Darmkrebs erkennen Ärzte meist durch eine Darmspiegelung.

Darmkrebs erkennen: Eine Darmspiegelung kann Leben retten

Warum Sie sich nicht vor der Darmkrebsvorsorge drücken sollten

Darmkrebs erkennen ist wichtig: Das Robert Koch-Institut meldet jährlich über 69.000 Neuerkrankungen in Deutschland, rund 26.000 Menschen sterben pro Jahr an den bösartigen Schleimhautwucherungen im Dickdarm oder Enddarm oder an den selteneren Krebserkrankungen des Afters. Per Darmspiegelung lässt sich Darmkrebs erkennen und sogar schon im Vorfeld verhindern, weil Vorstufen, die sogenannten Polypen, bei der Untersuchung gleich entfernt werden können. Natürlich gibt es weitaus angenehmere Termine im Leben als eine Darmspiegelung – aber nur wenige, die so sinnvoll sind.

Wissens­wertes

Wissenswertes über Darmkrebs


Darmkrebs (Fachbegriff: kolorektales Karzinom) ist die zweithäufigste Tumorerkrankung hinter Brustkrebs (Frauen) und Prostatakrebs (Männer) und auch die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Es gilt, die Anzeichen von Darmkrebs möglichst frühzeitig zu erkennen: Die Heilungschancen mit Fünf-Jahres-Überlebensrate von 40 bis 60 Prozent hängen entscheidend von dem Stadium ab, in dem die Erkrankung entdeckt wird. Über die Hälfte der Patienten erkrankt ab dem 70. Lebensjahr, nur 10 Prozent sind jünger als 55. Männer sind etwas häufiger von Darmkrebs betroffen als Frauen, vor allem bei Karzinomen des Enddarms. 

Darmkrebs erkennen – Das sind die Symptome


Darmkrebs-Symptome bleiben meist längere Zeit aus. Warnzeichen beziehungsweise frühe Symptome von Darmkrebs sind Durchfall oder Verstopfung, die lange anhalten oder im Wechsel auftreten, Blut oder Schleim im Stuhl, Darmkrämpfe sowie quälende Blähungen. Dies sollte immer ärztlich abgeklärt werden. Hinter den vermeintlichen Hinweisen auf Darmkrebs kann auch eine chronisch entzündliche Darmerkrankung stecken (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn), Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) oder Laktoseintoleranz. Blutende Tumore verursachen mitunter eine Anämie (Blutarmut), begleitet von Müdigkeit und allgemeiner Schwäche. Auch typisch für Darmkrebs: Gewichtsverlust bis hin zur Auszehrung. Wenn sie den Darm merklich verengen, verursachen Tumore auch Schmerzen. 

Darmkrebs erkennen: Wie hoch ist eigentlich mein Risiko?
 

Risikofaktoren für Darmkrebs sind:

  • das Alter. Sehr alte Menschen sind besonders gefährdet, an Darmkrebs zu erkranken.

  • bestimmte Darmpolypen, aus denen sich bösartige Tumore entwickeln

  • familiäre Vorbelastung. Wenn in der Familie in direkter Linie Darmkrebs auftrat, verdreifacht sich das Erkrankungsrisiko – und steigt noch an, wenn der Patient beim Erkennen seines Darmkrebses unter 50 war. Auch Gebärmutterkrebs- oder Magenkrebsfälle bei jüngeren Verwandten erhöhen das Risiko für Darmkrebs.

  • Adipositas

  • Bewegungsmangel

  • fett- und fleischreiche Ernährung

  • Rauchen. Raucher erkranken mehr als doppelt so häufig.

  • regelmäßiger Alkoholkonsum

  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Diagnose

Darmkrebs erkennen: So verläuft die Diagnose


Unangenehm, peinlich, vielleicht sogar schmerzhaft: Die Methoden, mit denen man Darmkrebs erkennen kann, wirken nicht eben verlockend. Unterm Strich sind sie aber nichts, was Sie nicht aushalten könnten. Um den Magen-Darm-Trakt auf Veränderungen hin zu beurteilen, kann der Arzt den Bauch abhören oder abklopfen und mögliche Widerstände abtasten. Besonders wichtig, um Darmkrebs erkennen und behandeln zu können: die Untersuchung des Enddarms mit dem Finger sowie Tests auf verstecktes (okkultes) Blut im Stuhl. Wertvolle Hinweise für das Erkennen von Darmkrebs kann auch ein Blutbild geben. 

Eine Darmspiegelung bringt Gewissheit 


Darmkrebs sicher erkennen oder ausschließen – ohne Spiegelung (Koloskopie) ist das kaum möglich. Zeigen sich bei den beschriebenen Verfahren Auffälligkeiten, ist eine Darmspiegelung in jedem Fall empfehlenswert. Am Vortag der Untersuchung bekommen Sie eine Abführlösung und müssen viel trinken. Bei der Spiegelung führt dann Ihr Arzt ein Endoskop in Ihren Darm ein, einen fingerdicken Schlauch mit einer kleinen Kamera. Sie müssen davon nichts mitbekommen, auf Wunsch versetzt ein Medikament Sie in einen Dämmerschlaf. Das Risiko für Komplikationen bei einer Darmspiegelung ist gering. Großer Pluspunkt ist, dass eventuelle Krebsvorstufen noch während der Untersuchung entfernt werden können. Gelingt es, Darmkrebs in einem frühen Stadium zu erkennen, was nur mit einer Darmspiegelung möglich ist, liegen die Heilungschancen bei nahezu 100 Prozent. 

So geht es bei Verdacht auf Darmkrebs weiter

Bei Krebsverdacht werden Gewebeproben entnommen (Biopsien). Wenn sich der Verdacht auf Darmkrebs bestätigt, wird mit Hilfe von Ultraschall, Computertomografie (CT) und/oder Kernspintomografie (MRT) untersucht, wie groß der Tumor ist und ob es Metastasen gibt. Dazu wird auch die Lunge geröntgt. Bei bösartigen Tumoren des Enddarms kommt noch eine Endosonografie hinzu, die zeigt, wie tief der Tumor eingedrungen ist und ob es in der Umgebung vergrößerte Lymphknoten gibt.

Therapie

Therapie bei Darmkrebs


Meist wird bei Darmkrebs der Tumor operiert, auch im fortgeschrittenen Stadium, damit es nicht zu quälenden Komplikationen wie einem Darmverschluss kommt. Eventuell findet vorab eine Chemotherapie oder Chemo- plus Strahlentherapie statt, um den Tumor zu verkleinern. Bei der Operation entfernt man den betroffenen Darmabschnitt mit den dazugehörigen Lymphknoten in der Regel komplett. Dies beeinträchtigt den Patienten üblicherweise nicht sonderlich. Allerdings muss manchmal – je nach Lage des Tumors – vorübergehend oder dauerhaft ein künstlicher Darmausgang angelegt werden. 

Sind Lymphknoten vom Darmkrebs betroffen?
 

Bei krebsfreien Lymphknoten folgt auf die Operation meistens keine weitere Behandlung. Andernfalls empfiehlt sich eine Chemotherapie oder eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie. Bei fortgeschrittenem Darmkrebs ist eine zusätzliche sogenannte Immuntherapie mit Antikörpern zugelassen, die das Wachstum der Krebszellen blockieren.

DAK-Gesundheit

Darmkrebs erkennen: Die Früherkennungsangebote der DAK-Gesundheit


Ab dem Alter von 50 kann jeder Kunde der DAK-Gesundheit seinen Enddarm durch den Arzt abtasten lassen – zunächst einmal pro Jahr. Ein Test auf verstecktes Blut im Stuhl gehört dann ebenfalls zur jährlichen Früherkennung. Ab 55 Jahren haben Patienten dann die Wahl: zwischen einer Darmspiegelung zweimal im Abstand von zehn Jahren oder alle zwei Jahre einem Stuhlbluttest. Nutzen Sie diese Möglichkeiten, Darmkrebs frühzeitig zu erkennen – es lohnt sich!

Wenn Sie betroffen sind


Sollten die Ärzte bei Ihnen tatsächlich Darmkrebs erkennen, haben Sie sicher viele Fragen: Wie geht es nun weiter? Wo bin ich in den besten Händen? Wie läuft es mit dem Krankengeld? Das Versorgungsmanagement  der DAK-Gesundheit ist gerne für Sie da – wenden Sie sich einfach an Ihren Gesundheitsberater vor Ort.

Zuletzt aktualisiert:
Fri Jun 10 13:42:43 CEST 2016

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