Mit Fruktoseintoleranz ist eine ausgewogene Ernährung möglich, allerdings sollte Fruchtzucker vermieden werden

Fruktoseintoleranz – nie mehr Obst essen?

Eine ausgewogene Ernährung ist möglich – ohne Fruchtzucker

Obst kann krank machen – zumindest Menschen mit Fruktoseintoleranz. Wer empfindlich auf Fruchtzucker reagiert, muss sich gerade bei den Lebensmitteln zurückhalten, die als gesund empfohlen werden. Unendlich viel Fruchtzucker verträgt niemand. Bei Menschen mit einer Fruktoseintoleranz ist es aber besonders wenig. Bei den Betroffenen schaffen die Eiweiße, die den Fruchtzucker aus dem Darm ins Blut bringen, deutlich weniger als üblich. So gelangt der Fruchtzucker dahin, wo er normalerweise nicht hingehört: in den Dickdarm, wo er Probleme wie Blähungen und Durchfall verursacht.

Eine Fruktoseintoleranz ist nicht heilbar

DAK-Ernährungsexpertin Silke Willms informiert zur Histaminintoleranz

Ernährungexpertin Silke Willms von der DAK-Gesundheit

Der medizinisch korrekte Begriff für eine Fruktoseintoleranz heißt Fruktose-Malabsorption und die ist nicht heilbar. Die einzige Möglichkeit ist, nur so viel Fruchtzucker zu essen, wie man verträgt, sagt Silke Willms, Ernährungsexpertin bei der DAK-Gesundheit. Die Fruktoseintoleranz halten viele für eine Allergie, was jedoch falsch ist. Es handelt sich um eine Lebensmittelunverträglichkeit. Betroffene müssen nicht nur ihren Obstkonsum beachten, denn Fruchtzucker steckt auch in Gemüse und Honig. Ein kompletter Fruchtzuckerverzicht geht also nicht, denn gerade Gemüse enthält viele andere lebenswichtige Nährstoffe, die dem Körper fehlen würden. Deshalb gilt es, seine Ernährung so anzupassen, dass es weder zu Beschwerden noch zu Mangel kommt.

Das Drei-Stufen-Programm hilft bei einer Fruktoseintoleranz

Silke Willms empfiehlt ein Drei-Stufen-Programm, begleitet von Arzt und Ernährungsberatung: Erst eine Phase mit möglichst wenig Fruktose, dann eine Testphase, um die eigenen Grenzen auszuloten, gefolgt von der darauf abgestimmten Dauerernährung. Es ist wichtig zu wissen, wie viel Fruktose in welchen Lebensmitteln steckt“, sagt Willms. Die Zuckerart wird in der Lebensmittelindustrie gern als Füllstoff verwendet – Fruchtzucker süßt sehr effektiv und ist billig. Wer eine Fruktoseintoleranz hat, kommt um das Studium von Zutatenlisten also nicht herum. Davor jedoch steht die Diagnose: Eine Fruktoseintoleranz wird per Atemtest nachgewiesen. Viele Menschen leiden jahrelang unter Beschwerden, ohne die Ursache zu kennen. Willms: Die Symptome sind so unspezifisch, dass eine Fruktoseintoleranz oft schwer zu erkennen ist.

Alltagstipps für Menschen mit Fruktoseintoleranz

Glukose macht es dem Körper leichter, Fruktose zu verdauen. Essen Sie daher vorrangig Obst wie Bananen wegen des ausgewogenen Verhältnisses zwischen beiden Zuckerarten. Entsprechende Tabellen wie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung geben Fruktoseintoleranz-Betroffenen einen Überblick.

  • Portionieren ist angesagt: Verteilen Sie Obst in kleinen Portionen über den Tag.
  • Die Mischung macht’s: Obst besser nicht pur, sondern als Teil einer Mahlzeit essen. Fett und Eiweiß erleichtern die Verdauung.
  • Am besten garen: Garen Sie Gemüse oder Obst, statt es roh zu essen. Dann ist es verträglicher.

Noch mehr Tipps finden Sie auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Zuletzt aktualisiert:
Tue Aug 11 12:59:41 CEST 2015

Zum Seitenanfang