Computer-Kids haben häufiger Schulprobleme

Studie der DAK-Gesundheit: Fast jeder 5. Jugendliche sitzt täglich mindestens sechs Stunden am Bildschirm

Surfen, gucken, spielen: Jugendliche verbringen viel Zeit am Computer oder Fernseher. Nach einer neuen Studie der DAK-Gesundheit sitzt fast jeder 5. Schüler täglich mindestens sechs Stunden vor dem Bildschirm. Diese Intensivnutzung ist häufig auch mit Schulproblemen verbunden. Das zeigt eine aktuelle Befragung von rund 6.000 Jungen und Mädchen zwischen elf und 18 Jahren, die die Leuphana Universität Lüneburg im Auftrag der Krankenkasse an 25 Schulen in sieben Bundesländern durchgeführt hat.

Laut Studie nutzen 15- und 16-jährige Schüler die Medien am meisten. In dieser Altersgruppe sitzen 23 Prozent täglich sechs oder mehr Stunden vor dem Computer oder Fernseher. Diese Intensivnutzer klagen besonders über Schulunlust und sind unzufriedener mit ihren Schulleistungen. Dies gilt insbesondere für die betroffenen Mädchen, bei denen fast jede Vierte nicht mit der eigenen Leistung zufrieden ist.

Ablenkung durch Medienkonsum

„Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass übermäßiger Medienkonsum häufiger zu Schulproblemen führen kann“, erklärt Dr. Cornelius Erbe von der DAK-Gesundheit. „Aber auch die umgekehrte Wirkung ist möglich: Wer Schwierigkeiten in der Schule hat, versucht sich möglicherweise mit einem hohen Medienkonsum abzulenken.“

Hauptschüler gucken besonders viel Fernsehen

Schüler von Haupt-, Real- und Regionalen Schulen verbringen im Vergleich zu anderen Schulformen die meiste Zeit am Bildschirm. Dies zeigt sich besonders beim Fernsehkonsum. Im Vergleich zu Gymnasiasten sitzen mehr als doppelt so viele Haupt- und Realschüler täglich mindestens drei Stunden vor dem Fernseher.

Intensivnutzer treffen sich häufiger mit Freunden

Die viele Zeit vor dem Bildschirm hat keine Auswirkungen auf die Anzahl der Freunde. Mehr als 90 Prozent aller Befragten haben zum Beispiel vier oder mehr Freunde. Die Intensivnutzer treffen sich aber häufiger mit Freunden. 61 Prozent der befragten Intensivnutzer treffen sich dreimal oder öfter in der Woche mit ihren Freunden im Vergleich zu 47 Prozent der Geringnutzer von Medien. Dies weist darauf hin, dass Medien oft gemeinsam genutzt werden, zum Beispiel beim Computerspielen. Allerdings sind Intensivnutzer auch deutlich weniger körperlich aktiv und nehmen seltener an organisierten Freizeitangeboten teil.

Nutzung sozialer Netzwerke wichtig für Jugendliche

„Die Nutzung von Medien und sozialen Netzwerken ist für Kinder und Jugendliche ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens“, erklärt Projektmitarbeiterin und Diplom-Psychologin Ina Cramer von der Leuphana Universität Lüneburg. Der Umgang mit dem Internet sei verantwortlicher als oftmals angenommen werde. Wenn allerdings die schulischen Leistungen und das schulische Interesse unter der täglichen intensiven Nutzung leiden, sollten Eltern und Lehrkräfte das Gespräch mit den Jugendlichen suchen. Grundlage sei die Bereitschaft, auch der Erwachsenen, sich mit den neuen Medien zu beschäftigen.

Medienkompetenz als Bestandteil der Lehrerausbildung

Aus Sicht von DAK-Gesundheit und Leuphana Universität haben die Schulen in der Prävention von Risikoverhalten eine besondere Rolle. Pädagogische Fachkräfte oder Lehrkräfte sollten in der Vermittlung von Medienkompetenzen geschult werden. Der kritischen Reflektion von Medien, ihren Funktionen und ihren Inhalten kommt zukünftig eine wichtige Rolle zu.

Gesundheits-Initiative mit 30 Schulen

Die aktuelle Studie „Medienkonsum von Schülerinnen und Schülern“ entstand im Rahmen der DAK-Initiative „Gemeinsam gesunde Schule entwickeln“. Dabei begleitet und berät die Leuphana Universität Lüneburg für die Krankenkasse bundesweit 30 Schulen, die sich für das dreijährige Projekt beworben haben. Die Gesundheitsziele werden von jeder Schule individuell festgelegt. Grundlage ist eine umfassende Befragung von Schülern, Lehrern und Eltern zum Schulalltag und Schulklima. An den Befragungen im Mai 2008, Mai 2009 und Mai 2010 haben sich insgesamt 5.840 Schüler und 1.293 Lehrer von neun Haupt-, Real- und Regionalen Schulen, drei Gesamtschulen, sieben Gymnasien und sechs Berufsschulen beteiligt.

Zuletzt aktualisiert:
Thu Sep 26 11:40:25 CEST 2013

Jörg Bodanowitz

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