Übung im Erste-Hilfe-Kurs: So kann ein Baby reanimiert werden

Erste-Hilfe-Kurs am Kind: Wie Sie bei Kindernotfällen am besten reagieren

Kindernotfallkurs besuchen und Lebensretter werden

Ein Erste-Hilfe-Kurs am Kind kann Leben retten: Wenn die Kleinen ihrer Entdeckerlust freien Lauf lassen, kann es schnell zu Unfällen kommen. Besonders junge Kinder haben nur einen kleinen Erfahrungsschatz und erkennen gefährliche Situationen selten. Wichtige erste Handgriffe, wenn es brenzlig wird, und nützliche Informationen rund um den Notfall erhalten Sie von Dr. Mark Dankhoff.

Mit einem Erste-Hilfe-Kurs Notfällen vorbeugen

Der Arbeiter-Samariter-Bund geht davon aus, dass rund 60 Prozent der Unfälle zu Hause passieren, wenn Familie, Freunde oder Kollegen dabei sind. Die schnelle Hilfe zählt, denn die ersten Minuten nach dem Unfall entscheiden über den weiteren Verlauf der Verletzung. Machen Sie sich bewusst: Ihr Kind ist ganz allein auf Ihre erste, schnelle Hilfe angewiesen, denn Fachkräfte sind in dieser Situation nicht vor Ort.

Wie unterscheidet sich der Erste-Hilfe-Kurs am Kind vom Erwachsenen-Kurs?

Erste-Hilfe-Kurs: DAK-Arzt Dr. Mark Dankhoff von der DAK-Gesundheit über die Bedeutung der Ersthilfe.

Medizin-Experte Dr. Mark Dankhoff informiert über die Vorteile von Erste-Hilfe-Kursen

„Der kindliche Körper befindet sich im Wachstum und ist deutlich kleiner und feiner als der eines Erwachsenen“, sagt DAK-Arzt Dr. Mark Dankhoff und erklärt ergänzend: „Viele Körperfunktionen sind bei Kindern noch nicht ausgereift, darum gibt es auch andere Anforderungen an eine Erste Hilfe als bei Erwachsenen.“ Hinzu kommt, dass bestimmte Erkrankungen und Notfälle ausschließlich Kinder betreffen, wie beispielsweise Pseudokrupp. Ein bellender Husten, Heiserkeit und Atemnot sind Symptome dieser Kehlkopfentzündung, die typischerweise bei Säuglingen und kleinen Kindern zwischen sechs Monaten und sechs Jahren auftritt.

Kindernotfallkurse: Wichtige Handgriffe zur Ersten Hilfe

An erster Stelle raten die Experten dazu, Ruhe zu bewahren. In einem Notfall gilt es, rasch die Gefahrensituation zu erkennen und das Kind aus ihr zu befreien. Sichern Sie als nächstes die Gefahrenstelle ab, um weitere Unfälle zu vermeiden, zum Beispiel Wasser oder Herd abstellen, gefährliche Gegenstände entfernen oder Strom ausstellen. Beruhigen Sie das Kind durch ruhiges Sprechen, auch wenn Sie unsicher sind, ob es Sie hören kann. Untersuchen Sie das Kind auf Verletzungen zügig, aber nicht hektisch. Prüfen Sie, ob die Atemwege frei sind und ob das Herz schlägt.

Was tun bei Herz- und Atemstillstand?

Wählen Sie die Nummer 112 und informieren Sie sofort den Notarzt. Dann beginnen Sie mit der Mund-zu-Nase-Beatmung und der Herzmassage. Bei Säuglingen und Kleinkindern werden Mund und Nase gleichzeitig beatmet. Im Erste-Hilfe-Kurs lernen Sie die richtigen Griffe.

Wann ist es wichtig, ein Kind in die stabile Seitenlage zu bringen?

Wenn Ihr Kind bewusstlos ist, also nicht auf Ihre Ansprache reagiert, aber Atmung und Herzschlag weitestgehend normal sind, so raten Experten in Kindernotfallkursen, bringen Sie das Kind in die stabile Seitenlage und rufen Sie den Notarzt.

Was gehört eigentlich in einen Verbandkasten?

In jedem Haushalt sollte er vorhanden sein – der Verbandkasten oder Erste-Hilfe-Kasten. Dankhoff erklärt, was die wichtigsten Utensilien sind:

  • Haut- und Schleimhautdesinfektionsmittel
  • Heftpflaster
  • Wundschnellverband
  • Verbandpäckchen
  • Sterile Kompressen
  • Mullbinden
  • Elastische Binden
  • Verbandschere
  • Rettungsfolie

Wunden behandeln

Zunächst säubern Sie die Wunde mit Desinfektionsmitteln. Decken Sie sie anschließend mit einer sterilen Kompresse ab und verbinden Sie die Wunde. Trösten Sie Ihr Kind.

Verbrühung und Verbrennung: Erste-Hilfe-Kurse vermitteln Wissen zur schnellen Hilfe

Sollte es brennen: Löschen Sie sofort das Feuer! Sie können brennende Kleidung zum Beispiel mit einer Decke löschen. Alternativ eignet sich auch ein Mantel oder natürlich Wasser. Bleiben Sie dabei unbedingt ruhig und beruhigen Sie auch Ihr Kind. Nun gilt es, schnell die Haut zu kühlen. Ziehen Sie Ihr Kind darum zunächst vorsichtig aus – eingebrannte Kleidung aber nicht abreißen. Duschen Sie es bei großflächigen Verbrühungen mit etwa 20 Grad kühlem Wasser ab. Kleinflächigere verbrühte Körperregionen kühlen Sie ungefähr 20 Minuten unter fließendem Wasser. Danach verbinden Sie die betroffene Hautregion – achten Sie auf sterile Verbände. Rufen Sie den Notruf 112 und halten Sie das Impfbuch bereit, um eine Tetanus-Gefahr abzuschätzen. Ihr Kind darf in dieser Situation nichts essen oder trinken.

Schnelle Hilfe bei Vergiftungen

In Kindernotfallkursen lernen Sie zunächst einmal, was Sie nicht tun dürfen: Lösen Sie niemals Erbrechen bei Ihrem Kind aus! Geben Sie Ihrem Kind auch keine Milch, denn Milch ist kein Gegengift. In vielen Fällen fördert Milch die Aufnahme des Giftes in den Körper, so dass die Merkmale einer Vergiftung schneller auftreten.

Stichwunden: Fremdkörper stecken lassen

In Erste-Hilfe-Kursen lautet die erste Regel bei Stichwunden: Niemals den Fremdkörper entfernen. Bleiben Sie ruhig. Auch wenn Sie der Anblick schockiert, lassen Sie sich nichts anmerken und sprechen Sie ruhig zu Ihrem Kind. Ist der Fremdkörper groß, versuchen Sie ihn abzusichern, damit er sich nicht bewegt und womöglich noch größeren Schaden anrichtet. Decken Sie die Haut rund um die Wunde ab und rufen Sie den Notarzt.

Nasenbluten: Kalte Tücher helfen

Eine blutende Kindernase kann erschreckend aussehen – das muss Ihr Kind aber nicht erfahren, darum bewahren Sie Ruhe. Fordern Sie Ihr Kind auf, seinen Kopf gerade zu halten oder nach vorne zu beugen. In keinem Fall jedoch soll das Kind seinen Kopf gen Nacken halten. Mit feuchten Tüchern kühlen Sie die Nase und den Nacken. Die Kälte bewirkt, dass sich die Gefäße zusammenziehen und die Blutung stoppt. Zusätzlich können Sie auch einen Wattebausch oder ein Stück Taschentuch unter die Zunge legen. Das ist ein Geheimtipp in Kindernotfallkursen: Der Körper speichelt den Fremdkörper sofort ein. Um die Speichelproduktion anzuregen, wird schnell viel Blut aus der Umgebung benötigt. Die Folge: Die Blutung an der Nase lässt nach.

Fachwissen vermittelt ein Erste-Hilfe-Kurs am Kind

Diese und tiefer gehende Informationen vermitteln Erste-Hilfe-Kurse. Anbieter solcher Kurse sind zum Beispiel das Deutsche Rote Kreuz, der Arbeiter-Samariter-Bund, die Johanniter oder die Malteser. Sie sensibilisieren die Teilnehmenden zunächst dafür, mögliche Gefahrenquellen zu erkennen. Die Lehrgänge im Erste-Hilfe-Kurs zeigen in dem Zusammenhang auch, welche vorbeugenden Maßnahmen helfen können, das Risiko bestimmter Notfälle schon im Vorfeld zu minimieren. Gelegentlich bieten auch wir Erste-Hilfe-Kurse in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz an. Ob demnächst ein Kurs in Ihrer Region geplant ist, erfahren Sie in unserer Veranstaltungssuche.

Zuletzt aktualisiert:
Wed Sep 14 17:12:14 CEST 2016

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