Unterversorgung bei Herzinsuffizienz

Leitliniengerechte Therapie - für jeden dritten Patienten mit Herzinsuffizienz bisher nur Theorie / DAK-Daten zeigen bessere Versorgungsqualität von DMP-Teilnehmern

Eine aktuelle Auswertung von DAK-Versichertendaten hat einen dringenden Nachholbedarf in der leitliniengerechten Versorgung mit Betablockern bei Herzinsuffizienz festgestellt. So fand die Kasse heraus, dass jeder dritte Patient nicht den Vorgaben entsprechend versorgt wird.

„35 Prozent unserer Versicherten mit Herzinsuffizienz bekommen keine Betablocker verordnet, obwohl dies in den entsprechenden Leitlinien festgehalten ist“, erläutert DAK-Ärztin Elisabeth Thomas. Ganz anders ist es bei den DAK-Versicherten, die im Patientenbetreuungsprogramm (Disease Management Programm DMP) für Koronare Herzkrankheit mit dem Modul Herzinsuffizienz versorgt werden: Hier erhalten 83 Prozent Betablocker – Tendenz steigend. „Das zeigt uns, dass wir mit unserem Patientenbetreuungsprogramm auf dem richtigen Weg sind und gemeinsam mit den teilnehmenden Ärzten die Qualität der Patientenversorgung kontinuierlich verbessern“, so Thomas.

Leitliniengerechte Therapie als Qualitätsmarker – das ist das Ziel der DAK für ihre Versicherten. Denn: Die Leitlinienempfehlungen kommen auf der Grundlage von klinischen Studien zu den Ergebnissen, dass eine Therapie mit Betablockern in Kombination mit anderen Herz-Kreislaufmedikamenten die Symptomatik und Belastungstoleranz verbessert. Zudem verzögert sich der Krankheitsprozess und die Sterblichkeit wird gesenkt.

Früher kontraindiziert

Über die Gründe, warum manche Ärzte keine Betablocker verschreiben, lässt sich spekulieren. „Früher waren sie bei Herzinsuffizienz kontraindiziert, durften also nicht verordnet werden“, erläutert Thomas. „Die Wissenschaft hat aber gezeigt, dass diese Empfehlung längst überholt ist und die Patienten von der Behandlung profitieren.“ Ausgenommen sind Patienten, bei denen Unverträglichkeiten oder Gegenanzeigen wie Asthma bronchiale, gegen die Wirkstoffe vorliegen.

Betablocker – was ist das genau?

Betablocker (ß-Blocker, auch Betarezeptorenblocker) hemmen im Körper ß-Rezeptoren und damit die anregende Wirkung der sogenannten „Stresshormone“ (Adrenalin, Noradrenalin) und senken Herzfrequenz und Blutdruck.

Weitere Informationen gibt es unter www.versorgungsleitlinien.de/patienten/hiinfo. Mit dieser Patientenleitlinie „Herzschwäche“ werden die Empfehlungen der Nationalen Versorgungsleitlinie „Chronische Herzinsuffizienz“ für Betroffene verständlich gemacht.

Informationen zu den DAK-Disease-Management-Programmen (DMP) gibt es unter www.dak.de/dmp

Zuletzt aktualisiert:
Oct 28, 2013

Jörg Bodanowitz

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