Ist dein Ausbildungsvertrag in Ordnung?

Bevor du deinen neuen Arbeitsvertrag unterschreibst, solltest du dir über die einzelnen Bestandteile und deren Bedeutung im Klaren sein. Um dabei den Überblick zu behalten, kannst du dich hier über die einzelnen Teile eines Vertrages informieren.

Diese Punkte sollten auf jeden Fall in deinem Vertrag geregelt sein:

Ausbildungsrahmenplan

In diesem gesetzlichen Rahmenplan ist festgelegt, was du als Azubi in deinem Beruf erlernen musst. Zudem muss dein Betrieb eine sachliche und zeitliche Gliederung deiner Ausbildung erstellen – den betrieblichen Ausbildungsplan. Dieser Plan umfasst beispielsweise die Abteilungen, die du während deiner Ausbildung durchlaufen solltest. Er ist Teil des Ausbildungsvertrages, wird aber häufig vergessen.

Dauer der Ausbildung

Gesetzlich ist die Dauer auf drei Jahre mit Beginn am 1. September festgelegt. Wenn du deine Ausbildungsdauer verkürzen solltest, achte darauf, dass diese Änderung auch vertraglich festgehalten wird.

Ort der Ausbildung

Im Vertrag wird auch der Ort deiner Ausbildung festgehalten. Diese Angabe ist wichtig, weil du die Fahrtkosten wahrscheinlich selber tragen musst. Es sei denn, der im Vertrag angegebene Ort weicht vom tatsächlichen Einsatzort ab.

Arbeitszeit

Im Schnitt darfst du acht Stunden am Tag und 40 Stunden in der Woche arbeiten. Bist du minderjährig, darfst du nicht länger als acht Stunden am Stück arbeiten. Als Volljähriger ist das Maximum zehn Stunden, wobei dann ein Ausgleich an einem anderen Tag gewährleistet werden muss. Du bist nicht dazu verpflichtet länger zu bleiben. Freiwillig kannst du aber, im Rahmen der Höchstarbeitszeit, im Betrieb aushelfen.

Probezeit

In jedem Vertrag wird eine sogenannte Probezeit vereinbart. In dieser Zeit kannst du ohne weitere Voraussetzungen (fristlos) schriftlich kündigen – aber auch gekündigt werden. Die gesetzlich vorgeschriebene Probezeit beträgt maximal vier Monate. Sie darf verkürzt, aber niemals verlängert werden.

Urlaub

Der Urlaubsanspruch ist in deinem Vertrag tariflich geregelt. Doch auch hier gibt es gesetzliche Richtlinien des Jugendarbeitsschutzgesetzes: 16-Jährige haben 27 Werktage Urlaubsanspruch, mit 17 Jahren sind es 25 Werktage. Volljährige haben einen Mindestanspruch nach dem Bundesurlaubsgesetz von 24 Werktagen. Die hier erwähnten Werktage beziehen sich immer auf eine Sechstagewoche. Bei 24 Werktagen wären es also vier Wochen Urlaub. Achte deswegen bei deinem Vertrag auf die Grundlage der Berechnung.

Kündigung

Wenn du nach der Probezeit kündigen möchtest oder gekündigt wirst, gelten für dich und deinen Arbeitgeber Fristen und Regeln, die beachtet werden müssen. Als Azubi kannst du deinen Vertrag mit einer Frist von vier Wochen schriftlich kündigen oder fristlos aus wichtigem Grund (Beispiel: Gehalt kommt nicht). Der Betrieb hingegen kann den Vertrag nur aus wichtigem Grund kündigen. Darunter versteht man, dass es dem Betrieb beispielsweise unmöglich ist, den Azubi nach einem Diebstahl oder ähnlichen Vergehen weiterhin zu beschäftigen.

Rechtswidrige Bestandteile des Vertrages

Diese Punkte sollten nicht in deinem Vertrag vorkommen, da sie verboten sind. Sollten sie doch auftauchen, sind sie aufgrund der Rechtslage ungültig.

  1. Pflichtanstellung
    Die Vereinbarung, dass du nach deiner Ausbildung für einen bestimmten Zeitraum in dem Betrieb arbeiten musst, ist ungültig.

  2. Berufsabschluss
    Der Vertrag darf dir nicht verbieten, nach der Ausbildung in dem Beruf tätig zu werden.

  3. Bezahlung der Ausbildung
    Der Ausbildungsbetrieb darf nicht von dir verlangen, selbst Fortbildungen oder Ähnliches zu finanzieren.

  4. Vertragsstrafen
    Alle Angaben zu Vertragsstrafen sind ungültig. Das heißt, dass dich keiner dazu verpflichten kann, ein Strafgeld zu zahlen, wenn du früher als geplant deine Ausbildung abbrichst.

  5. Schadensersatzansprüche
    Diese dürfen nicht im Vertrag festgelegt werden.