Eine Frau, die Bauchschmerzen hat, drückt ihre Hände schützend vor den Bauch

Bauchschmerzen: Wenn es drückt und zwickt

DAK-Ärztin Dr. Susanne Bleich erklärt, woher die Schmerzen kommen und wann Sie zum Arzt gehen sollten 

Jeder leidet ab und zu an Bauchschmerzen. Unser Körper kann uns damit signalisieren, dass etwas in seinem Inneren nicht in Ordnung ist. Meist sind Bauchschmerzen harmlos und klingen schnell wieder ab. Es kann aber auch eine ernsthafte Erkrankung dahinter stecken. Unsere DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich erklärt, woher Bauchschmerzen kommen können und wann Vorsicht geboten ist. 

Bauchschmerzen sind häufige Beschwerden

Es gibt viele Auslöser für Bauchschmerzen: Das üppige Essen, Alkoholkonsum, Menstruationsbeschwerden oder ein Magen-Darm-Infekt – meistens sind die Ursachen eher harmlos. „Da im Bauchbereich viele Organe angesiedelt sind, können Schmerzen dort aber auch auf schwerwiegendere Erkrankungen zurückzuführen sein“, erklärt die DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich. 

Bauchschmerzen gehen häufig von Verdauungsorganen aus

„Vielfach entstehen Bauchschmerzen, wenn Probleme in den Verdauungsorganen vorliegen“, so Dr. Susanne Bleich. So können zum Beispiel Blähungen, Verstopfung oder auch Durchfall zu Bauchschmerzen führen. Ein Grund für solche Beschwerden können beispielsweise Nahrungsmittelunverträglichkeiten sein.

Auch durch Sodbrennen können Bauchschmerzen entstehen, wenn Magensäure in die Speiseröhre gelangt. Zudem können eine Gallenblasenentzündung oder Gallensteine Koliken mit sehr starken Schmerzen in der Bauchregion auslösen. Ursache von Bauchschmerzen könnten darüber hinaus auch eine vergrößerte Leber oder Beschwerden mit der Bauchspeicheldrüse sein. 

Plötzliche oder dauerhafte Bauchschmerzen
DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich klärt über Bauchschmerzen auf.

Dr. Susanne Bleich, Ärztin der DAK-Gesundheit


Treten die Schmerzen im Bauch allerdings plötzlich um die Nabelgegend und im rechten Unterbauch auf, kann dies auf eine akute Blinddarmentzündung hindeuten. Die DAK-Medizinerin erklärt weiter: „Bauchschmerzen können auch wiederkehrend auftreten, wie beispielsweise bei Patienten, die am Reizdarmsyndrom oder chronischen Darmerkrankungen wie Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn erkrankt sind.“ 

Weitere Ursachen von Bauchschmerzen

Auch andere Organe können Bauchschmerzen verursachen. Die Auslöser können unter anderem sein:

  • Harnwege oder Harnblase, z.B. Infektionen

  • Eingeklemmter Leistenbruch

  • Bindegewebeverwachsungen
  • Rippenfellentzündung
  • Herzinfarkt
  • Nierensteine
  • Krankheiten der Geschlechtsorgane

Wann zum Arzt?

Der Grund für Bauchschmerzen lässt sich anhand der Stelle und Stärke oftmals schon näher bestimmen. Können Sie die auftretenden Schmerzen durch Verlagerung des Körpers nicht selbst lindern oder kommen weitere Symptome wie Erbrechen, Fieber oder Blut im Stuhl hinzu, sollten Sie kurzfristig einen Arzt aufsuchen. Auch wenn die Schmerzen zwei Tage lang gering, aber unverändert bleiben, ist ein Arztbesuch zu empfehlen. 

Vorsicht bei akutem Bauch

Bei plötzlich auftretenden, sehr starken Schmerzen spricht man von einem akuten Bauch. Die Bauchregion wird dabei auffällig hart. „Diese Anzeichen deuten auf eine akute Notfallsituation hin, daher sollten Sie in einem solchen Fall sehr schnell ärztliche Hilfe aufsuchen“, warnt die Expertin Dr. Bleich. 

Bauchschmerzen bei Kindern

Kinder können ihre Schmerzen oft noch nicht genau deuten und so klagen die Kleinen vermehrt über Bauchweh. „Dies weist oft gar nicht auf eine Baucherkrankung hin, sondern kann auch eine Mittelohrentzündung, Mandelentzündung oder eine andere Kinderkrankheit sein“, weiß Dr. Bleich. „Auch psychischer Stress, der oftmals durch Angst ausgelöst wird, kann sich bei Kindern durch Bauchweh äußern.“ Bereits die ganz Kleinen leiden im Säuglingsalter vielfach unter schmerzhaften Bauchschmerzen. Diese sogenannten Dreimonatskoliken beginnen meist im ersten Lebensmonat und werden durch Nahrungsaufnahme ausgelöst, da der Darm mit der Verdauung noch überfordert ist. Weitere Hinweise zur Babyernährung erhalten Sie hier.

Diagnose bei Bauchschmerzen

Wird durch die Häufigkeit oder Schwere der Bauchschmerzen ein Arztbesuch notwendig, kann der Arzt zunächst durch Abtasten versuchen, den Schmerz näher zu lokalisieren. Anhand der Vitalzeichen wie Kreislauf und Atmung beurteilt er, ob eine akute Notfallsituation vorliegt. Zur genauen Einschätzung der Situation ist zunächst die Erhebung der Krankengeschichte hilfreich. „Für den Arzt ist es wichtig zu wissen, wann die Schmerzen auftraten, ob sie wiederkehrend sind oder in Zusammenhang mit dem Essen oder Bewegung auftreten“, erklärt DAK-Expertin Dr. Bleich. Kann anhand der Tastuntersuchung eine Vermutung angestellt werden, wird der Arzt weitere Untersuchungen zur Abklärung veranlassen. Diese können Laboruntersuchungen, Ultraschall, EKG, MRT, CT oder eine Magen- oder Darmspiegelung sein.

Zuletzt aktualisiert:
Mon May 30 15:43:39 CEST 2016

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