Ein eingeklemmter Nerv ist oft schmerzhaft – Ursachen gibt es viele.

Eingeklemmter Nerv: Symptome und Behandlung

DAK-Gesundheit informiert über entzündete und gereizte Nerven

Ein „eingeklemmter Nerv“ steckt nicht wirklich fest, sondern ist entzündet oder gereizt. Ursachen gibt es viele: Eine Möglichkeit sind verhärtete Muskeln. Das verkrampfte Muskelgewebe kann auf umliegende Nerven drücken und sie damit reizen. Die DAK-Gesundheit nennt Symptome und erklärt Ihnen, welche Maßnahmen Ihnen in diesem Fall helfen können.

Zunächst Ursache klären

Die umgangssprachliche Beschreibung „eingeklemmter Nerv“ ist zunächst einmal ein Sammelbegriff für Nerven, die aufgrund einer Reizung oder Entzündung strapaziert sind. Ob ein eingeklemmter Nerv gefährliche Folgen haben kann, hängt von der Ursache ab. Ist ein Bandscheibenvorfall schuld, der zum Beispiel mit Taubheitsgefühlen im Bein oder starken Schmerzen einhergeht, ist ein schneller Arztbesuch dringend zu empfehlen. Generell gilt es zunächst einmal abzuklären, was die Ursache für den Schmerz ist. Daher ist ein Arztbesuch generell ratsam.

DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich berät Eltern von Kindern mit Erkältung.

DAK-Ärztin Dr. Susanne Bleich zum Thema Erkältung bei Kindern.

Eingeklemmter Nerv: Entstehung aufgrund von Muskelverspannungen

Verkrampfen sich die Muskeln um einen Nerv herum und erfolgt im selben Moment zum Beispiel eine ruckartige Bewegung, kann das Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen zur Folge haben. „Der Nerv ist dann gereizt und kann in seiner Funktionsfähigkeit eingeschränkt sein“, erklärt DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich. Auch eine Entzündung im Körper kann den Nerv reizen und zu Schmerzen führen.

Schmerzen bei eingeklemmten Nerven können ganz unterschiedlich sein

Ein eingeklemmter Nerv kann sich auf unterschiedliche Weisen zeigen. Einige Betroffene klagen über schnell einschießende starke Schmerzen – andere beschreiben den Schmerz als immer weiter zunehmend und eher dumpf. Die Symptome variieren je nach Grund für die Einschränkung und je nachdem, welcher Nerv betroffen ist.

Eingeklemmter Nerv? Vielleicht kennen Sie diese Symptome

Bestimmte Nerven zeigen weniger schmerzhafte Krankheitszeichen wie zum Beispiel der Hörnerv. Verletzte Bewegungsnerven dagegen, das sind Nerven, die dem Muskel die zur Bewegung notwendigen Impulse zuführen, können sehr schmerzhaft sein. Beim Ischiasnerv kann der Schmerz beispielsweise bis in die Hüften oder Beine ausstrahlen. Neben den Schmerzen können beim eingeklemmten Nerven im Halswirbelsäulenbereich folgende Symptome auftreten:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Taubheits- beziehungsweise Kribbelgefühl
  • Schwindel

Eingeklemmter Nerv: Schnelle und effiziente Behandlung

Es gibt wirkungsvolle Sofort-Maßnahmen und Hausmittel, die schnell bei eingeklemmten Nerven helfen können. Die nachstehenden Tipps und Ratschläge von DAK-Ärztin Bleich richten sich an all diejenigen, die einen eingeklemmten Nerv aufgrund einer Muskelverspannung zunächst alleine behandeln möchten:

  • Kein Heben und Tragen
    Einleuchtend, aber doch nicht immer selbstverständlich ist, dass Sie mit einem eingeklemmten Nerv keine schweren Lasten heben und tragen sollten. Die Kiste Wasser muss in den nächsten Tagen also jemand anderes für Sie in den Einkaufswagen hieven und auch als Umzugshilfe stehen Sie zurzeit nicht bereit. Denn alle zusätzlichen Belastungen schaden Ihrem Rücken.
  • Meiden von ruckartigen Bewegungen
    Mit schnellen und ruckartigen Bewegungen können Sie Ihre Situation verschlechtern und weitere Schäden hervorrufen. Testen Sie zudem nicht vorsätzlich, ob Ihr Schmerz noch da ist. Sie belasten mit so einem Verhalten die angegriffene Körperstelle noch zusätzlich.
  • Wärme hilft
    Wärme kann Schmerzpunkte lindern. Dabei ist es zweitrangig, zu welchen Mitteln Sie greifen. Was passt am besten zu Ihnen? Rotlicht, Wärmflasche, Heizkissen, Salben oder lieber ein Wärmepflaster? Mittel zur Wärmeerzeugung gibt es viele – wählen Sie einfach aus, was für Sie am praktischsten ist. Alternativ können Sie sich auch ein heißes Bad einlassen. Das entspannt auch die Seele und hilft damit ebenfalls, Muskeln zu entkrampfen.
  • Massage
    Wie das Bad kann auch eine Massage Muskelmasse lockern und so den eingeklemmten Nerv entlasten. In diesem Fall lassen Sie besser nur geschulte Hände an sich heran, wie die eines medizinischen Masseurs oder eines Physiotherapeuten.
  • Medikamente
    Schmerzmedikamente bieten oft kurzfristig eine schnelle Hilfe und können gerade an Feiertagen und Wochenenden eine Rettung sein. Zudem helfen sie Ihnen, nicht in eine Schonhaltung zu verfallen, die weitere Probleme verursachen kann. Eine dauerhafte Lösung sind die Schmerzstiller aber nicht.
  • Bewegung
    Schonen Sie sich und den eingeklemmten Nerv ruhig ein wenig, aber übertreiben Sie es nicht. Völlige Bettruhe ist unnötig und kann sogar schädlich sein. Viel besser sind Übungen zur Muskelentspannung und –lockerung. Behalten Sie Ihre natürliche Körperhaltung bei und vermeiden Sie auf Dauer schmerzfreie Fehlhaltungen. Was Ihnen nun hilft, sind moderate Bewegungen, wie Spazierengehen oder auch leichte Gymnastik. Achten Sie dabei darauf, dass keine der Maßnahmen Schmerzen verursacht – dann sind diese Bewegungen tabu.

Keine Heilung in Sicht? Ihr Arzt hilft Ihnen weiter

Die oben genannten Möglichkeiten zeigen, wie ein eingeklemmter Nerv durch Muskelverspannungen zunächst selbst behandelt werden kann. Aber Achtung: „Wenn keine Besserung in Sicht ist und Ihre Schmerzen nach ein paar Tagen trotz der genannten Tipps nicht geringer werden, ist ein Arztbesuch unvermeidbar“, warnt Bleich. In dem Fall kann Ihr Hausarzt Sie an einen Spezialisten überweisen, der eine Diagnose zum eingeklemmten Nerv anfertigt und eine fachgerechte Therapie erstellt. 

Zuletzt aktualisiert:
Thu Jul 28 12:34:17 CEST 2016

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