Colitis Ulcerosa ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, die Bauchkrämpfe verursacht

Colitis Ulcerosa erkennen und behandeln

Alles, was Sie über die chronisch entzündliche Darmkrankheit wissen sollten

Colitis Ulcerosa heißt wörtlich übersetzt in etwa „geschwürbildende Entzündung des Dickdarms“, erklärt DAK-Experte Dr. Mark Dankhoff. Anders als bei Morbus Crohn tritt diese chronisch entzündliche Darmerkrankung (CED) nur im Dickdarm auf. Krankenkassenstudien belegen, dass fast 200.000 Menschen in Deutschland an dieser Erkrankung leiden, die sich meist schon im Alter von 15 bis 35 Jahren zeigt. 

Ursachen von Colitis Ulcerosa

Die Ursachen für Colitis Ulcerosa sind nicht genau bekannt. Mediziner gehen zwar von einer möglichen erblichen Veranlagung aus, jedoch nicht so stark wie bei Morbus Crohn. „Es wird vermutet, dass Umwelteinflüsse wie beispielsweise eine übertriebene Hygiene Auslöser für diese Darmerkrankung sein können, da sie in weniger entwickelten Ländern kaum auftritt“, so der DAK-Experte. Studien zeigen auch, dass Colitis Ulcerosa nach einer Blinddarm-OP seltener oder abgeschwächter auftritt. Auch wenn Rauchen in vielerlei Hinsicht ungesund ist, zeigt sich dennoch bei Rauchern ein geminderter Schweregrad dieser Erkrankung. 

Wie erkennt man Colitis Ulcerosa?
DAK-Arzt Dr. Dankhoff informiert über Colitis Ulcerosa

Medizin-Experte Dr. Mark Dankhoff von der DAK-Gesundheit


Bei Colitis Ulcerosa wechseln sich starke Krankheitsschübe und beschwerdefreie Phasen ab. Diese Entzündung der Darmschleimhaut äußert sich durch häufigen Stuhldrang und Bauchkrämpfe. Der Stuhl ist dabei flüssig bis dünnflüssig und zeigt blutige und schleimige Spuren. Auch nachts können blutige Durchfälle auftreten.

Dr. Dankhoff erklärt, dass anhand der Häufigkeit der Durchfälle der Schweregrad der Colitis Ulcerosa eingeteilt werden kann. Etwa 60 Prozent der Erkrankten haben eine eher leichte Form, bei der hauptsächlich der Enddarm entzündet ist. Bis zu 5-mal täglich treten Durchfälle auf. Ein Viertel der Patienten haben einen mittelstarken Krankheitsverlauf mit 6- bis 8-mal blutig-schleimigem Durchfall täglich, Bauchkrämpfen und leichtem Fieber. Nur etwa 10 Prozent leiden an einer schweren Form der Colitis Ulcerosa. Bei einem solchen schweren Schub tritt der Durchfall mehr als 8-mal täglich auf. Hinzu kommen hohes Fieber und einen erhöhter Herzschlag, wodurch die Patienten blass und kraftlos sind.

Anders als bei Morbus Crohn treten bei Colitis Ulcerosa weniger häufig auch Symptome außerhalb des Darms auf. Diese sind:

  • Knochenabbau (Osteoporose)

  • Entzündungen der Augen oder Gelenke

  • Hautgeschwüre (besonders Vorderseite Unterschenkel)

  • Lebererkrankungen

  • Gewichtsabnahme

Behandlung von Colitis Ulcerosa

Colitis Ulcerosa ist eine chronische Erkrankung, die nicht heilbar ist. Doch mit verschiedenen Behandlungsmethoden wird versucht, diese Darmerkrankung zumindest einzudämmen. „Um die Lebensqualität der Patienten zu erhöhen, werden entzündungshemmende Medikamente wie in verschiedenen Mesalzinformen eingesetzt“, erklärt Dr. Dankhoff. „Daneben werden auch Cortison-Präparate, Immunsuppressiva, Probiotika und Antikörper verwendet.“ Da der erkrankte Dickdarm über den After zugänglich ist, werden neben Tabletten auch Zäpfchen, Einläufe und Schäume zur Behandlung von Colitis Ulcerosa genutzt.

Schlägt die medikamentöse Behandlung nicht an, kann eine Operation erforderlich werden. Gründe dafür können ein Darmdurchbruch, starke Blutungen oder Darmkrebsvorstufen sein. Bei der Operation wird der Dickdarm entfernt und der Dünndarm mit dem After verbunden. Oftmals ist auch zumindest vorübergehend ein künstlicher Darmausgang nach einer solchen OP notwendig.

Durch die Entzündung des Dickdarms bei Colitis Ulcerosa und auch, wenn bei Morbus Crohn der Dickdarm erkrankt ist, ist das Risiko für Dickdarmkrebs erhöht. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle durch Spiegelungen des Dickdarms ratsam.

DAK-Mediziner Dr. Mark Dankhoff weist darauf hin, dass bei einer Erkrankung an Colitis Ulcerosa eine ballaststoffarme Ernährung empfohlen wird. „Ballaststoffe wie Vollkornprodukte, Kohl und Hülsenfrüchte können den Darm aufblähen und den Stuhlgang zusätzlich anregen.“ Auch scharfe Gewürze und Kaffee können sich negativ auswirken. Colitis-Erkrankte leiden vielfach auch unter Laktoseintoleranz und sollten daher Milchprodukte vermeiden.

Durch die häufigen Durchfälle und den entzündeten Darm können nicht alle Nährstoffe vom Körper aufgenommen werden, daher sollten die Patienten ergänzend Mineralien und Vitamine einnehmen.

Zuletzt aktualisiert:
Mon May 30 14:19:20 CEST 2016

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