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Beiträge für versicherungspflichtige Rentner

Wenn Sie als Rentner bei der DAK-Gesundheit versichert sind, richtet sich Ihr Beitrag nach folgenden Sätzen:

Krankenversicherung 2017

Kassenindividueller Gesamtbeitragssatz für Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung

 

16,1 %
Anteil Rentenversicherungsträger: 7,3 %
Anteil Rentner: 8,8 %

Kassenindividueller Gesamtbeitragssatz für ausländische gesetzliche Renten

8,8 %

Kassenindividueller Gesamtbeitragssatz für Versorgungsbezüge und Arbeitseinkommen

16,1 %
Pflegeversicherung 2017
Allgemeiner Beitragssatz2,55 %
Der Beitrag ist allein vom Mitglied/Rentner zu tragen
Beitragssatz für Kinderlose nach dem Kinderberücksichtigungsgesetz

2,8 %
Der Beitrag ist allein vom Mitglied/Rentner zu tragen

Kapital­leis­tungen

Beitragspflicht für Kapitalleistungen

Mit der Gesundheitsreform 2004 hat der Gesetzgeber alle Kapitalleistungen mit einem Bezug zum früheren Erwerbsleben (z.B. Direktversicherungen) in die Beitragspflicht einbezogen.

Aufgrund verschiedener Verfassungsbeschwerden entschied das Bundesverfassungsgericht 2010, dass der Teil der Kapitalleistung, der auf Beiträgen beruht, die ein Arbeitnehmer nach Beendigung seiner Erwerbstätigkeit in den Lebensversicherungsvertrag der Direktversicherung eingezahlt hat, nicht der Beitragspflicht unterliegt. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass der ehemalige Arbeitnehmer nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses den Lebensversicherungsvertrag als Versicherungsnehmer übernommen und ihn bis zum Eintritt des Versicherungsfalles fortgeführt hat.

Aus den Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichtes ergibt sich:

  • Einmalige oder laufende Leistungen aus einem Lebensversicherungsvertrag, der im Rahmen einer Direktversicherung bestand, sind beitragspflichtig, wenn der Arbeitgeber der Versicherungsnehmer des Vertrages war.
  • Die Beitragspflicht besteht auch dann, wenn die Beiträge ganz oder teilweise vom Arbeitnehmer getragen wurden.
  • Es besteht dagegen keine Beitragspflicht für Leistungen, die aus Zeiträumen resultieren, in denen der Arbeitnehmer den Lebensversicherungsvertrag als Versicherungsnehmer übernommen hat und die Beiträge allein zahlte.

Dies gilt nach weiteren Entscheidungen des Bundessozialgerichtes vom 30. März 2011 sowohl für den Fall, dass der Arbeitnehmer nach dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses als Versicherungsnehmer in den Versicherungsvertrag einrückt, als auch in den Fällen, in denen der Arbeitnehmer einen Lebensversicherungsvertrag in das Beschäftigungsverhältnis eingebracht hat.

Ein Versicherungsnehmerwechsel führt bei einer Lebensversicherung, die im Rahmen einer Direktversicherung bestand, also dazu, dass die Leistung von der Zahlstelle des Versorgungsbezuges in einen beitragspflichtigen betriebsbezogenen Teil und in einen (für pflichtversicherte Mitglieder) nicht beitragspflichtigen privaten Teil aufzuteilen ist.

BSG-Urteile

  • Bundesverfassungsgerichtsentscheidung vom 07.04.2008, 1 BvR 1924/07 (pdf, 72 KB)
  • Bundesverfassungsgerichtsentscheidung vom 06.09.2010, 1 BvR 739/08 (pdf, 80 KB)
  • Bundesverfassungsgerichtsentscheidung vom 28.09.2010, 1 BvR 1660/08 (pdf, 80 KB)

Auslän­dische Rente

Beiträge für Bezieher einer ausländischen gesetzlichen Rente

Seit dem 1. Juli 2011 sind Renten, die von einem ausländischen gesetzlichen Rentenversicherungsträger gezahlt werden, auch für pflichtversicherte Mitglieder in die Beitragspflicht zur Kranken- und Pflegeversicherung einbezogen.

Die Beiträge aus der ausländischen Rente werden ausgehend von dem Bruttobetrag der Rente berechnet und sind von dem Versicherten allein zu entrichten. Da der ausländische Rentenversicherungsträger an der Tragung der Beiträge nicht beteiligt ist, gilt für diese Einnahmen ab dem 1. Juli 2011 ein besonderer Beitragssatz von 8,8 Prozent. Die Beitragsbelastung ist für den Versicherten damit die gleiche, wie für einen Bezieher einer deutschen gesetzlichen Rente.

  • Falls Sie von dieser Regelung betroffen sind, melden Sie einen solchen Rentenbezug bitte an die DAK-Gesundheit, damit eine Beitragsberechnung zeitnah erfolgen kann.

Bislang unterlag eine Rente, die von einem ausländischen gesetzlichen Rentenversicherungsträger zur Alters- oder Hinterbliebenenversorgung oder aufgrund von Invalidität gezahlt wird, lediglich bei freiwillig versicherten, nicht aber bei pflichtversicherten Mitgliedern der Beitragspflicht in der deutschen Krankenversicherung und Pflegeversicherung.

Der Beitragssatz gilt ab dem 1. Juli 2011 auch für freiwillig Versicherte, die Einkünfte aus ausländischen gesetzlichen Renten beziehen.

Überbrückungsgeld

Beiträge für Bezieher von Überbrückungsgeldern

Zahlt ein Arbeitgeber einem ehemaligen Beschäftigten für die Zeit zwischen dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses und dem frühestmöglichen Rentenbeginn ein Überbrückungsgeld, handelt es sich nach aktueller Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (Aktenzeichen: B 12 KR 4/14 R, 92 KB und B 12 KR 18/14 R, 83 KB) nicht um Bezüge der betrieblichen Altersvorsorge. Unerheblich ist dabei, ob es sich bei der Zahlung des Überbrückungsgeldes um eine Einmalzahlung oder um eine monatliche Ratenzahlung handelt.

  • Diese Leistungen mit einem „Überbrückungszweck“ fließen nur, um dem ehemaligen Arbeitnehmer den Übergang in ein neues Arbeitsverhältnis bzw. in die Rente zu erleichtern.
  • Sie enden mit Erreichen des Ruhestands. Eine Absicherung fürs Alter im Sinne von Versorgungsbezügen liegt damit in diesen Fällen nicht vor.
  • Als Folge dieser höchstrichterlichen Entscheidung unterliegen derartige Überbrückungsleistungen bei den krankenversicherungspflichtigen Mitgliedern nicht mehr der Beitragspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung.
  • Zu viel gezahlte Beiträge werden den betroffenen Versicherten auf Antrag im Rahmen von gesetzlich vorgeschriebenen Verjährungsfristen erstattet.

Bei den freiwillig Versicherten dagegen zählen alle Einnahmen und Geldmittel, die für den Lebensunterhalt verbraucht werden oder verbraucht werden könnten, zu der Bemessungsgrundlage für den Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag. Insofern unterliegt hier auch das Überbrückungsgeld der Beitragspflicht.

Für die Beitragsberechnung in der Krankenversicherung ist in diesen Fällen allerdings nur der kassenindividuelle ermäßigte Gesamtbeitragssatz (2017 = 15,5 %) und nicht, wie bei einem Versorgungsbezug aus der betrieblichen Altersversorgung, der kassenindividuelle allgemeine Gesamtbeitragssatz (2017 = 16,1 %) anzusetzen. Auf Antrag des Versicherten werden auch hier die zu viel gezahlten Beiträge im Rahmen der gesetzlichen Verjährungsfrist erstattet.

Rentner mit Job

Rentner mit Job können Geld zurückbekommen

Rentner mit einem versicherungspflichtigen Job können sich ihre Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge aus der Rente für das Jahr 2017 teilweise erstatten lassen.

Voraussetzung: Die gesamten Jahreseinkünfte – zum Beispiel durch Arbeitsentgelte, Versorgungsbezüge, Leistungen der Arbeitsagentur oder Renten – übersteigen die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung. Eine Erstattung erfolgt ausschließlich auf Antrag des Arbeitnehmers. Erstattungsfähig sind nur die vom Rentner selbst bezahlten Beiträge für den Teil der Rente, der die Beitragsbemessungsgrenze übersteigt. Das Arbeitsentgelt wird dagegen von der Beitragserstattung nicht berührt.

Für das Jahr 2017 beträgt die Beitragsbemessungsgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung 52.200,00 Euro beziehungsweise monatlich 4.350,00 Euro.

Weitere Informationen mit ausführlichen Rechenbeispielen finden Sie unter: www.dak.de/rentnerjob.

Bei Fragen zum Thema erreichen Sie unsere Fachexperten unter DAK-Arbeitgeber-Hotline: 040 325 325 810.

Zuletzt aktualisiert:
Mon Nov 20 12:57:08 CET 2017