Herzinfarkt bei Kindern und Jugendlichen

Kinder und Jugendliche erleiden nur selten einen Herzinfarkt. Ein erhöhtes Risiko besteht aber bei denen, die schon in jungen Jahren an starkem Übergewicht und ersten Anzeichen einer Gefäßerkrankung, der koronaren Herzerkrankung, leiden. Eine familiäre Vorbelastung und Rauchen können das Risiko zusätzlich steigern.

Wie kann ich dem Herzinfarkt vorbeugen?

Wer gesund lebt, verringert das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Faktoren, die einen Herzinfarkt begünstigen, sind Bluthochdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel, Stress und erbliche Veranlagung. Sie können einige dieser Faktoren selbst beeinflussen durch gesunde Ernährung, viel Bewegung und Sport, am besten keinen Alkohol, kein Nikotin und wenig Stress. Wenn Sie Ihre Lebensweise ändern wollen, nutzen Sie unsere Online-Coachings. Sie begleiten Sie in ein gesünderes Leben.

Angebote der DAK-Gesundheit

Gehen Sie regelmäßig zum Arzt, nutzen Sie die kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen der DAK-Gesundheit und lassen Sie sich durchchecken. So bekommt der Herzinfarkt keine Chance. Wer bereits an der koronaren Herzkrankheit oder Diabetes leidet, sollte besonders achtsam sein. Die Teilnahme an einem entsprechenden DAK-Gesundheitsprogramm kann helfen, die Behandlung und die Lebensqualität zu verbessern und Folgeerkrankungen wie den Herzinfarkt zu vermeiden.

Die DAK-Gesundheit hat für die Behandlung sämtlicher Herzerkrankungen von Kindern und Erwachsenen auch besondere regionale Verträge geschlossen. Erfahrene, spezialisierte Fachärzte führen die Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und die Nachsorge durch. Schauen Sie in unserer Spezialistensuche, ob auch in Ihrer Nähe ein Vertrag für die Behandlung von Herzinsuffizienz besteht.

Zuletzt aktualisiert:
Thu Sep 29 11:50:58 CEST 2016

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