Gebärmutterhalskrebs erkennen und behandeln

Krebs, Sex und ein Virus – Krebs durch Infektion

Um Gebärmutterhalskrebs zu erkennen, machen Frauenärzte routinemäßig einen Abstrich – eindeutige Symptome, die die Frauen selbst wahrnehmen könnten, hat früher Gebärmutterhalskrebs kaum. Das Robert Koch-Institut zählt pro Jahr rund 5.000 Neuerkrankungen in Deutschland, in jedem dritten Fall mit tödlichem Verlauf. Meist wird Gebärmutterhalskrebs durch eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) verursacht, die schon Jahrzehnte zurückliegen kann.

Wissens­wertes

Was Sie über Gebärmutterhalskrebs wissen sollten


Die meisten Frauen werden irgendwann durch sexuellen Kontakt mit HPV infiziert. In der Regel läuft das harmlos ab. Bei einem geringen Prozentsatz verändert das Virus jedoch die Zellen des Gebärmutterhalses, sodass ein Tumor (Fachbegriff: Zervixkarzinom) entsteht. Beim lokal begrenzten Gebärmutterhalskrebs (in-situ-Karzinom) sind die Erkrankten im Schnitt 36 Jahre alt, beim invasiven Karzinom, von dem Metastasen ausgehen können, 53 Jahre. 

Prognose bei Gebärmutterhalskrebs
 

Fünf Jahre nach der Diagnose invasives Karzinom leben noch 68 Prozent der Patientinnen. Die Sterberaten bei Gebärmutterhalskrebs sind durch die Früherkennung stark zurückgegangen: Derzeit sterben in Deutschland 1.600 Frauen jährlich an Gebärmutterhalskrebs, vor 30 Jahren waren es mehr als doppelt so viele. Am größten sind die Heilungschancen bei Gebärmutterhalskrebs, wenn Erkennen und Behandlung der Erkrankung möglichst frühzeitig stattfinden. 

Gebärmutterhalskrebs vorbeugen: Impfung mit eingeschränktem Schutz
 

Seit 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine HPV-Impfung für Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren. Für die volle Schutzwirkung muss vor dem ersten Sex geimpft werden. Die regelmäßige Abstrich-Untersuchung kann dies allerdings nicht ersetzen: Die Impfung schützt nur vor den häufigsten Hochrisiko-Viren, die 70 Prozent der Tumore auslösen. 

Gebärmutterhalskrebs erkennen: die Symptome
 

Anfangs treten bei Gebärmutterhalskrebs nur selten Beschwerden auf. Erste Hinweise können süßlich riechender Ausfluss und Schmierblutungen, vor allem nach Sexualkontakt, sein. 

Risikofaktoren für Gebärmutterhalskrebs
 

Risikofaktoren für Gebärmutterhalskrebs sind:

  • frühzeitiger Beginn des Sexualverkehrs

  • häufiger Partnerwechsel

  • mangelnde Sexualhygiene beider Partner

  • genitale Infektionen

  • Rauchen – je nach Menge der gerauchten Zigaretten pro Tag sowie dem Alter bei Beginn. Das erhöhte Risiko für Gebärmutterhalskrebs bleibt auch dann bestehen, wenn die Frau längst nicht mehr raucht.

Der Einsatz von Kondomen sowie Beschneidung des Mannes senken das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, bieten allerdings keinen vollständig sicheren Schutz vor Infektion.

Diagnose

Gebärmutterhalskrebs erkennen: So läuft die Diagnose ab


Zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs wird ein Abstrich auf Krebsvorstufen untersucht. Dabei entnimmt der Frauenarzt völlig schmerzlos einige Zellen aus dem Gebärmutterhalskanal, die dann im Labor auf Krebsvorstufen geprüft werden (Pap-Test). In Deutschland haben Frauen auf diesen Gebärmutterhalskrebs-Test ab dem Alter von 20 Jahren einmal jährlich Anspruch. Der beste Zeitraum sind jeweils die ersten vierzehn Tage nach der Menstruation. Bei einem verdächtigen Befund wird die Untersuchung engmaschig wiederholt, gegebenenfalls nimmt man Gewebeproben. Diese werden etwa durch Konisation – die Entnahme eines Gewebekegels aus dem Gebärmutterhals – oder Ausschabung gewonnen. 

Diagnose Gebärmutterhalskrebs – und dann?
 

Bei Nachweis eines Karzinoms stehen weitere Untersuchungen an, um zu sehen, in welchem Stadium die Erkrankung ist. Dazu wird die Lunge der Patientin geröntgt, man macht Sonografien (Ultraschallbilder) durch die Scheide, von den Nieren und der Leber. Per Zystoskopie (Blasenspiegelung) und Rektoskopie (Enddarmspiegelung) lässt sich erkennen, ob der Gebärmutterhalskrebs diese Regionen befallen hat. Eventuell ist eine Kernspintomografie (MRT) erforderlich. 

Gebärmutterhalskrebs: Test für Männer


Die häufigste durch HPV hervorgerufene Krebserkrankung ist zwar Gebärmutterhalskrebs, aber auch Männer erkranken: Die Viren können Penis und After befallen und dort ebenfalls Krebs hervorrufen. Wer das Virus in sich trägt, gibt es an seine Sexualkontakte weiter. Auch wenn die Infektion selbst noch nicht behandelbar ist, sondern nur daraus resultierende Erkrankungen: Ein „Gebärmutterhalskrebs-Test“ auf HPV-Befall kann besonders für Männer mit häufiger wechselnden Partnerinnen sinnvoll sein.

Therapie

Therapie bei Gebärmutterhalskrebs


Im frühen Stadium von Gebärmutterhalskrebs beschränkt sich die Behandlung auf das vollständige Entfernen der Veränderung durch eine Konisation. Im späteren Stadium ist dann schon die ganze Gebärmutter mit umliegendem Gewebe betroffen, manchmal müssen auch weitere Organe entfernt werden. Je nach der genauen Krebsart können bei jungen Frauen die Eierstöcke erhalten bleiben beziehungsweise es wird bei hohem Risiko für Metastasen empfohlen, sie zu entnehmen. Nach der Operation kann eine Strahlentherapie oder eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie (Radiochemotherapie, RCT) nötig sein.

DAK-Gesundheit

Die Leistungen der DAK-Gesundheit zum Thema Gebärmutterhalskrebs


Das Risiko für Gebärmutterhalskrebs lässt sich kostenfrei senken: Bei Mädchen zwischen 9 und 17 Jahren übernimmt die DAK-Gesundheit die Kosten für die Impfung, die vor HPV schützt. Frauen ab 20 können einmal im Jahr ihre Genitalorgane vom Frauenarzt untersuchen lassen, wozu auch der Gebärmutterhalskrebs- oder Pap-Test gehört.

Wenn bei Ihnen Gebärmutterhalskrebs festgestellt wird


Die DAK-Gesundheit möchte sich besonders auch in schweren Zeiten als Ihr verlässlicher Partner erweisen. Wenn Sie vor lauter Fachbegriffen im Arztbrief nur noch Bahnhof verstehen, nicht wissen, wie und wo Sie sich am besten behandeln lassen, wie es mit Reha, Nachsorge und Krankengeld aussieht, nutzen Sie unser umfassendes Versorgungsmanagement – wir helfen gern!

Zuletzt aktualisiert:
Fri Jun 10 13:41:04 CEST 2016

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