Altersvorsorge – wann soll ich damit anfangen?

Der Einstieg ins Berufsleben ist nicht nur ein persönlicher neuer Lebensabschnitt, er ist der erste Schritt auf eigenen Beinen. Ein Schritt in die finanzielle Unabhängigkeit. Und das bedeutet, dich erstmals mit dem Thema Altersvorsorge auseinanderzusetzen. Denn ohne eigene Vorsorge droht im Alter Armut. Nur wann soll man damit beginnen? Und wie nutzt du deine ersten Gehälter sinnvoll? Hier erfährst du es:

  • Altlasten abbauen: Bevor du mit dem Sparen anfängst, solltest du deine Schulden abbezahlen. So umgehst du hohe Kreditzinsen und kannst ohne finanzielle Altlasten in deine Zukunft starten. Hierunter fällt auch der Ausgleich des Dispos. Wer nur rote Zahlen schreibt, sollte mit der Altersvorsorge noch warten.
  • Grundsicherung: Parallel zum Abbau der Altlasten solltest du dich dringend um deine Grundsicherung kümmern. Darunter fallen beispielsweise die private Haftpflichtversicherung, eine Krankenversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese Absicherung schützt dich vor unplanbaren Risiken.
    Des Weiteren solltest du dir ein frei verfügbares Finanzpolster von mindestens zwei Nettomonatsgehältern ansparen. So bleibst du auch bei unerwarteten Zahlungen flexibel.
  • Vorsorgen - früh und flexibel: Du bist abgesichert, schuldenfrei und hast jetzt noch die finanzielle Möglichkeit, für das Alter zu sparen? Dann solltest du möglichst früh damit starten. Bei der Auswahl des Altersvorsorgeprodukts gilt grundsätzlich: Es sollte flexibel und staatlich gefördert sein. Denn solche Produkte geben dir die Möglichkeit, die monatliche Sparrate an dein Gehalt anzupassen, sodass du auch schon mit wenig Geld anfangen kannst zu sparen.
Die gängigsten Produkte im ÜberblickDamit du dich im Dschungel der Vorsorgeprodukte orientieren kannst
Arbeitnehmer-SparzulageIm engeren Sinne ist die Arbeitnehmer-Sparzulage vom Staat nicht für die Altersvorsorge gedacht. Trotzdem gibt es hier Zuschüsse vom Staat, wenn du dein Geld für später zurücklegst. Und zwar auch dann, wenn du nicht vom eigenen Gehalt sparst, sondern von deinem Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen erhältst. Gefördert werden allerdings nur die Anlageformen „Beteiligungssparen“, d. h. Aktienfonds oder Mitarbeiterbeteiligungen, sowie „Bausparverträge“. Um die Arbeitnehmer-Sparzulage zu erhalten, muss der jährlichen Steuererklärung die "Anlage VL" beigefügt werden. Dann sind beim Beteiligungssparen 80 Euro und beim Bausparvertrag max. 43 Euro jährlich für dich drin.
Betriebliche AltersvorsorgeSolange im Tarifvertrag nicht anders festgeschrieben, hat jeder Arbeitnehmer ein Anrecht auf eine betriebliche Altersvorsorge. Die gibt es in fünf Varianten: 1. Direktversicherung, 2. Pensionskasse, 3. Pensionsfonds, 4. Unterstützungskasse und 5. Direkt- oder Pensionszusage. Frag am besten in der Personalabteilung nach, welche Möglichkeiten dein Arbeitgeber anbietet. Ein besonders häufiges Modell der Einzahlung in die betriebliche Altersvorsorge ist die Entgeltumwandlung. Übrigens: Viele Arten der betrieblichen Altersvorsorge können zusätzlich durch die Riester-Rente staatlich gefördert werden.
EntgeltumwandlungWenn eine betriebliche Altersvorsorge über den Weg der Entgeltumwandlung finanziert wird, bedeutet dies, dass du auf die Auszahlung eines gewissen Teils deines Gehalts verzichtest, um ihn fürs Alter zu sparen. Der Vorteil besteht darin, dass für diesen Betrag keine Steuern und Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden müssen.
Riester-RenteDie Riester-Rente ist eine staatliche Förderung der privaten Vorsorge. Das angesparte Geld wird im Alter als lebenslange Riester-Rente ausgezahlt. Da diese Rentenart viele Varianten zulässt, ist es am besten, du lässt dich individuell beraten. Eins ist aber sicher: Gerade für junge Berufstätige sind die staatlichen Zuschüsse sehr interessant. Denn das sind je nach Förderstufe bis zu 154 Euro. Berufseinsteiger unter 25 profitieren zusätzlich von einem einmaligen Bonus in Höhe von 200 Euro. Für den Fall, dass du aus deinem eigenen Gehalt „riesterst“, wird dieser Anteil steuerlich anders abgerechnet – ein zusätzlicher Vorteil. Aber du hast auch die Möglichkeit mit vermögenswirksamen Leistungen in die Riester-Rente einzuzahlen. Übrigens: Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge schließen einander nicht aus.
Vermögenswirksame LeistungenDie vermögenswirksamen Leistungen zahlt dein Arbeitgeber. Frag einfach mal in der Personalabteilung nach, ob du ein Anrecht darauf hast. Wenn ja, schließt du einen Sparvertrag ab, in den dein Arbeitgeber die vermögenswirksamen Leistungen monatlich einzahlt. Mögliche Sparverträge sind Lebensversicherungen, Aktienfonds, ein Sparplan bei deiner Bank oder ein Bausparvertrag. Achtung: Als Empfänger von vermögenswirksamen Leistungen kannst du zusätzlich die Arbeitnehmer-Sparzulage vom Staat bekommen. Auch die vermögenswirksamen Leistungen mit der Riester-Rente zu kombinieren ist eine Möglichkeit.