Erste Hilfe bei Rückenschmerzen wünscht sich jeder

Erste Hilfe bei Rückenschmerzen

Wärme, Entspannung, Bewegung oder doch zum Arzt?

Wenn das Kreuz schmerzt, ist erste Hilfe bei Rückenschmerzen gefragt. Doch welcher Weg ist der beste? „Wer plötzlich mit einem Hexenschuss oder starken Nackenschmerzen zu kämpfen hat, muss nicht gleich mit dem Schlimmsten rechnen", sagt Dr. Susanne Bleich, Ärztin bei der DAK-Gesundheit. „Denn 90 Prozent aller akut auftretenden Rückenschmerzen verschwinden innerhalb von zwei Wochen wieder – egal, wie sie behandelt werden. Betroffene können zunächst versuchen, ihre Rückenschmerzen mit natürlichen Methoden wie Wärme, Entspannung und leichter Bewegung zu lindern. Diese Hilfe reicht oft schon aus.“ Wer trotz der erste Hilfemaßnahmen seine Rückenschmerzen nicht lindern kann, sollte aber dringend einen Arzt aufsuchen.

Bewegung: Erste Hilfe bei Rückenschmerzen

Die beste Medizin und erste Hilfe bei unkomplizierten Rückenschmerzen kann Bewegung sein. Trotz leichter Schmerzen: Wie wäre es mit einem Spaziergang? Beim Gehen werden die Rückenmuskeln sanft massiert, die Wirbelsäule mobilisiert und die schmerzenden Muskeln gelockert. Es wirkt wie eine kleine Massage. Ideal sind ein bis zwei Spaziergänge pro Tag, möglichst in bequemen Schuhen mit weichen Sohlen. Zu viel Schonung oder gar Bettruhe bei Rückenschmerzen kann die Schmerzdauer sogar verlängern.

DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich gibt Tipps für die erste Hilfe bei Rückenschmerzen.

Dr. Susanne Bleich berät als Ärztin die DAK-Gesundheit zum Thema Hilfe bei Rückenschmerzen.

Loslassen und entspannen hilft gegen Rückenschmerzen

Stress spannt nicht nur die Psyche auf die Folter, sondern auch den Rücken. Gezielte Entspannung kann helfen, sich innerlich und äußerlich wieder aufzurichten. Dabei führen viele Wege zum Ziel: Autogenes Training, Qigong oder progressive Muskelentspannung, aber auch ein Spaziergang lindern Rückenschmerzen. Mehr über Entspannung und bezuschusste Präventionskurse erfahren Sie auch in unseren Leistungsangeboten.

Dr. Bleich rät: „Tun Sie, was Ihnen gut tut. Das ist die leichteste Hilfe bei Rückenschmerzen. Hören Sie Musik, schauen Sie einen Film oder lesen Sie ein Buch. Bringen Sie sich auf andere Gedanken und nehmen Sie sich die Zeit für die schönen Dinge." Vielleicht können Ihnen auch die Online-Coachings der DAK-Gesundheit weiterhelfen.

Soforthilfe: Schmerzmittel für den Rücken

Oft braucht der Körper eine Schmerzpause, um sich wieder zu entspannen und die Muskeln zu lockern. „Gegen stärkere Beschwerden helfen daher kurzfristig Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol und Acetylsalicylsäure (ASS). Niedrig dosierte Medikamente mit diesen Wirkstoffen sind in der Apotheke rezeptfrei erhältlich", sagt die DAK-Ärztin. Dabei gilt jedoch: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Dr. Bleich rät: „Nehmen Sie Schmerzmittel nicht länger als drei Tage ein. Wenn die Beschwerden bis dahin nicht merklich abgeklungen sind, gehen Sie zum Arzt. Das Medikament sollte vor allem dazu genutzt werden, um in Bewegung zu bleiben." 

Wärme und Kälte helfen gegen Rückenschmerzen

Optimale Hilfe bei Rückenschmerzen bringen Wärme oder Kälte. Wärme löst Muskelverspannungen, verbessert die Durchblutung und beruhigt gereizte Nerven. Kälte verengt zunächst die kleinen Gefäße, die dann durch das folgende Erweitern ebenfalls die Durchblutung fördern. Ob Wärme oder Kälte für Sie angenehmer ist, müssen Sie selbst entscheiden. Für beides gibt es aber ausreichend Möglichkeiten, zum Beispiel in Form von Bädern, Duschen, Wärmepflastern und Eisbeuteln. Verstärken sich allerdings die Beschwerden durch die Wärme, sollte der Arzt abklären, ob eine Entzündung vorliegt.

Schonhaltung: Erste Hilfe bei Rückenschmerzen?

Kurzfristig kann es hilfreich sein, eine Position einzunehmen, in der Sie schmerzfrei oder schmerzarm verweilen können. Machen Sie es sich beispielsweise mit ein paar Kissen und einer Decke bequem oder kombinieren Sie die Position mit einer wärmenden Maßnahme. Das sollte aber wirklich nur als Soforthilfe bei Rückenschmerzen genutzt werden. Denn der wichtigste Rat bei den meisten Rückenschmerzen lautet nach wie vor: Bleiben Sie in Bewegung und gehen Sie Ihren alltäglichen Dingen so gut nach wie möglich.

Wann brauche ich wegen Rückenschmerzen die Hilfe eines Arztes?

„Gehen Sie zügig zum Arzt, wenn die Rückenschmerzen in der Rückenlage zunehmen, in der Nacht stärker werden und trotz Selbsthilfemaßnahmen nach drei Tagen unverändert stark sind oder sich plötzlich verschlimmern", rät DAK-Ärztin Bleich. „Starke Rückenschmerzen können auch im Zusammenhang mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen auftreten. Gleiches gilt, wenn bei Ihnen bereits Osteoporose, eine Immun- oder Krebserkrankung diagnostiziert wurden." Auch wenn Sie neben dem Rückenleiden eines oder mehrere der folgenden Anzeichen an sich beobachten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Arzt aufsuchen, wenn neben Rückenschmerzen diese Symptome auftreten:

  • Lähmungserscheinungen oder Taubheitsgefühl

  • Kontrollverlust im Bereich des Darms oder der Blase

  • Atembeschwerden

  • Zunehmende Schwäche, fehlende Standfestigkeit der Beine und Kraftverlust in Armen und Händen

  • Stärkerer Gewichtsverlust in jüngerer Zeit, Appetitlosigkeit

  • Schlechtes Allgemeinbefinden und Fieber oder Schüttelfrost

  • Rasche Ermüdung

  • Unfall in der jüngeren Zeit

  • Kortisonbehandlung über einen längeren Zeitraum

Rückenschmerzen – diese Behandlung erfolgt beim Arzt

Als erstes untersucht Ihr Arzt, ob eine ernsthafte Erkrankung der Grund für Ihre Rückenschmerzen sein könnte. „Sobald diese Möglichkeit ausgeschlossen ist, bekommen Sie geeignete Hilfe", weiß die DAK-Ärztin. „Schmerzmittel und Spritzen dienen der akuten Schmerzbekämpfung – Ihr Arzt verschafft Ihnen damit kurzfristig Linderung Ihrer Rückenschmerzen. Zusätzlich lernen Sie Bewegungsmöglichkeiten und Entspannungsmethoden kennen, mit denen Sie Ihren Rücken aktiv trainieren können."

Dauerhafte Lösung vs. erste Hilfe bei Rückenschmerzen

Langfristige Hilfe bei Rückenschmerzen versprechen allein die Therapien, bei denen die Körperwahrnehmung verbessert und die Muskulatur durch Bewegung gestärkt wird. Dies kann zum Beispiel durch Krankengymnastik geschehen. Unter fachlicher Anleitung werden Beweglichkeit und Kraft trainiert – eine dauerhafte Hilfe gegen Rückenschmerzen.

Zuletzt aktualisiert:
Fri Oct 21 12:12:36 CEST 2016

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