Darmerkrankungen nehmen immer weiter zu

Darmerkrankungen erkennen und behandeln

Wenn der Darm nicht mehr richtig funktioniert

Wenn Darmprobleme länger anhalten, liegt meist eine ernsthafte Darmerkrankung hinter den Symptomen. Krankenkassenstudien belegen, dass über 420.000 Menschen in Deutschland an einer Darmerkrankung leiden. Und dies ist nur die belegbare Zahl derer, bei denen chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) erkannt und behandelt wurden. Die Dunkelziffer kann noch viel höher liegen. Die Statistik zeigt auch, dass die Erkrankungen des Darms deutlich zunehmen. „Umso wichtiger ist es, dass über mögliche Erkrankungen und Behandlungsmethoden aufgeklärt wird“, erklärt DAK-Experte Dr. Mark Dankhoff. 

Eine Darmerkrankung erkennen

Um Erkrankungen des Darms zu erkennen, gibt es verschiedene gastroenterologische Untersuchungen. Treten Darmbeschwerden wie Durchfälle, Bauchschmerzen, starke Gewichtsabnahmen oder andere Auffälligkeiten des Stuhlgangs bei Ihnen auf, sollten Sie Rat beim Internisten oder Gastroenterologen suchen. Dieser wird mit Ihnen eine Anamnese (Befragung zu Ihrer Vorgeschichte) durchführen, um zu prüfen, ob Darmerkrankungen in Ihrer Familie aufgetreten sind. Dafür ist es wichtig, dass Sie den Verlauf Ihrer Beschwerden genau beschreiben können. Bei der körperlichen Untersuchung ermittelt der Arzt dann durch Abtasten, ob Druckschmerzen am Bauch auftreten oder tastbare Verdickungen des Darms vorliegen. 

Laboruntersuchung bei Darmproblemen
DAK-Arzt Dr. Dankhoff informiert über Darmerkrankungen

Medizin-Experte Dr. Mark Dankhoff von der DAK-Gesundheit


Durch eine Laboruntersuchung kann der Arzt ermitteln, ob Entzündungen im Darm vorliegen. Eine erhöhte Anzahl der weißen Blutkörperchen und bestimmter Eiweißstoffe (wie das C-reaktive Protein) im Blutbild können dabei Anzeichen einer vorliegenden Darmerkrankung sein. 

Stuhlprobe abgeben: unangenehm, aber sinnvoll

Neben der Blutuntersuchung kann der Arzt auch eine Stuhlprobe zur Diagnostik heranziehen. Vielen Patienten ist die Abgabe einer Stuhlprobe unangenehm, aber unser Darminhalt kann viel über unsere Gesundheit verraten. Der Arzt kann bei der Stuhluntersuchung die Zusammensetzung des Stuhls prüfen. Er kann dadurch erkennen, ob Bakterien, Würmer oder andere Krankheitserreger im Stuhl vorhanden sind. „Zeigt die Probe, dass Blut im Stuhl ist, kann dies auf eine Darmentzündung oder Schleimhautvorwölbungen (Polypen) hinweisen“, klärt Dr. Mark Dankhoff auf. 

Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Bauchraums

Auch eine Ultraschalluntersuchung kann bei der Abklärung von Darmproblemen aufschlussreich sein. Durch den Ultraschall werden die Wände von Dünndarm und Dickdarm sichtbar gemacht. Der Arzt kann beispielsweise Ausstülpungen im Darm, sogenannte Divertikel, erkennen. Diese Darmverengungen können zum gefährlichen Darmverschluss führen, daher ist eine frühzeitige Abklärung durch den Arzt wichtig. Auch eine Blinddarmentzündung kann durch die Ultraschalluntersuchung erkannt werden. 

Ultraschall mit dem Endoskop

Neben dem Bauchultraschall gibt es noch die Möglichkeit der Diagnose von Darmerkrankungen durch Endosonografie. Hierbei wird ein Ultraschallsensor an einem Endoskop mit Kamera integriert, um noch tiefere Darmschichten betrachten zu können. 

Untersuchung des Abdomens: Röntgen, CT und MRT

Besteht der Verdacht auf eine Darmerkrankung, kann der Arzt eine Röntgenaufnahme des Bauches anordnen. Bei dieser Abdomenleeraufnahme werden Gasansammlungen im Bauchraum sichtbar. Auch ein Darmverschluss oder Darmdurchbruch kann bei der Röntgenuntersuchung erkannt werden. Dr. Dankhoff weist darauf hin, dass zur genaueren Darstellung von Fissuren, Ausstülpungen oder Geschwüren im Darm die Einnahme von Kontrastmitteln vor dem Röntgen notwendig sein kann. „Durch zeitversetzte Aufnahmen lässt sich so auch eine Aussage über die Darmbewegungen treffen“, so der Mediziner. Ein weiteres Diagnoseverfahren ist die Computertomographie (CT), welche zudem die den Darm umliegenden Strukturen zeigt. Eine bildliche Darstellung des Darms auch ohne Röntgenstrahlung ist durch eine magnetfeldbasierte Kernspintomographie (MRT) möglich. 

Darmspiegelung bei Darmbeschwerden

Durch eine Darmspiegelung (Koloskopie) kann der Arzt den Darmtrakt nicht nur bildlich sehen, sondern auch Gewebeproben entnehmen. Sie ist eins der wichtigsten Diagnosewerkzeuge für Ärzte zur Erkennung von Darmerkrankungen. Was die Koloskopie mit einem Endoskop beinhaltet und worauf Sie achten müssen, erfahren sie in unserem Artikel zur Darmspiegelung.

Zuletzt aktualisiert:
Mon May 30 14:18:44 CEST 2016

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