Beschwerden der Adipositas: Fettleibigkeit geht häufig mit Begleiterkrankungen einher

Adipositas: Beschwerden und Begleiterkrankungen

Wie die Krankheit die Lebensqualität Betroffener senkt

Adipöse Menschen büßen auf körperliche, psychische und soziale Weise Lebensqualität ein. Die DAK-Gesundheit zeigt, wie schwer es adipöse Menschen im Alltag haben und mit welchen Herausforderungen sie täglich konfrontiert sind. Wir möchten verständlich machen, dass es bei der Krankheit nicht nur ums Essen geht, sondern vielmehr darum, die an Adipositas erkrankten Menschen zu verstehen und ihnen die Chancen aufzuzeigen, eine passende Therapie für sich zu finden.

Körperliche Beschwerden von Menschen mit Adipositas

Körperlich sind adipöse Menschen stark eingeschränkt: Oftmals können sie nur unter großen Beschwerden Treppen steigen, weil die Gelenke nach wenigen Stufen anfangen zu schmerzen. Als Normalgewichtiger kann man das nur erahnen, indem man sich vorstellt, einen mit Steinen gefüllten Rucksack zu tragen und viele Stockwerke nach oben zu steigen. Im Büro benötigen adipöse Menschen häufig einen sogenannten „Schwerlaststuhl“, der nicht nur ihr Gewicht von oftmals über 120 kg trägt, sondern darüber hinaus keine oder weit auseinanderliegende Armlehnen hat.

Körperliche Einschränkung führt in einen Teufelskreis

Anfängliche Rückenschmerzen werden, wenn Muskelaufbau und Gewichtsreduktion ausbleiben, zu chronischen Beschwerden. Die Gelenke, vor allem Hüfte, Knie und Füße, können die permanente Belastung auf Dauer nicht tragen. Bewegungsabläufe, die für Normalgewichtige als leicht eingestuft werden, sind für Menschen mit Adipositas zunächst unangenehm und dann schmerzhaft. So entsteht ein Teufelskreis aus weniger Bewegung – weil sie wehtut – und wiederum zunehmenden Beschwerden, weil die Bewegung fehlt.

Alltägliches wird zur unüberwindbaren Hürde

Es gibt viele weitere alltägliche Dinge, die Menschen mit Adipositas sehr schwer fallen: Das beginnt schon frühmorgens mit der Körperpflege, dem Sockenanziehen oder dem Schuhebinden. All dies stellt für an Adipositas erkrankte Menschen eine starke Anstrengung dar. Viele Betroffene meiden zudem öffentliche Verkehrsmittel und Restaurants, zum Beispiel aus Scham, mehr als einen Sitzplatz belegen zu müssen. Zu den körperlichen Einschränkungen kommen die bereits erwähnten gesundheitlichen, etwa Diabetes mellitus (Typ 2)

Psychische Beschwerden adipöser Menschen

Bei der psychischen Lebensqualität geht es bei adipösen Menschen zum einen um die persönliche Wahrnehmung ihrer selbst, zum anderen aber auch um bestimmte Verhaltensweisen, die die bestehende Adipositas noch verschlimmern.

Adipositas in der Jugend belastet Psyche

Schon Jugendliche nehmen ihren Gewichtsunterschied im Vergleich zu den Altersgenossen sehr sensibel wahr. Eine bereits vorhandene Adipositas beziehungsweise Übergewicht bei Jugendlichen ist ein erheblicher Risikofaktor für psychische Störungen und Verhaltensauffälligkeiten. Umgekehrt kann die psychische Belastung eine weitere Entwicklung der Adipositas begünstigen. So kommt es, dass sich bereits vorhandenes Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen bis zum Erwachsenenalter oft weiter erhöht und zu einer krankhaften Adipositas wird.

Essen wird zum dominierenden Gedanken

Die Adipositas manifestiert sich dann im Erwachsenenalltag: Oftmals drehen sich die Gedanken der Betroffenen nur noch um das Essen oder um das, was nicht verzehrt werden darf. Gegessen wird häufig aus Frust und Trauer – oder auch zur Belohnung. Das Sättigungsgefühl von adipösen Menschen nimmt ab, sodass oft größere Mengen verzehrt werden (müssen) als vom Körper eigentlich benötigt werden. Damit gerät das Gleichgewicht zwischen Energiezufuhr und -verbrauch aus der Balance. Viele Betroffene können nicht sagen, wann sie sich das letzte Mal „schön“, „gesund“ und „voller Energie“ gefühlt haben – das Thema Essen wird regelrecht zur Last.

Soziale Einschränkungen adipöser Menschen

Eng verknüpft mit den beiden Aspekten Körper und Lebensqualität ist die Reaktion des persönlichen Umfelds auf Menschen mit Adipositas: die soziale Dimension. Denn die Betroffenen sind einer erheblichen Stigmatisierung ausgesetzt. Viele adipöse Menschen erleben nicht nur im Berufsleben, sondern auch in der Freizeit negative Reaktionen und Beleidigungen. So werden im Sommer Schwimmengehen im Badesee, Fahrradausflüge, Wanderungen und Sonnenbaden unmöglich oder verlangen eine große Überwindung. Bei Firmenfeiern, auf Geburtstagen oder Hochzeiten trauen sich adipöse Menschen oftmals nicht, beim Essen zuzugreifen. Denn jedes Mal, wenn es etwas zu Essen gibt, fühlen sie sich von ihren Mitmenschen ganz besonders gemustert.

Demütigungen führen oftmals zu Isolation

Oftmals bemerken Betroffene, dass Menschen auf der Straße über sie herablassend sprechen, und nicht selten werden sie auch direkt angesprochen. Folglich beschreiben viele adipöse Menschen, dass sie sich scheuen, überhaupt vor die Tür zu gehen.

Die genannten Beispiele zeigen im Ansatz, wie sich die Adipositas auf die Lebensqualität und körperliche Gesundheit auswirken kann, und unterstreichen, dass Adipositas eine ernstzunehmende chronische Erkrankung ist, bei der es um viel mehr geht als nur ums Essen.

Adipositas: Hohes Risiko für schwere chronische Erkrankungen

Studien belegen, dass Adipositas als Auslöser für mehr als 60 Begleiterkrankungen gilt. Die Liste der Begleit- und Folgekrankheiten von Adipositas ist lang:

Adipositas begünstigt Diabetes

Menschen mit Adipositas haben ein sechsmal höheres Risiko, an Diabetes mellitus (Typ 2) zu erkranken, als Menschen mit Normalgewicht. Die Adipositas begünstigt Hormonstörungen, die bei Männern und Frauen zu unerfülltem Kinderwunsch führen können. Aber auch das Risiko, an Brust-, Nieren-, Darm- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken, wird durch die Adipositas stark erhöht.

Zuletzt aktualisiert:
Fri Sep 23 08:31:20 CEST 2016
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