Betriebliches Gesundheitsmanagement

Die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern kommt nicht nur jedem einzelnen Mitarbeiter zugute, sondern bietet ganz konkrete Vorteile für jedes Unternehmen: Fehlzeiten gehen zurück, Innovationsfähigkeit und Qualität steigen. Haben Sie Fragen zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM)? Wir helfen Ihnen gerne bei Fragen zu unseren BGM-Angeboten weiter unter: 040 325 325 720.

"Arbeits­kreis Gesundheit"

Für langfristige, dauerhafte Verbesserungen reichen einzelne Maßnahmen nicht aus. Erfolgreiche Unternehmen brauchen eine gute Arbeitsorganisation, eine Führung, die von Wertschätzung geprägt und eine Arbeitskultur, die auf Gesundheit ausgerichtet ist.

Gründen Sie einen „Arbeitskreis Gesundheit“. Da Ihre Mitarbeiter die konkreten Arbeitsbedingungen am besten kennen, sollten Sie Kollegen aus allen wichtigen Bereichen Ihres Unternehmens dazu einladen. Damit fördern Sie gleichzeitig die Akzeptanz Ihres Vorhabens.

Als kleines oder mittelständisches Unternehmen können Sie auch Kooperationen mit anderen Betrieben eingehen, um voneinander zu lernen. Die DAK-Gesundheit unterstützt Sie gern dabei.

Fünf Schritte zum gesunden Betrieb

Wir machen uns gemeinsam mit Ihnen vor Ort ein Bild von der Situation an den verschiedenen Arbeitsplätzen. Dabei tauschen wir uns mit Mitarbeitern und Führungskräften aus. Weitere Hinweise bekommen wir zum Beispiel aus dem Gesundheitsbericht, aus Mitarbeiterbefragungen und Gesundheitszirkeln. Die DAK-Gesundheit erstellt auch für Ihr Unternehmen, ob groß, klein oder mittelständisch, gern ein individuelles Konzept.

Schritt 1: Wo liegen die Probleme?

Wir suchen zusammen mit Ihnen Antworten auf die folgenden Fragen:

  • Wie oft bleiben Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen der Arbeit fern?
  • Wie alt sind Ihre Mitarbeiter?
  • Arbeiten bei Ihnen vorwiegend Männer oder Frauen?
  • Häufen sich bestimmte Erkrankungen oder gesundheitliche Probleme in Ihrem Betrieb?

Schritt 2: Welche Ziele haben Sie?

Maßgeblich für den Erfolg ist zu wissen, was man will. Nicht nur das Ziel muss klar formuliert werden, sondern auch die Zwischenschritte dorthin und Zielgruppen, die Sie erreichen wollen. Auch wichtig: Wie realistisch sind die Ziele – und bis wann sind sie erreichbar?

Schritt 3: Lösungen erarbeiten

Mit dem Know-how unserer Experten für betriebliches Gesundheitsmanagement und unseren Analysemöglichkeiten unterstützen wir Sie bei der Auswahl der richtigen Maßnahmen. Oft führen schon kleine Veränderungen, beispielsweise in der Arbeitsorganisation, zu großen Verbesserungen. Veränderungen können auch in den Bereichen Führung, Bewegung, Ernährung, Stress und Sucht erfolgen.

Schritt 4: Jetzt geht es in die Praxis

Um die Maßnahmen erfolgreich umzusetzen ist es wichtig, Ihrer Belegschaft einen möglichst leichten Zugang zu bieten. Zeigen Sie, dass auch die Betriebsleitung bereit für Veränderungen ist. Gesundheitsaktionen oder Vorträge motivieren zusätzlich. Manchmal hilft auch ein Termin beim Betriebsarzt – vor allem bei Mitarbeitern, die ganz konkreten Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind.

Schritt 5: Erfolg messen

Nicht alles kann reibungslos laufen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Ihr "Arbeitskreis Gesundheit" laufend die Umsetzung prüft und bei Bedarf optimiert. Dafür wird der Erfolg der einzelnen Maßnahmen gemessen, bei Problemen können bessere Lösungen erarbeitet werden.

Das Ziel ist erreicht, wenn Sie alle Bereiche der Arbeit und Organisation Ihres Unternehmens auch aus dem Blickwinkel der Gesundheit betrachten können und gesundheitsfördernde Elemente dauerhaft in die Abläufe und das Selbstverständnis Ihres Betriebs integrieren. Dann ist auch langfristiger Erfolg möglich.

Sprechen Sie uns an. Oder nutzen Sie unser Online-Formular. Weitere Informationen finden Sie in unserer Broschüre Betriebliches Gesundheitsmanagement.

Experten-Interview

Präventionsgesetz: „BGM nimmt jetzt kräftig Fahrt auf“

Uwe Dresel, Experte der DAK-Gesundheit für das Betriebliche Gesundheitsmanagement

Uwe Dresel, Experte der DAK-Gesundheit für das Betriebliche Gesundheitsmanagement

Gesundheitsförderung im Unternehmen? Brauchen wir nicht. Mit diesem Argument galt Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) jahrzehntelang als ungeliebte Kür in Firmen.

Das Präventionsgesetz, das die Bundesregierung im vergangenen Jahr beschlossen hat, nimmt nun Krankenkassen in die Pflicht: Sie sollen über finanzielle Anreize das Thema Gesundheit in die Arbeitswelt bringen.

Welche Chancen das für mittelständische Unternehmen bietet, erklärt Uwe Dresel, Experte der DAK-Gesundheit, im Interview.

Herr Dresel, das Thema Gesundheit gehört doch eigentlich in den privaten Bereich – warum sollen nun ausgerechnet die Unternehmen sich nun damit beschäftigen?

Letztlich geht es darum, dass wir seit Jahren mit hohen Fehlzeiten bei Arbeitnehmern konfrontiert sind, die viel Geld kosten – bei diesem Thema sitzen wir Krankenkassen mit der Wirtschaft in einem Boot. Die Erkenntnis, dass viele Menschen den Großteil des Tages bei der Arbeit verbringen und dass gesundheitsbewusstes Verhalten nicht nur nach Feierabend Sinn macht, liegt auf der Hand und ist überhaupt nicht neu. Mit dem Gesetz wollte man den Weg frei machen, diese Lücke durch entsprechende Anreize zu schließen. Und wir stellen fest: BGM nimmt jetzt kräftig Fahrt auf.

Worin liegen die finanziellen Anreize?

Nach dem Gesetz sollen Krankenkassen erstmals ab diesem Jahr mindestens zwei Euro pro Versichertem pro Jahr für betriebliche Gesundheitsförderung ausgeben. Auch die Richtwerte für nichtbetriebliche Settings wurden erhöht. Was nicht verbraucht wird, müssen Krankenkassen in einen gemeinsamen Topf einzahlen – dieses Geld muss dann im Jahr darauf verbraucht werden. Insgesamt sollte man aber bedenken: Bei Ausgaben der Krankenversicherungen von 2600 bis 2800 Euro im Jahr sind 7,30 Euro pro Versicherten für die Prävention insgesamt – also von der Kita bis zur Pflege – der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.

Worum geht es bei der betrieblichen Prävention eigentlich? Yoga in der Mittagspause und mehr Salat in der Kantine?

Nicht unbedingt. Gutes Betriebliches Gesundheitsmanagement soll auf die Bedürfnisse der Belegschaft zugeschnitten sein, aber auch die einzelnen Arbeitnehmer abholen. Was viele nicht wissen: Auch die Themen Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit gehören in diesen Bereich. Angesichts der wachsenden Bedeutung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz gerät zunehmend das Thema Stressbewältigung in den Vordergrund – also kann es natürlich auch ein Yogakurs sein, den wir bezuschussen. Gutes Betriebliches Gesundheitsmanagement setzt darauf, die richtigen Maßnahmen für das Unternehmen bzw. für den Mitarbeiter zu finden und sie nicht einmalig mit der Gießkanne auszugießen.

Es gibt viele Anbieter für Gesundheitsförderung, die sich zum Teil bei Unternehmen direkt anbieten – woran erkennt man gute Dienstleister?

Tatsächlich hat sich die Zahl der Anbieter auf dem Markt erhöht – aber nicht alle Maßnahmen, die angeboten werden, sind sinnvoll. Bei der Förderung von Präventionskursen durch Krankenkassen gibt es klare Vorgaben an die Qualifikation und die Wirksamkeit. Was wir fördern dürfen, ist also festgelegt. Wir als Krankenkasse können Unternehmen zertifizierte Präventionsangebote nennen – hier haben wir langjährige Erfahrung und ein umfangreiches Netzwerk, auch regional.

Wenn die Krankenkassen letztlich davon profitieren, dann könnten sie diese Leistungen ja kostenlos zur Verfügung stellen, oder?

Nein, ganz so ist es nicht, denn was von Krankenkassen aus den Beiträgen ihrer Mitglieder bezahlt werden darf, unterliegt strengen Regeln. Für das Thema Prävention heißt das: Es handelt sich lediglich um einen Zuschuss, denn vor allem sollen die Unternehmen in die Verantwortung genommen werden. Natürlich profitieren am Ende alle von einem niedrigeren Krankenstand und von Mitarbeitern, die gesund zur Arbeit gehen.

Warum wurden bei dem Gesetz nicht direkt Pflichten für Unternehmen mit beschlossen?

Das hat mit der Zuständigkeit bei der Gesetzgebung in Deutschland zu tun. Viele Regeln, die für Unternehmen gelten, basieren auf Landesverordnungen. Die Bundesregierung darf aber nur über Bundesgesetze entscheiden – und das Präventionsgesetz ist eines davon, denn es regelt über das Sozialgesetzbuch Ausgaben und Ausgabevolumen für die gesetzlichen Sozialversicherungen.

Angenommen, ein Unternehmen möchte nun BGM anstoßen. Wer ist jetzt der erste Ansprechpartner? Wie kommen Firmen und Anbieter zusammen?

Auch das ist im Gesetz geregelt. Es werden gerade regionale Koordinierungsstellen eingerichtet, die alle Krankenkassen unter einem Dach vereinen. Diese Stellen sollen mit Unternehmensverbänden zusammenarbeiten. Bis diese eingerichtet sind, steht es aber einem Unternehmer frei, sich direkt an eine Krankenkasse zu wenden. Wir als DAK-Gesundheit sind bundesweit auf Anfragen vorbereitet und bieten über unseren Vertrieb die Beratung zu BGM und die Zusammenstellung der Angebote an.

Nicht alle Mitarbeiter sind bei ein und derselben Kasse versichert. Was muss man als Unternehmen beachten?

Eigentlich nichts. Wenn Sie als Unternehmer oder Personalverantwortlicher zum Beispiel uns anrufen und wir für Sie im Beratungsgespräch Präventionsangebote zusammenstellen, gilt das für alle Mitarbeiter – unabhängig davon, bei welcher Kasse sie versichert sind. Pro Firma hat immer eine Kasse den Hut auf. Krankenkassen stehen untereinander im Wettbewerb und sollen entsprechend ihrer Mitgliederzahl auf die Unternehmen verteilt werden. Auch das ist künftig Sache der Koordinierungsstellen.

Weiter­füh­rende Links

Wir als Krankenkasse helfen Ihnen gern bei der Gesundheitsförderung in Ihrem Betrieb. Unsere Aufgaben sind in § 20 SGB V gesetzlich geregelt, zusammen mit dem dazugehörigen Handlungsleitfaden für Krankenkassen.

 

Hier finden Sie einige wichtige Links und Dokumente, die Ihnen Empfehlungen und Leitlinien geben, wie Betriebliches Gesundheitsmanagement, Gesundheitsförderung und Prävention konkret gestaltet werden können.

Leitlinien

Ottawa-Charta der WHO (pdf, 28 KB)
Luxemburger Deklaration (pdf, 28 KB)
Handlungsleitfaden der Gesetzlichen Krankenversicherung zur Umsetzung von § 20 Abs. 1 und 2 SGB V (Pdf, 1,1 MB) 

Rechtsgrundlagen

§ 20SGB V - Drittes Kapitel: Betriebliche Gesundheitsförderung, Primärprävention und Selbsthilfe durch die gesetzlichen Krankenkassen
§1 und §14 SGB VII - Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren durch die gesetzliche Unfallversicherung; Zusammenarbeit mit der gesetzlichen Krankenversicherung
Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) - Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit - regelt die Pflichten der Arbeitgeber sowie Pflichten und Rechte der Arbeitnehmer
Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) - Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit
Arbeitszeitgesetz (ArbZG) - regelt Arbeits-, Pausen- und Erholungszeiten zum Schutz der Gesundheit und zur Flexibilisierung der Arbeitszeit
Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) - sicherheitstechnische, arbeitsmedizinische und Hygiene-Regeln für die Einrichtung und den Betrieb von Arbeitsstätten, auch Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz
Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV)
Beschäftigtenschutzgesetz - Gesetz zum Schutz der Beschäftigten vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz 

Zuletzt aktualisiert:
Mon Mar 27 10:45:53 CEST 2017

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