Die Rückkehr nach einem Auslandsaufenthalt ist für viele Arbeitnehmer mit einem größeren Kulturschock verbunden als die Ankunft in der Fremde.

So gelingt Expatriates die Rückkehr nach einem Auslandsaufenthalt

Nach ein paar Auslandsjahren kann auch das Heimatland fremd werden

Nach einer längeren Zeit im Ausland dürfte bei vielen Expatriates die Vorfreude auf die Heimat groß sein. Doch nicht selten kommt schon nach kurzer Zeit der Blues. Hier erklärt Antje Brügmann, wie die Rückkehr in die Heimat gelingt – und mit welchen Hürden Expatriates rechnen müssen.

Expatriates und die Hürden der Rückkehr

„Viele Entsendete erleben bei der Rückkehr nach einem Auslandsaufenthalt einen Kulturschock in der Heimat, der manchmal größer ist als im Entsendeland“, weiß Antje Brügmann aus Erfahrung. Die auf Expatriation spezialisierte Beraterin hat selbst als Expat-Partnerin vier Jahre mit Mann und Kindern in den USA gelebt. „Alles, was man bei der Abreise in Deutschland zurückgelassen hat, hat sich in der Zwischenzeit verändert“, sagt sie. Das beginne beim eingelagerten Hausrat, den man plötzlich nicht mehr leiden mag und ende bei den Strukturen im Unternehmen. Nicht selten fühlten sich sowohl der Expatriate als auch dessen in den Beruf zurückkehrender Partner wie Fremdkörper. Hinzu kommt das gefühlte oder tatsächlich erlebte Desinteresse im Freundes- oder Kollegenkreis an den Erfahrungen und Erlebnissen in der Fremde. Wieder kommt Heimweh auf, dieses Mal in die umgekehrte Richtung.

Expatriates – Rückkehr innerhalb von zwei Jahren

Studien aus Großbritannien zufolge zieht es 40 Prozent der ehemaligen Expatriates deshalb innerhalb von zwei Jahren wieder zurück ins Ausland. Eine Repatriierung muss also genauso gründlich vorbereitet werden wie die Entsendung selbst.

Rückkehr nach einem Auslandsaufenthalt – Tipps für Expatriates

  • Beginnen Sie ungefähr ein Jahr vor der Rückreise, alle Vorbereitungen zu treffen.
  • Eine Auslandsentsendung ist keine Garantie für eine künftige Führungsposition im Unternehmen. Bleiben Sie deshalb während der gesamten Zeit aktiv am Ball, halten Sie den Kontakt zu Kollegen und Personalentscheidern.
  • Intensivieren Sie den Kontakt zum Unternehmen sechs Monate vor der Rückkehr. Besuchen Sie die Firma, finden Sie gemeinsam mit der Personalabteilung eine angemessene Position für die Zeit nach der Rückkehr.
  • Überprüfen Sie, wie Sie im Ausland erworbene Ansprüche etwa in Bezug auf Rente oder private Vorsorge nach Deutschland transferieren können.
  • Kontaktieren Sie Ihre Botschaft oder ein Konsulat, um herauszufinden, welche Vorschriften es für die Rückkehr gibt. Haben Sie zum Beispiel in einem Land mit Gesundheitsrisiken gelebt, kann es sein, dass Sie eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vorlegen oder sogar einige Zeit in Quarantäne verbringen müssen.
  • Prüfen Sie Ihre Reisedokumente, teilen Sie Veränderungen in ihrem Familienstatus mit (wurde ein Kind geboren, haben Sie geheiratet oder wurden Sie geschieden etc.).
  • Checken Sie Kündigungs- und Rechnungsfristen, klären Sie, ob Sie Rechnungen auch von Deutschland aus noch bezahlen könnten.
  • Melden Sie Ihre Kinder in der Heimat für Kindergarten und/oder Schule an. Beginnen Sie rechtzeitig mit der Wohnungssuche, falls Sie nicht in ihre alte Wohnung zurückkehren können.
  • Möglicherweise benötigen schulpflichtige Kinder Nachweise über den Bildungsstand, um wieder in das deutsche Schulsystem integriert werden zu können.
  • Klären Sie, ob Ihre Post aus dem Ausland nach Deutschland nachgesendet werden kann.
  • Wenn Sie Ihren Hausstand im Ausland auflösen, müssen Sie erneut entscheiden, was Sie mitnehmen und was Sie aussortieren. Checken Sie, ob es besondere Einfuhrbestimmungen gibt, etwa, wenn Sie ein Auto oder ein Haustier mitnehmen wollen.
  • Geben Sie sich am Heimatort genauso viel Zeit für die Eingewöhnung, wie Sie im Ausland benötigt haben, damit die Rückkehr nach Ihrem Auslandsaufenthalt gelingt.
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Zuletzt aktualisiert:
Wed Aug 24 15:52:56 CEST 2016

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