Dank Zusatzversicherungen bei Auslandsentsendungen ist der Mitarbeiter auch im Ausland gut geschützt

Zusatzversicherungen bei Auslandsentsendungen

Viele Entsendete können freiwillig weiter in die deutschen Sozialversicherungen einzahlen, eine private Vorsorge ist in der Regel dennoch notwendig

Auch wenn viele sozialversicherungsrechtliche Fragen zugunsten der global agierenden Arbeitswelt geregelt sind – manchmal ist eine Weiterversicherung von Expatriates nach deutschem Recht nicht möglich. Ebenso mangelt es gar an einem vergleichbaren Schutz für die Arbeitnehmer im Ausland. Private Vorsorge ist meistens unerlässlich. Gleichzeitig lohnt es sich durchaus, nach Möglichkeit freiwillig in die deutschen Vorsorgesysteme einzuzahlen, etwa, um Ansprüche im späteren Leistungsfall zu erhalten.

Krankenversicherung

Als Unternehmer müssen Sie finanziell für die medizinische Versorgung Ihres Mitarbeiters bei Auslandsentsendungen und seiner mitreisenden oder ihn besuchenden mitversicherten Familie aufkommen. Selbst dann, wenn der Expatriate in Deutschland freiwillig gesetzlich krankenversichert bleibt, empfiehlt sich eine Zusatzversicherung. Denn oft werden nicht alle möglichen Kosten durch die gesetzliche Krankenversicherung abgedeckt. „Der Rücktransport im Krankheitsfall nach Deutschland muss immer privat abgesichert werden“, nennt DAK-Expertin Carolin Kröger ein Beispiel.

Diese Zusatzversicherungen bei Auslandsentsendungen gibt es

Carolin Kröger, Expertin der DAK-Gesundheit, rät dringend zu Zusatzversicherungen bei einer Auslandsentsendung

DAK-Auslandsexpertin Carolin Kröger

  • Restkostenversicherung

    Sie hilft, Kosten für die medizinische Versorgung im Ausland aufzufangen, die nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland erstattet werden.

  • Auslands-Vollkostenversicherung

    Das Rundum-Sorglos-Paket, das am besten als Gruppenversicherungsvertrag durch das Unternehmen abgeschlossen wird. Aber Achtung! Übernehmen Sie als Arbeitgeber die Kosten, muss das der Expatriate unter Umständen als geldwerten Vorteil versteuern.

  • Anwartschaftsversicherung

    Mit einer Anwartschaftsversicherung erhalten sich entsendete Mitarbeiter für die Zeit ihres Auslandsaufenthaltes die Möglichkeit, nach der Rückkehr wieder in die gesetzliche Krankenversicherung aufgenommen zu werden. Dies ist immer dann der Fall, wenn die deutschen Rechtsvorschriften keine Anwendung finden. Weitere Vorteile dieser Anwartschaft bestehen darin, dass früher zurückkehrende Familienmitglieder problemlos in die gesetzliche Krankenversicherung zurückkehren können und sämtliche Versicherungszeiten bei späteren Leistungsansprüchen als Vorversicherungszeiten anerkannt werden.

Rentenversicherung

Erfüllt die Entsendung Ihres Mitarbeiters ins vertragslose Ausland die Bedingungen für die Ausstrahlung des deutschen Sozialversicherungsrechts, bleibt er in Deutschland rentenversichert. Strahlt das Recht nicht aus, gibt es dennoch Möglichkeiten, weiter in die Rentenversicherung einzuzahlen.

  • Pflichtversicherung auf Antrag

    Beschäftigte, die zum zeitlich begrenzten Arbeitsaufenthalt ins Ausland aufbrechen, können einen Antrag auf Pflichtversicherung in der deutschen Rentenversicherung stellen. Voraussetzung dafür ist, dass sie Deutsche oder Staatsbürger eines EU-Landes, der Schweiz, Islands, Norwegens oder Liechtensteins sind. Der Antrag muss vom Arbeitgeber vor der Entsendung bei der Deutschen Rentenversicherung gestellt werden. Die Prämien richten sich nach der aktuellen Beitragsbemessung. In vielen Fällen vereinbaren Arbeitgeber und Arbeitnehmer, dass letztere die Hälfte der Kosten selbst tragen.

  • Freiwillige Weiterversicherung

    Die Deutsche Rentenversicherung ermöglicht es Beschäftigten und Selbstständigen, freiwillig Beiträge zu entrichten. Dies gilt auch für Deutsche, die ihren gewöhnlichen Wohnsitz im Ausland haben und sogar für Ausländer aus EU-Staaten oder mit EU-Wohnsitz und Vorversicherungszeiten. Anträge müssen selbst gestellt werden und zwar bis zum 31. März des Folgejahres nach Beginn der Entsendung. Die Beitragshöhe legt der Versicherte selbst fest. Sie können ebenfalls bis zum 31. März des Folgejahres rückwirkend gezahlt werden. Die erworbenen Ansprüche aus der freiwilligen Weiterversicherung werden zur Altersrente hinzugerechnet, reichen jedoch nicht für eine Erwerbsminderungsrente.

Beschäftigte, die sich nicht auf Antrag pflichtversichern oder freiwillig weiterversichern können, sollten für die Zeit der Auslandsentsendung Zusatzversicherungen, beispielsweise für eine private Altersvorsorge, abgeschlossen werden. Die DAK-Gesundheit berät Sie gern über Partnerangebote.

Arbeitslosenversicherung

Wer im Ausland arbeitet und sich weiter in Deutschland arbeitslosenversichern will, darf nun wiederum nicht entsendet sein und muss in den zwei Jahren vor der Auslandsbeschäftigung mindestens zwölf Monate lang Pflichtbeiträge zur Arbeitslosenversicherung bezahlt haben. Der Antrag auf Weiterversicherung in der Arbeitslosenversicherung muss spätestens drei Monate nach Arbeitsbeginn im Ausland bei der zuständigen Agentur für Arbeit vom Arbeitnehmer gestellt werden. Auch die Beiträge zahlt der Antragsteller selbst.

Unfallversicherung

Entsendete Arbeitnehmer müssen auch im Ausland in puncto Unfallverhütung und Arbeitsschutz annähernd nach deutschem Niveau geschützt werden. Allerdings geht lokales Recht vor. Grundsätzlich sind Arbeitsunfälle – und auch die Auslegung darüber, ob es sich um einen solchen handelt – Sache der Berufsgenossenschaften in Deutschland. Zusatzversicherungen für die Unfallversicherungen bei der Auslandsentsendung müssen privat geregelt werden.

Zurück zur Übersichtsseite

Zuletzt aktualisiert:
Wed Mar 02 14:22:16 CET 2016

Weitere Informationen

Zum Seitenanfang