Auch wer an Diabetes mellitus Typ 1 erkrankt ist, kann ein erfülltes Leben führen – dank guter Versorgung.

Diabetes mellitus Typ 1: Zu viel Zucker im Blut

Wie Sie trotz der chronischen Krankheit gut leben können

Wer an Diabetes mellitus Typ 1 erkrankt ist, muss ein Leben lang auf seine Blutzuckerwerte achten - denn ein erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt auf Dauer Blutgefäße, Nerven und Organe. Damit steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenschäden, Erblindungen und Durchblutungsstörungen bis hin zu Amputationen.

Um diese schweren Folgeerkrankungen zu vermeiden, müssen Betroffene ein Leben lang ihren Blutzucker messen und Insulin von außen zuführen. Das erfordert viel Disziplin - ermöglicht aber andererseits auch ein weitgehend gesundes Leben. Lesen Sie hier, welche Vorsorge- und Therapiemöglichkeiten wie beispielsweise unser spezielles Diabetiker-Programm Ihnen helfen, so gut wie möglich mit Diabetes mellitus Typ 1 zu leben.

Symptome

DAK-Arzt Dr. Mark Dankhoff erklärt, wie es zu einer Diabetes mellitus Typ 1 Erkrankung kommen kann.

DAK-Experten Dr. Mark Dankhoff

Ein Diabetes mellitus Typ 1 entwickelt sich oft aus heiterem Himmel, sagt DAK-Mediziner Dr. med. Mark Dankhoff: „Patienten verspüren von einem Tag auf den anderen unstillbaren Durst und unnormal häufigen Harndrang. So versucht der Körper, den zu hohen Anteil an Traubenzucker (Fachausdruck: Glukose) im Blut auszuscheiden. Wer häufig Wasser lassen muss, hat auch starken Durst – beide Symptome hängen also eng zusammen.“

Ursachen der Diabetes mellitus Typ 1-Erkrankung

Woher kommt der zu hohe Anteil an Glukose im Blut? Normalerweise sorgt das körpereigene Hormon Insulin dafür, dass der Stoffwechsel funktioniert: Durch Essen und Trinken aufgenommener Zucker kann in die Körperzellen transportiert und in Energie umgewandelt werden. Bei einem Mangel an Insulin jedoch bleibt die Glukose im Blut zurück und verursacht verschiedene Beschwerden.

Warnsignale, die auf die Notwendigkeit einer Therapie hindeuten

Neben auffälligem Durst und Harndrang sind auch folgende Anzeichen typisch für einen Diabetes mellitus Typ 1:

  • Der Atem riecht nach Nagellack: Azeton kennt man aus der Lackabteilung des Baumarkts oder der Drogerie, da es als Lösungsmittel für Harze, Fette und Öle dient. Auch überreifes Obst kann nach Azeton riechen. Riecht aber der Atem danach, sollte man sofort zum Arzt gehen: Bei akutem Diabetes Typ 1 baut der Körper verstärkt Fettzellen ab, um seinen Energiebedarf zu decken. Als „Nebenprodukt“ entsteht Azeton. Wird Insulinmangel nicht schnellstens behandelt, drohen eine Übersäuerung des Blutes (Azidose) und im schlimmsten Fall diabetisches Koma.
  • Die Haut ist trocken und juckt: Dieses Symptom ist Folge des Flüssigkeitsmangels.
  • Wundheilung: verzögert sich Die Haut ist schlecht durchblutet, weshalb Wunden schlechter heilen.
  • Müdigkeit: Der gesamte Stoffwechsel ist im Ungleichgewicht, die Energieversorgung der Zellen ist gestört – deshalb wird man schnell müde.
  • Verlust an Körpergewicht: Da die Zellen nicht mehr ausreichend mit Glukose versorgt werden, bedient sich der Organismus am Körperfett – man nimmt ab.
  • Häufige Infektionen: Auch das Immunsystem wird schwächer, und Betroffene bekommen häufiger eine Infektion, etwa Blasenentzündung; typisch sind auch Fußpilz und Parodontitis (Zahnfleischentzündung).
  • Weitere Anzeichen: Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Schwindelgefühle.

Leistungen der DAK-Gesundheit bei Diabetes mellitus Typ 1

Zeigen sich eine oder mehrere dieser Symptome, sollten Sie so bald wie möglich Ihren Hausarzt kontaktieren, der Bluttests durchführt und die Diagnose stellt. Sollte es sich wirklich um Diabetes handeln, haben Sie die Möglichkeit, sich in unser Gesundheitsprogramm Gesundheitsprogramm für Typ-1-Diabetiker einzuschreiben, um von Anfang an medizinisch bestens versorgt zu werden.

Ursachen

Der Grund der Erkrankung ist – unabhängig vom Alter – immer gleich: Zellen in der Bauchspeicheldrüse werden vom eigenen Immunsystem zerstört. Deshalb produziert sie kein oder nicht genug Insulin, das für den Zuckerabbau sorgt – und die Glukose bleibt im Blut. Warum es zu einer Abwehrreaktion kommt, darüber rätseln Mediziner. Klar ist jedoch: Um den Glukosespiegel im Gleichgewicht zu halten, müssen Patienten ein Leben lang von außen Insulin hinzufügen.

Ursachen des Diabetes mellitus Typ 1

Mit falscher Lebensführung hat Diabetes mellitus Typ 1 nichts zu tun - im Gegensatz zum häufigeren Diabetes Typ 2. Dagegen könnten die Gene eine Rolle spielen, denn in manchen Familien tritt Typ-1-Diabetes häufig auf. Auch Virusinfektionen oder Umwelteinflüsse sollen die Krankheit zumindest forcieren, vermuten Experten. Gesicherte Erkenntnisse gibt es allerdings nicht.

Folgen des Diabetes mellitus Typ 1

Neben typischen Symptomen verursacht Insulinmangel außerdem Langzeit-Folgen: Die überschüssige Glukose im Blut verbindet sich mit Eiweißen; diese Verbindungen lagern sich in den Gefäßwänden ab und behindern den Blutfluss. Es drohen Durchblutungs- und Sehstörungen, Nierenschäden, Fußamputationen und andere Folgeerkrankungen.

Nachweis des Diabetes mellitus Typ 1

Ein Diabetes mellitus lässt sich über Blutzucker-Tests erkennen. „Liegt der Zuckerwert im Blut – gemessen nach einer Mahlzeit – bei über 200 Milligramm pro Deziliter, so deutet das auf eine Erkrankung hin. Tags darauf wird noch einmal im nüchternen Zustand gemessen. Hier sind 126 mg/dl die Grenzmarke, normal sind Werte unter 100 mg/dl“, erklärt DAK-Arzt Dr. Mark Dankhoff. Endgültige Sicherheit gibt ein Langzeit-Test: Per Blutprobe wird der sogenannte HbA1c-Wert ermittelt. Nicht-Diabetiker haben Werte zwischen 4 und 6 Prozent. Ein höherer Wert und Antikörper im Blut weisen auf einen Diabetes mellitus Typ 1 hin.

Therapie

Wer an Diabetes mellitus Typ 1 leidet, muss täglich das Hormon Insulin spritzen, um starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels zu verhindern. Auch gefährliche Folgeerkrankungen lassen sich dadurch in den Griff bekommen. Dabei ist es wichtig, die Insulin-Menge genau zu dosieren, sonst drohen Schädigungen der Organe, warnt DAK-Arzt Dr. Mark Dankhoff: „Durch einen schlecht eingestellten Diabetes könnte die Niere versagen, feine Gefäße in der Augen-Netzhaut könnten zerstört und Nerven geschädigt werden, das Tastgefühl und Schmerzempfinden verlorengehen. Auch der sogenannte "diabetische Fuß" gehört zu den gefährlichen Folgen der Gefäß- und Nervenschädigungen“

Exakt dosieren

Der Nüchtern-Glukose-Wert sollte weder über 120 mg/dl ansteigen noch zu stark abfallen. Beide Stoffwechsel-Entgleisungen können zu Bewusstlosigkeit führen und lebensbedrohlich sein – in beiden Fällen über 112 den Notarzt rufen!

So weit muss es nicht kommen, denn der Körper sendet meist Warnsignale: Unterzuckerung deutet sich zum Beispiel durch Herzrasen, Schweißausbrüche und starkes Hungergefühl an; Überzuckerung durch starken Durst und Harndrang.

Richtig messen und spritzen

„Neu-Diabetiker“ müssen den Umgang mit Blutzucker-Messgeräten und Insulin-Gaben erst lernen. Zum Beispiel ist es wichtig, das Hormon nicht direkt ins Muskelgewebe zu spritzen, damit es nicht zu schnell verstoffwechselt wird – sonst droht Unterzuckerung. Als Gegenmaßnahme für solch einen Fall sollten Betroffene immer Traubenzucker bei sich haben.

Wichtig: Diabetiker müssen ihren Insulinbedarf regelmäßig messen. Wer einen unregelmäßigen Lebensrhythmus hat, für den ist beispielsweise eine Insulinpumpe am Körper gut geeignet, den Insulinbedarf zu ermitteln. Sportler müssen vorher und nachher ihre Insulingaben reduzieren, da der Körper beim Sport verstärkt Energiereserven und damit auch Blutzucker abbaut.

Leistungen der DAK-Gesundheit

Diabetiker müssen mit weiteren Erkrankungen rechnen, wenn sie ihre Blutzuckerwerte nicht im Griff haben. Für sie ist es sehr wichtig, selbst zum Experten ihrer Erkrankung zu werden und den richtigen Umgang mit ihr zu erlernen. Die DAK-Gesundheit bietet deshalb ein spezielles Gesundheitsprogramm für Typ-1-Diabetiker an, für das Ärzte, Kliniken und Ernährungsberater eng zusammenarbeiten – jeweils koordiniert durch den Diabetologen. Angeboten werden zum Beispiel Schulungen, in denen Patienten etwa den richtigen Umgang mit einer Insulinpumpe lernen sowie ihren Insulinbedarf exakt zu ermitteln.

Diabetes-Sensor

Die DAK-Gesundheit stattet Diabetes-Patienten mit dem Messsystem FreeStyle Libre aus – insofern deren Krankheit Diabetes mellitus eine regelmäßige Insulinzugabe erfordert. Außerdem muss ein Vertragsarzt auf einem Kassenrezept bestätigen, dass die Versorgung mit dem Flash Glukose Messsystem notwendig ist.

Weitere Informationen zu Diabetes mellitus Typ 1

Umfangreiche Infos für Typ-1-Diabetiker und ihre Angehörigen bietet auch die DAK-Broschüre Diabetes mellitus Typ 1.

Zuletzt aktualisiert:
Wed Aug 31 09:18:59 CEST 2016
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