E-Zigarette und E-Shisha:

So schädlich sind E-Zigaretten und E-Shishas

Hier erklärt Ralf Kremer, Drogen- und Suchtexperte bei der DAK-Gesundheit, warum die elektrischen Verdampfer so gefährlich sind

E-Zigaretten und E-Shishas sind beliebt, letztere vor allem bei Jugendlichen. Während das traditionelle Rauchen out ist, entwickelt sich das so genannte Dampfen zum Trend. Studien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ergaben, dass die Anzahl der jugendlichen Raucher in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen ist. „Eine Entwicklung, die uns sehr freut“, sagt Ralf Kremer, Drogen- und Suchtexperte bei der DAK-Gesundheit. „Doch gleichzeitig wird auch die E-Zigarette, und vor allem bei Jugendlichen die E-Shisha, immer bekannter. Ihr Konsum ist gesundheitlich bedenklich und oft sogar schädlich.“ 

So funktionieren E-Zigaretten 

E-Zigaretten brauchen Technik: Sie bestehen gewöhnlich aus einem Mundstück, einem Akku, einem elektrischen Vernebler und einer Wechsel-Kartusche. In letzterer befindet sich ein so genanntes Liquid. Dies ist eine flüssige Mischung aus Propylenglykol, Wasser, Ethanol und Glycerin, die mit Nikotin und Aromen versetzt ist. Beim Ziehen am Mundstück wird das Liquid vernebelt und inhaliert. Häufig wird das echte Rauchen einer Tabakzigarette imitiert, indem am Ende eine Diode aufglimmt. Wer E-Zigaretten nutzt, raucht nicht, sondern dampft.

Ralf Kremer ist Drogen- und Suchtexperte bei der DAK-Gesundheit.

Lifestyle-Produkt E-Shisha  

Die E-Shishas locken in knalligen Farben und verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Mango, Apfel oder Schokolade. Sie werden als hip und cool dargestellt, sehen aus wie Stifte oder Kugelschreiber und sind so vor allem für Teenager interessant. Die Technik der E-Shisha ist ähnlich der E-Zigarette. Durch das Mundstück wird elektrisch verdampfte Flüssigkeit inhaliert.

Unterschied E-Zigarette und Tabakzigarette

Der wohl wichtigste Unterschied zwischen E-Zigarette und herkömmlichem Glimmstängel: Die E-Zigaretten enthalten keinen Tabak. Der bei den traditionellen Zigaretten entstehende gesundheitsschädliche Rauch mit Karzinogenen, Kohlenmonoxid und vielen anderen Giften entfällt. Damit ist die E-Zigarette weniger gesundheitsschädlich als die traditionelle Tabakzigarette. Ein weiterer Pluspunkt ist der frei wählbare Nikotingehalt. „Es gibt sogar nikotinfreie E-Zigaretten“, sagt Ralf Kremer. „Doch in der Regel enthalten die Liquide der E-Zigaretten das süchtigmachende Nikotin. Sie können somit auch in eine Abhängigkeit führen.“ Die E-Shisha enthält grundsätzlich weder Tabak noch Nikotin. Deshalb war sie bis vor kurzem ohne Altersbeschränkung frei verkäuflich.

E-Shishas endlich unterm Jugendschutzgesetz

„E-Shishas werden als harmlos vermarktet“, kritisiert Kremer. „Da sie nikotinfrei sind und cool wirken, fühlen sich vor allem Teenager angesprochen. Doch was so ungefährlich daherkommt, erleichtert den Einstieg ins Rauchen.“ Kritisch sieht Kremer auch die Zusammensetzung der Flüssigkeit, denn die vielen Aromastoffe können gesundheitsschädlich wirken. Um den Nachwuchs vor diesen Stoffen zu schützen, gilt nun für alle E-Produkte ein gesetzliches Abgabeverbot für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Gesetzlich bestehende Rauchverbote gelten sowohl für E-Zigarette als auch für E-Shisha. 

Wie gefährlich ist das Verdampfen?

„Wir warnen generell vor dem Gebrauch der E-Zigarette oder E-Shisha“, so der DAK-Experte. „Es ist nicht erwiesen, dass diese neuen Trends gesundheitlich unbedenklich sind. Beide Produkte sind noch nicht lange genug auf dem Markt, um verlässliche Aussagen zu medizinischen Langzeitwirkungen zu machen.“ Ein weiterer Punkt gegen die E-Zigarette ist für Kremer das häufig genutzte Argument dafür: „Es ist nicht belegt, dass der Konsum der E-Zigarette wirklich dabei hilft, vom herkömmlichen Rauchen loszukommen. Gesund ist nur, gar nicht zu rauchen.“ 

Die Basis der Liquide ist Propylenglykol. Nach Erkenntnissen des Deutschen Krebsforschungszentrums reizt das inhalierte Propylenglykol zeitweise die Atemwege und Schleimhäute. Dies lässt vermuten, dass der dauerhafte Konsum weitere Schädigungen verursachen kann. Außerdem: Der in den meisten Liquiden der E-Zigarette enthaltene Suchtstoff Nikotin gilt als Nervengift und führt nachweislich zur Abhängigkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Problematische Aromastoffe in E-Zigaretten und E-Shishas 

„Die Substanzen der Liquide für die E-Produkte sind problematisch“, sagt Kremer. „Es gibt keine einheitlichen Standards für die Zusammensetzung und Qualität. Welche Folgen das hat, ist noch nicht abzusehen." Dem Liquid sind häufig verschiedene Aromastoffe hinzugefügt, die neugierig machen. Doch dabei werden oft Grenzwerte überschritten. Vermutet werden allergische Reaktionen. Auch ist nicht sicher, ob nur die angegebenen und keine weiteren Inhaltsstoffe enthalten sind. Kremer: „Richtlinien, die Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen für nikotinhaltige E-Zigaretten festlegen, gibt es bereits. Doch leider noch nicht für nikotinfreie E-Produkte.“ 

Passivrauchen mit E-Zigaretten

Ein häufig genannter Vorteil der E-Zigaretten ist der fehlende Zigarettengeruch. Doch auch der Dampf hat es in sich: Beim Verdampfen gelangen kleine Partikel in die Raumluft und können von Dritten eingeatmet werden. Das Propylenglykol in der Raumluft kann zu vorübergehenden Reizungen der Augen und Atemwege von Unbeteiligten führen. „Gesundheitsrisiken beim passiven Einatmen können somit nicht ausgeschlossen werden“, warnt der DAK-Experte Kremer. „Zudem ist unklar, in welcher Zusammensetzung der von E-Zigaretten erzeugte Dampf von den Nutzern ausgeatmet wird." 

E-Shishas und E-Zigarette: Einstieg zum Rauchen?

Der DAK-Experte sieht beim Ausprobieren der neuen Produkte gerade bei Jugendlichen auch die Gefahr dabeizubleiben und irgendwann auf Tabakzigaretten umzusteigen. „Es ist zwar nicht nachgewiesen, dass der Konsum von E-Zigaretten der Beginn einer Raucherkarriere ist“, so der Sucht-Fachmann. „Allerdings können wir davon ausgehen, dass die Hemmschwelle nach der Nutzung von E-Shishas oder E-Zigaretten für den Konsum von traditionellen Zigaretten heruntergesetzt ist.“ Vor allem die Produkte mit Nikotin können in eine Abhängigkeit führen. 

DAK-Gesundheit unterstützt den Rauchstopp – ohne E-Zigarette

Dass elektrisches Verdampfen generell gesünder ist als das Rauchen der Tabak-Zigarette, stimmt zwar, aber für gesund hält Kremer es trotzdem nicht. „Wir können die E-Zigarette nicht als Mittel zum Rauchstopp empfehlen“, so Kremer. Ein rauchfreies Leben erfordere vor allem eine Verhaltensänderung, um die psychische Abhängigkeit zu überwinden. Beim Umstieg auf die E-Zigarette werden vom Rauchen gewohnte Rituale und Gewohnheiten jedoch beibehalten. 

Ob E-Zigarette, E-Shisha oder gewöhnliche Tabakprodukte – die DAK-Gesundheit unterstützt Ihren Rauchstopp und beteiligt sich an den Kosten für zertifizierte Raucherentwöhnungskurse. Ausführliche Informationen rund um das Thema Rauchen finden Sie unter: Rauchstopp. Speziell für Jugendliche bietet das Programm „just be smokefree" Tipps und viele gute Gründe, um rauchfrei zu bleiben.

Zuletzt aktualisiert:
Fri Jun 10 09:41:43 CEST 2016

Weitere Informationen

  • Just be smokefree

    Für alle, die rauchen und aufhören möchten.

    Das DAK-Rauchstopp-Programm für Jugendliche und junge Erwachsene.

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