Bei einer Erkältung bei Babys sollte Fieber mit einem Thermometer ausgeschlossen werden.

Erkältung bei Babys

DAK-Expertin Dr. Bleich erklärt, was bei Fieber, Schnupfen und Husten hilft

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Erkältung bei Babys: Auch wenn es einem noch so leid tut – es ist kaum zu vermeiden, dass sich Ihr Baby irgendwann eine Erkältung einfängt. Denn Babys sind für Infekte anfällig. Kein Wunder: Ihr Immunsystem ist noch lange nicht ausgereift. Die erste Erkältung erwischt die Kleinsten meist zwischen dem dritten und sechsten Monat. Dass Babys nicht schon eher erkranken, liegt an dem Nestschutz – eine passive Immunisierung, bei der Mütter während der Schwangerschaft und nach der Entbindung über die Muttermilch Antikörper auf das Kind übertragen, die es vor Infektionskrankheiten schützt. Insgesamt machen Babys in den ersten zwei Jahren schätzungsweise mindestens zehn Erkältungen im Jahr durch.

Erkältung bei Babys – achten Sie auf diese Symptome


Es ist nicht leicht zu ertragen, wenn das eigene Baby sich mit einer Erkältung quält. Folgende Symptome können auftreten und geben einen Hinweis darauf, dass sich Ihr Säugling erkältet haben könnte:

  • Fieber
  • Husten
  • Gerötete Augen
  • Verstopfte oder laufende Nase
  • Keinen Appetit
  • Unruhig, überanstrengt oder zappelig
  • Geschwollene Lymphknoten am Hals, hinterm Ohr, am Nacken oder unter den Achseln

DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich berät Eltern von erkälteten Babys.

DAK-Ärztin Dr. Susanne Bleich zum Thema Erkältung bei Babys.

Erkältung bei Babys behandeln: Was Sie jetzt tun können

Bei diesen Symptomen benötigt Ihr Baby zunächst einmal noch mehr Kuscheleinheiten und Zuwendung von Ihnen, als es ohnehin schon braucht. „Seien Sie verständnisvoll, wenn Ihr Kind quengelt“, mahnt DAK-Ärztin Dr. Susanne Bleich „Vielleicht ist Ihr Baby hungrig, weil es durch die eingeschränkte Atmung nicht gut trinken kann oder die obigen Symptome wie Husten, Schnupfen und Fieber machen Ihrem Baby zu schaffen“. Ist das Fieber nicht zu hoch, hilft Babys bei Erkältungen frische Luft. Packen Sie Ihr Baby warm ein und gehen Sie zusammen spazieren. Babys Nasenschleimhäute werden an der frischen Luft besser durchblutet, das hilft ihnen beim Kampf gegen Viren und Bakterien.

Die besten Hausmittel gegen Erkältung bei Babys

Unsere Großmütter wussten wie es geht – lernen wir von Ihnen! Dr. Bleich stellt die besten Hausmittel für Babys Erkältung vor.

  • Zwiebeldämpfe: helfen bei einer verstopften Nase. Am besten entfalten sich die Dämpfe, wenn Sie die Zwiebel in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel-Stücke in ein Stofftaschentuch füllen und über das Babybett hängen.
  • Trinken: Viel zu trinken hilft Ihrem Baby beim Husten und verhindert das Austrocknen der Schleimhäute.
  • Raumfeuchtigkeit: Eine hohe Raumfeuchtigkeit erleichtert Ihrem Baby das Atmen. Lüften Sie häufig das Kinderzimmer und stellen Sie zusätzlich eine Schale mit Wasser neben das Bettchen.
  • Nasentropfen: Abschwellende Nasentropfen gibt es auch schon für Säuglinge. Zunächst kann man auch mit Nasentropfen aus physiologischer Kochsalzlösung versuchen, die Erkältungssymptome zu lindern. Bis zum vierten Lebensjahr brauchen Kinder Hilfe beim Schnäuzen. Tipp: Mit einem Nasensauger für Säuglinge locker gewordenes Sekret entfernen. Vaseline pflegt die Nase Ihres kleinen Schatzes. Einfach ein wenig um die Nasenlöcher verteilen, dann wird Ihr Baby nicht wund vom Nase abwischen.
  • Auf Wadenwickel bei Fieber sollten Sie besser verzichten: Babys und Kleinstkinder empfinden die Wickel oft als schmerzhaft.

Auf diese Hausmittel sollten Sie bei einer Erkältung Ihres Säuglings verzichten

Auf keinen Fall sollten Sie Honig in Milch, Wasser oder Tee auflösen und es Ihrem Baby bei Husten und Halsweh anbieten. Honig ist für Babys unter einem Jahr sehr gefährlich! Denn Honig kann ein Bakterium enthalten, das Säuglingsbotulismus verursacht und Babys schwer krank macht. Zusätzlich dürfen Babys nicht mit ätherischen Ölen behandelt werden, weil sie zum Atemstillstand führen können. Möchten Sie Ihrem Baby Hustentee verabreichen, besprechen Sie sich mit Ihrem Arzt. Bestimmter Tee kann manchmal allergische Reaktionen beim Baby auslösen.

Muss das erkältete Baby zum Arzt?


Die meisten Eltern vertrauen ihrem Gefühl und ihrem Instinkt. Das ist auch richtig so, schließlich kennen sie ihr Baby am besten. Dr. Bleich warnt jedoch: „Wenn Sie unsicher sind, gehen Sie lieber einmal zu viel als zu wenig zum Kinderarzt“. Babys, die jünger als zwölf Wochen sind und einen Infekt haben, müssen auf jeden Fall zum Arzt. Aber auch ältere Babys, die folgende Symptome aufweisen, sollten von einem Kinderarzt untersucht werden:

  • Ihr Baby hat schon zwei oder drei Tage Fieber über 38,5 Grad
  • Ihr Baby verweigert jegliches Trinken
  • Ihr Baby schreit ungewöhnlich lange und lässt sich gar nicht beruhigen
  • Ihr Baby ist extrem schlapp, wirkt apathisch und abwesend
  • Ihr Baby hat Schwierigkeiten beim Atmen
  • Ihr Baby hustet fast ununterbrochen

Erkältung bei Babys – welche Medikamente dürfen die Kleinen?

Manchmal ist die Erkältung hartnäckiger als zuerst vermutet. Gehen Sie mit Ihrem Baby zum Arzt. Denn verschwindet die Erkältung nicht oder wird sie sogar schlimmer, kann das ein Anzeichen dafür sein, dass sich die Viren vermehren oder Bakterien eine Mittelohrentzündung, Bronchitis, eine Nebenhöhlen- oder Lungenentzündung auslösen. Dann ist es möglich, dass Medikamente, wie zum Beispiel ein Antibiotikum verschrieben werden müssen.

Mehr als eine Erkältung bei Babys: Hinweise für die Antibiotika-Einnahme


Wenn Sie Ihrem Baby Antibiotika verabreichen sollen, halten Sie sich ganz genau an die verschriebene Einnahme-Dosierung. Auf gar keinen Fall dürfen Sie die Behandlung mit dem Medikament vorzeitig abbrechen, auch wenn es Ihrem Baby schon viel besser geht. Es besteht ansonsten die Gefahr, dass die Infektion zurückkehrt und es Ihrem Baby nach kurzer Zeit wieder viel schlechter geht. Denn geben Sie die Medikamente nicht bis zu Ende, besteht das Risiko, dass Keime überleben und sich wieder vermehren.

Schnupfen bei Babys vorbeugen – was tun bei Geschwisterkindern?


„Erkältungen vorzubeugen ist schwierig, denn einen sicheren Schutz vor Infekten gibt es leider für niemanden – auch Babys sind vor Erkältungsviren nicht gefeit“, erklärt Dr. Bleich. Babys mit älteren Geschwistern, die schon den Kindergarten oder die Schule besuchen, sind besonders gefährdet sich anzustecken. „Eltern von mehreren Kindern können erkältete Geschwister ermahnen, das Baby nicht anzuhusten und nur nach gründlichem Händewaschen anzufassen“, rät Dr. Bleich und ergänzt: „Zusätzlich sollten Babys keine Dinge anfassen, die zuvor Erkältete in den Händen hatten“.

Ihr Baby hat sich trotz der Vorsichtsmaßnahmen angesteckt? Dann beachten Sie die oben genannten Hinweise, wie Sie Ihrem Kind jetzt am besten helfen können. Und bei aller Sorge, denken Sie dran: Eine Erkältung bei Babys hat auch etwas Gutes an sich, denn: Nach jedem überstandenem Infekt hat Ihr Kleines wieder stärkere Abwehrkräfte.

Zuletzt aktualisiert:
Fri Apr 08 11:22:31 CEST 2016
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