Blasenentzündung: Jede zweite Frau leidet mindestens einmal in ihrem Leben darunter

Blasenentzündung: Ursachen und Behandlung

Hier erklärt DAK-Experte Dr. Mark Dankhoff, woher die Schmerzen kommen und warum Frauen häufiger betroffen sind als Männer

Eine Blasenentzündung trifft statistisch gesehen jede zweite Frau mindestens einmal im Laufe ihres Lebens. Warum das so ist und wie Sie die lästigen Schmerzen wieder loswerden, erklärt unser DAK-Experte und Mediziner Dr. Mark Dankhoff.

Was ist eine Blasenentzündung?

Eine Blasenentzündung ist eine Infektion der Harnblase. „Die Entzündung wird dabei in der Regel durch Bakterien namens Escherichia coli ausgelöst, die zwar zur normalen menschlichen Darmflora gehören, aber fälschlicherweise über die Harnwege in die Blase gelangen und dort eine Entzündung auslösen können“, erklärt DAK-Mediziner Dr. Dankhoff. In seltenen Fällen können aber auch Viren, Parasiten, Pilze oder die Nebenwirkungen einer Bestrahlung oder von Medikamenten die Verursacher sein. Begünstigt wird der Ausbruch oft durch Verkühlung, ein geschwächtes Immunsystem oder häufigen Geschlechtsverkehr.

DAK-Experte Dr. Mark Dankhoff erklärt, warum Frauen häufiger unter einer Blasenentzündung leiden

Dr. Mark Dankhoff, Arzt der DAK-Gesundheit

Warum kommen Blasenentzündungen häufiger bei Frauen vor?

Frauen leiden weitaus häufiger unter einer Blasenentzündung als Männer, weil ihre Intim-Region anders aufgebaut ist, denn die Harnröhre der Frau ist mit circa 4 cm sehr kurz im Gegensatz zur Harnröhre des Mannes (20-25 cm). Außerdem liegen beim weiblichen Körper der Harnröhrenausgang und der After näher beieinander, sodass eine Infektion der Harnwege mit den auslösenden Bakterien aus dem Darm begünstigt wird.

Tipps für die Behandlung der Blasenentzündung

Sobald sich die ersten Symptome einer Blasenentzündung bemerkbar machen, wie Schmerzen beim Harnlassen oder ein unangenehmes Ziehen im Unterbauch, kann man diesen erst einmal mit verschiedenen Erste-Hilfe-Maßnahmen entgegenwirken:

  • Trinken Sie viel. Zwei bis drei Liter sollten Sie täglich zu sich nehmen, um die Bakterien aus Ihrer Blase und den Harnwegen zu spülen. Hier erfahren Sie mehr übers Trinken und den Durstlöscher Wasser.
  • Gehen Sie regelmäßig auf die Toilette. Sie sollten Ihren Harndrang während einer Blasenentzündung nicht unterdrücken, aber die Blase auch nicht mit übermäßig häufigen Toilettengängen reizen.
  • Halten Sie sich warm. Eine Wärmflasche oder Sitzbäder wirken entspannend auf die Entzündung und helfen gegen die Schmerzen.
  • Verzichten Sie auf Zitrussäfte, Kaffee oder Alkohol. Die Inhaltsstoffe dieser Getränke reizen die entzündete Blase nur zusätzlich.

Helfen Cranberries bei Blasenentzündung?

In vielen Fällen scheinen Cranberries bei einer akuten Blasenentzündung zu helfen und vor allem auch vorbeugend zu wirken. Die Antioxidantien, die in der Cranberry in großen Mengen enthalten sind, sollen nämlich Entzündungen hemmen und die Bakterien bekämpfen, die eine Blasenentzündung auslösen. Es gibt allerdings nur wenige Studien, die diese Wirksamkeit eindeutig belegen. DAK-Mediziner Dr. Dankhoff ist aber sicher: „Wer zusätzlich zu den oben genannten Tipps regelmäßig Cranberry-Saft, Tabletten oder Pulver zu sich nimmt, schadet sich damit in jedem Fall auch nicht.“

Wann muss ich mit einer Blasenentzündung zum Arzt?

Auch wenn man eine Blasenentzündung in vielen Fällen mit Hausmitteln erst einmal selbst behandeln kann, sollen Sie in folgenden Fällen dringend einen Arzt aufsuchen: Wenn

  • Sie schwanger sind.
  • Sie zuckerkrank sind.
  • Sie Medikamente zu sich nehmen, die Ihr Immunsystem schwächen.
  • die Beschwerden länger als drei Tage anhalten.
  • Sie zusätzlich unter Fieber leiden. Achtung, in diesem Fall kann sich die Infektion auch auf die Nieren übertragen haben!
  • Sie regelmäßig Probleme mit Blasenentzündungen haben.

Blasenentzündung vorbeugen – am besten mit Verhütungs-Schutz und Intimpflege

Wenn die Blasenentzündung Sie erst einmal erwischt hat, sind die Schmerzen unangenehm und es braucht ein wenig Geduld, die Bakterien wieder loszuwerden. So weit muss es mit den richtigen Vorbeugungsmaßnahmen aber gar nicht kommen! Dabei spielt laut DAK-Mediziner Dr. Dankhoff vor allem die eigene Intimpflege und das richtige Verhalten beim Geschlechtsverkehr eine große Rolle. Denn wer auf seine Intimhygiene achtet und nach dem Stuhlgang immer von vorn nach hinten säubert sowie beim Sex ein Kondom verwendet und danach idealerweise direkt die Toilette aufsucht, der vermeidet bereits die häufigsten Infektionswege.

Außerdem sollten Sie grundsätzlich darauf achten, dass Sie viel trinken und sich nicht unterkühlen. Ebenso ist Unterwäsche aus Baumwolle haut- und intimbereichsfreundlicher als Synthetik- und Polyester-Stoffe: Sie lässt sich problemlos und hygienisch bei 60 Grad waschen, sodass einer Blasenentzündung vorgebeugt werden kann.

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Zuletzt aktualisiert:
Fri Aug 12 13:14:59 CEST 2016

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