In neun von zehn Fällen tritt ein Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule auf.

Bandscheibenvorfall: Ursache, Diagnose und Therapie

Akute Schmerzen – wenn ein Rücken-Stoßdämpfer wegsackt

Bei einem Bandscheibenvorfall bricht das Innere der Bandscheibe heraus – meist gehen damit starke Rückenschmerzen einher. Im schlimmsten Fall können auch Lähmungen auftreten. Bei einem Bandscheibenvorfall reißt der äußere Faserring der Bandscheibe ein, so dass der flüssige Kern austreten und auf einen Nerv drücken kann. Lesen Sie hier mehr über Ursachen, Diagnosen und Therapie.

Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Mit den Jahren leidet die Elastizität der 23 Bandscheiben der Wirbelsäule, da der Wassergehalt sinkt. Das kann dazu führen, dass der Faserring rissig wird. Dieser Ring umgibt das innere der Bandscheibe: den Gallertkern. Bei Rissen im Faserring kann sich der Gallertkern nach außen verformen oder sogar ganz durchbrechen – in dem Fall handelt es sich um einen Bandscheibenvorfall.

DAK-Arzt Dr. Dankhoff informiert zum Thema Bandscheibenvorfall

Medizin-Experte Dr. Mark Dankhoff von der DAK-Gesundheit

Bandscheibenvorfall: Welche Symptome zeigen sich?

Bandscheibenvorfälle sind häufig schmerzhaft. Wie stark die Schmerzen sind, hängt davon ab, in welchem Bereich die Verletzung auftritt und ob Nerven involviert sind. „Wenn die aus der Bandscheibe ausgetretene Masse im Lendenwirbelsäulenbereich auf eine Nervenwurzel drückt, verursacht das anhaltende, stechende Schmerzen“, erklärt Medizin-Experte Dr. med. Mark Dankhoff. Bei einem Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule treten dagegen eher Nackenschmerzen auf, die bis in den Arm ausstrahlen können.

Taubheitsgefühl nach Bandscheibenvorfall

Bestimmte Nervenfunktionen können durch einen Bandscheibenvorfall kurzfristig ausfallen. Die gestörten Nerven lösen möglicherweise ein Kribbeln aus und es kann sich ein Taubheitsgefühl einstellen. Nervenfasern steuern aber auch motorische Bewegungsabläufe – wenn diese ausfallen, kommt es zu Lähmungserscheinungen. „Spätestens dann sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen“, rät Dankhoff.

Ursachen für den Bandscheibenvorfall

Ein Bandscheibenvorfall ist zunächst einmal eine ganz reguläre Begleiterscheinung des Älterwerdens. Die Bandscheiben verlieren mit den Jahren an Spannkraft und der Faserring kann brüchig werden. Es gibt jedoch bestimmte Faktoren, die diese Erkrankung begünstigen. „Zu langes Sitzen und ein Bewegungsmangel sind für die Bandscheiben schädlich – auch Übergewicht kann Bandscheiben auf Dauer belasten“, sagt Dankhoff.

Diagnose Bandscheibenvorfall

Zunächst erörtert Ihr Arzt die vorliegenden Symptome in einem ersten Gespräch. Danach folgt die Untersuchung, bei der kontrolliert wird, ob Nerven oder Nervenwurzeln verletzt oder entzündet sind. Ist dies der Fall, kann der Arzt leichter orten, welche Bandscheibe im Rücken betroffen ist. Die eindeutigste Diagnose liefert jedoch ein CT oder MRT: Sowohl bei der Computertomographie als auch bei der Magnet-Resonanz-Tomographie werden die Bandscheiben genau abgebildet und Schäden werden deutlich sichtbar.

Therapie und Behandlung vom Bandscheibenvorfall

In den meisten Fällen ist die konservative Therapie wirksam. Die konservative Therapie sieht vor, Schmerzen zu lindern und gleichzeitig die Beweglichkeit durch Physiotherapie beizubehalten. Daneben wird Wärme als Heilungsmittel auf der betroffenen Stelle eingesetzt. Viele Betroffene berichten auch, dass die Beschwerden von selbst nachlassen und Symptome nach einigen Wochen zum Teil ganz verschwinden. Nur wenn dies nicht der Fall ist und auch die konservative Therapie versagt oder Lähmungen auftreten, ist eventuell eine Operation nötig.

In neun von zehn Fällen: Lumbaler Bandscheibenvorfall

Ungefähr 90 Prozent der Bandscheibenvorfälle betreffen die Lendenwirbelsäule (LWS). Mediziner sprechen dann von einem lumbalen Bandscheibenvorfall.

Nicht so häufig: Bandscheibenvorfall Halswirbelsäule (HWS)

Ein Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule tritt deutlich seltener auf als in der Lendenwirbelsäule. Experten schätzen, dass nur in circa 10 Prozent aller Bandscheibenvorfälle der Halswirbelsäulen-Bereich betroffen ist.

Zuletzt aktualisiert:
Fri Aug 19 08:36:11 CEST 2016

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