Eine Frau lässt sich ihre Muttermale beim Hautarzt kontrollieren, um Hautkrebs möglichst frühzeitig zu erkennen

Hautkrebs erkennen: Gefährliches Muttermal?

„Weißer Hautkrebs“ – die Schattenseite der Sonne

Hautkrebs erkennen tut not: Laut der Deutschen Krebshilfe bekommen in Deutschland jährlich etwa 207.000 Menschen die Diagnose „Weißer Hautkrebs“. Bei 28.000 ist es schwarzer Hautkrebs. An Letzterem sterben etwa 3.000 Menschen pro Jahr. Eine Erkrankung auf dem Vormarsch: In den letzten zehn Jahren hat sich die Fallzahl in Deutschland verdoppelt.

Wissens­wertes

Hautkrebs erkennen – was Sie dazu wissen sollten


Als Hauptursache für bösartige Wucherungen der Hautzellen gilt das UV-Licht der Sonne. Schwarzer Hautkrebs (Fachbegriff: malignes Melanom) ist meist dunkel pigmentiert und gilt als eine der gefährlichsten Krebsarten überhaupt. Schon von sehr kleinen Tumoren können Metastasen in Lymphknoten und innere Organe ausgehen. Durch frühzeitige Hautkrebs-Behandlung werden heute aber bis zu 90 Prozent der Patienten geheilt. Übrigens: Das Gros der Fälle entsteht nicht aus bestehenden Leberflecken, sondern auf vorher unveränderter Haut. Bei Männern findet sich schwarzer Hautkrebs häufig auf dem Rücken, bei Frauen an den Beinen. 

Leberfleck und Muttermal – wo ist der Unterschied?
 

Die Begriffe Leberfleck und Muttermal sind medizinisch nicht eindeutig definiert und werden umgangssprachlich häufig synonym verwendet oder es wird zwischen dem angeborenen Muttermal und dem erworbenen Leberfleck unterschieden. Im Allgemeinen handelt es sich beim Muttermal jedoch um einen Überbegriff (in der Fachsprache: Nävus) für gutartige Fehlbildungen der Haut. Viele Kinder haben solche Hautmale schon bei der Geburt, weitere kommen im Laufe des Lebens hinzu. 

Hautkrebs erkennen: Eher weiß als schwarz
 

Zwar wird mit Hautkrebs meist das maligne Melanom assoziiert, weißer oder heller Hautkrebs tritt allerdings viel häufiger auf, und zwar überwiegend bei älteren Menschen. Man unterscheidet das Basalzellkarzinom (Basaliom), oft mit kleinen Äderchen auf glänzender Oberfläche, und das warzenähnliche Stachelzellkarzinom (Spinaliom). Besonders betroffen sind Nase, Stirn und Ohren. Achten Sie dort deshalb besonders auf Hautkrebs-Anzeichen, auch bei Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin! Basaliome bilden fast nie, Spinaliome sehr selten Metastasen. Dennoch ist es besser, wenn weißer Hautkrebs nach frühzeitigem Erkennen gleich behandelt wird: Bei größeren Tumoren ist die Operation schwieriger. 

Hautkrebs-Symptome: Die ABCDE-Regel

Die Erkrankung verursacht zunächst keine Beschwerden. Für bessere Heilungschancen bei Hautkrebs sollten sich gerade Menschen mit erhöhtem Risiko regelmäßig systematisch selbst untersuchen oder untersuchen lassen. Denken Sie auch an Körperregionen, die nicht der Sonne ausgesetzt sind, wie etwa Kopfhaut und Fußsohlen. Drei Grundregeln helfen Ihnen dabei:

  1. Gibt’s was Neues? Achten Sie auf alles, was sich an Ihrer Haut verändert. Kommt Ihnen etwas seltsam vor, sollte ein Hausarzt das abklären. Auch schlecht heilende, schuppige Hautstellen sowie tastbare Verhärtungen und Verdickungen können (müssen aber nicht!) Hautkrebs-Anzeichen sein.

  2. Hautkrebs erkennen bei vielen Leberflecken: Suchen Sie das „hässliche Entlein“, also das Muttermal, das anders ist als die anderen, und zeigen Sie es Ihrem Arzt.

  3. ABCDE-Regel: Warnsymptome sind A wie Asymmetrie, B wie (unscharfe) Begrenzung, C wie Colour (verschiedene Farbtöne), D wie Durchmesser (über fünf Millimeter) und E wie Evolution (in kurzer Zeit neu entstandener erhabener Fleck) – auch wenn sie einzeln auftreten. 

Keine Panik: Auch viele gutartige Veränderungen erfüllen diese Kriterien und müssen keine Hautkrebs-Symptome sein. Gehen Sie trotzdem im Zweifel lieber einmal zu viel zum Arzt. 

Hautkrebs erkennen: Wie hoch ist mein Risiko, zu erkranken?

Risikofaktoren sind:

  • Fälle von Hautkrebs in der Familie

  • ein heller Hauttyp

  • häufige Solarienbesuche, auch in der Vergangenheit

  • häufige Arbeit im Freien

  • mehr als 50 Leberflecken. Wer dazu auch größere Flecken (über fünf Millimeter) hat, sollte wegen des gesteigerten Risikos regelmäßige Hautkrebs-Screenings wahrnehmen.

  • Immunschwäche, zum Beispiel bei HIV-Infizierten und Menschen mit transplantiertem Organ

  • Behandlung von rheumatischen oder anderen chronisch entzündlichen Erkrankungen 

Ärztin und DAK-Expertin Dr. Waltraud Pfarrer rät besonders zum Lichtschutz bei Kindern: „Die Anzahl der Sonnenbrände, die ein Mensch bis zum 18. Lebensjahr erleidet, ist ein entscheidender Faktor für das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken.“ Deshalb gilt: immer an den richtigen Lichtschutz denken. Damit sind neben Sonnencremes auch die passende Kleidung und eine Kopfbedeckung gemeint. Und: Die Mittagssonne bitte meiden.

Diagnose

Hautkrebs erkennen: Die Diagnose


Seit 2008 haben in Deutschland alle gesetzlich krankenversicherten Personen ab dem Alter von 35 alle zwei Jahre einen Anspruch auf eine Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung. Der Arzt erfragt dabei die individuelle Krankengeschichte und inspiziert die Haut am gesamten Körper auf mögliche Hautkrebs-Symptome. Außerdem berät er den Patienten auch gleich zum Ergebnis seiner Untersuchung und zu persönlichen Risiken. 

So läuft eine Hautkrebs-Behandlung ab
 

Ist eine Hautveränderung auffällig, beurteilt sie der Dermatologe nochmals mittels Auflichtmikroskopie mit einem Dermatoskop (Vergrößerungsglas). Verdächtiges entfernt er in einem ambulanten Eingriff oder entnimmt eine Gewebeprobe (Biopsie). Fällt die feingewebliche Untersuchung entsprechend aus, wird durch weitere Untersuchungen das Ausmaß der Erkrankung bestimmt. Dazu gehören: Blutbild, Sonografie (Ultraschall) der nahegelegenen Lymphknoten, Röntgen- oder Magnetresonanz-Tomografie, Skelettszintigrafie.

Therapie

Therapie bei Hautkrebs


Zur Hautkrebs-Behandlung gehört fast immer, dass die Hautveränderung operativ mit unterschiedlichen Sicherheitsabständen entfernt wird. Schwarzer Hautkrebs ohne Metastasen hat eine sehr günstige Prognose, wenn er noch nicht dicker als einen Millimeter ist. Man entnimmt beim schwarzen Hautkrebs auch den sogenannten Wächterlymphknoten aus dem Bereich des Halses, der Achselhöhlen oder der Leisten. Finden sich darin Tumorzellen, wird eventuell eine weitergehende Lymphknoten-OP empfohlen. 

Heller Hauptkrebs: Behandlung mit Creme statt OP
 

Erkennen die Ärzte weißen Hautkrebs im frühen Stadium, kommt alternativ zur Operation eine Creme-Behandlung, Lichtbehandlung oder Bestrahlung in Frage. Weitere Behandlungsformen bei Hautkrebs sind Systemtherapien (den ganzen Körper betreffend) wie Chemo- oder Immuntherapien. Um bei einem Melanom ohne Metastasen einem Rückfall (Rezidiv) vorzubeugen, werden körpereigene Abwehrhormone gespritzt, meist dreimal wöchentlich. Empfohlen wird dies bei Tumoren, die dicker als zwei Millimeter sind, und bei Tumorzell-Absiedlungen in den Lymphknoten.

DAK-Gesundheit

Angebote der DAK-Gesundheit zum Thema Hautkrebs


Hautkrebs erkennen mit guten Heilungschancen: Das ermöglicht der Haut-Check, den Versicherte der DAK-Gesundheit ab 35 Jahren alle zwei Jahre durchführen lassen können. Sie haben eine solche Untersuchung noch nie wahrgenommen oder der letzte Termin ist über zwei Jahre her? Dann setzen Sie „Hautkrebs-Vorsorge“ doch mal auf Ihre Agenda – insbesondere natürlich, wenn Sie an sich Symptome wie unter „Wissenswertes“ beschrieben beobachten. Die Früherkennungsuntersuchung kann ein Dermatologe vornehmen, nach entsprechender Weiterbildung auch ein Facharzt für Allgemeinmedizin (Hausarzt), Internist und praktischer Arzt, auch in Verbindung mit dem Gesundheits-Check-up 35.

Wenn aus dem Verdacht Gewissheit wird

Erkennen die Ärzte bei Ihnen Hautkrebs, brauchen Sie einen verlässlichen Partner, der Sie durch den Dschungel aus Therapie, Reha, Krankengeld und vielem mehr begleitet. Gerne sind wir dieser Partner für Sie: Nutzen auch Sie unser Versorgungsmanagement und treten Sie mit Ihrem Gesundheitsberater vor Ort in Kontakt!

Zuletzt aktualisiert:
Fri Jun 10 13:24:03 CEST 2016

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