Bei der Vorbereitung einer Entsendung ins Ausland sollte vor allem auch die mitreisende Familie mit einbezogen werden

Entsendung ins Ausland vorbereiten

Eine erfolgreiche Entsendungskultur hängt an vielen Einzelbausteinen. Häufig vernachlässigt werden dabei die mitreisenden Angehörigen.

Ein zeitweilig ins Ausland entsandter Mitarbeiter kostet das Unternehmen durchschnittlich vier Mal so viel wie ein heimischer Beschäftigter. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Arbeitgeber ein großes Interesse am Erfolg des Projektes hat.

Entsendung ins Ausland vorbereiten – so bauen Sie eine eigene Entsendungskultur auf

Hilfreich für die Vorbereitung ist ein unternehmensinternes Netzwerk, in dem sich Mitarbeiter aus ausländischen Dependancen, ehemalige und künftige Expatriates sowie deren mitreisende Angehörige austauschen können. Hat Ihre Firma nur einen Mitarbeiter, der entsendet werden soll, sind unabhängige Plattformen im Internet wie www.internations.org eine Alternative. Der Austausch im Vorfeld kann einen möglichen „Kulturschock“ im Ausland vermeiden. Denn längst nicht jeder, der in Deutschland einen guten Job macht, kommt auch im Ausland zurecht. Deshalb ist auch die genaue Auswahl geeigneter Mitarbeiter für einen Auslandseinsatz wichtig.

Die Entsendung ins Ausland mit Ihrem Mitarbeiter vorbereiten

Antje Brügmann bietet Coachings zum Thema Entsendung und Arbeiten im Ausland an

Eigenschaften wie Toleranz gegenüber anderen Kulturen, Kommunikations- und Anpassungsfähigkeit, Führungsqualitäten und Engagement für das eigene Unternehmen sind dabei wichtige Kriterien. Doch selbst diese Eigenschaften sind kein Garant für das problemlose Onboarding, wie die Aufnahme und Integration neuer Mitarbeiter auch genannt wird. „Trotz gegenseitiger Akzeptanz kann man nicht einfach voraussetzen, dass Mitarbeiter aus dem einen Land die Traditionen und Regeln eines Mitarbeiters aus einem anderen Land kennen und verstehen“, sagt Antje Brügmann, deren Coaching-Unternehmen PROPELLO auf die Vorbereitung und Repatriierung von Expatriates spezialisiert ist. Jedes Land hat ungeschriebene Regeln, Gewohnheiten, Gesten, die nicht automatisch dasselbe bedeuten. Sowohl die Organisatoren der Entsendung als auch die ins Ausland entsendeten Mitarbeiter und deren Angehörige sollten daher nicht nur die Kultur des Gastlandes kennenlernen, sondern auch die Besonderheiten ihres eigenen Herkunftslandes beschreiben können. So könnten sie gegenseitiges Verständnis sowohl im Arbeits- als auch im privaten Umfeld fördern.

Entsendung ins Ausland: auch Angehörige in die Vorbereitung einbeziehen

Neueren Studien zufolge werden fast durchweg die mitreisenden Angehörigen als ein entscheidender Erfolgsfaktor der Entsendung vernachlässigt. Dabei ist das Gros der entsendeten Mitarbeiter laut Global Report 2015 der HSBC-Bank zwischen 35 und 54 Jahre alt und damit in einer Lebensphase, zu der Lebenspartner und Kinder gehören. Geht die Familie mit, ist ihre gelungene Integration ein entscheidender Faktor des Erfolgs. Mehr als 60 Prozent der vorzeitig abgebrochenen Auslandsaufenthalte führt das Beratungsunternehmen Mercer LLC auf die Unzufriedenheit des Expatriate-Partners zurück. Es sind häufig die mitreisenden Angehörigen, die die größere Anpassungsleistung im Ausland vollbringen müssen, weil sie ganz aus ihrem gewohnten Alltag herausfallen. Immerhin sind 90 Prozent der mitreisenden Angehörigen vor der Entsendung des Partners berufstätig. Dementsprechend ist der gute Job der Partnerin oder des Partners – 44 Prozent der Entsendeten sind laut HSBC-Studie weiblich – auch ein wesentlicher Hinderungsgrund für Beschäftigte, überhaupt einige Zeit ins Ausland zu gehen. So ergibt sich aus der Kombination dieser Umstände ein weiterer Trend, der sich im alljährlichen Global Mobility Trends Survey des Beratungsunternehmens Brookfield zeigt: Immer mehr entsendete Mitarbeiter gehen ohne die Familie und für kürzere Zeit ins Ausland. Jedoch erschwert dies die Integration im Gastland und führt häufiger zum Abbruch der Entsendung. Und das kostet ein Unternehmen viel Geld. Schätzungsweise ein Jahresgehalt geht verloren, wenn ein Expatriate nicht durchhält. Sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer und seine Familie ist eine gute Vorbereitung für die Entsendung ins Ausland daher besonders wichtig.

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Zuletzt aktualisiert:
Wed Mar 02 14:22:16 CET 2016

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