Informationen zum Rückruf von „Valsartan“

Was bedeutet das für DAK-Versicherte?

In der vergangenen Woche hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) über den Rückruf von Valsartan-haltigen Arzneimitteln informiert. Sollten Sie als Versicherter der DAK-Gesundheit von diesem Rückruf betroffen sein, übernehmen wir für Sie die erneut anfallende gesetzliche Zuzahlung bei Verordnung eines Austauschmedikaments. Bei Fragen zu Ihrem Arzneimittel oder ob dieses von dem Rückruf betroffen ist, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Warum findet ein Rückruf einiger Valsartan-Produkte statt?

Der Arzneimittelwirkstoff Valsartan wird zur Senkung des Bluthochdrucks eingesetzt. Laut Information vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) könnten Fertigarzneimittel mit dem Wirkstoff Valsartan zum Teil produktionsbedingt verunreinigt sein. Betroffen sind Arzneimittel, bei denen der Wirkstoff vom chinesischen Lieferanten Zhejiang Huahai Pharmazeutical Co. produziert wurde. Ob wirklich eine Verunreinigung in Tabletten vorliegt und in welcher Konzentration ist derzeit unbekannt. Die pharmazeutischen Hersteller rufen dennoch rein vorsorglich die betroffenen Chargen zurück.

Sind auch Vertragspartner der DAK-Gesundheit betroffen?

Die DAK-Gesundheit arbeitet mit vielen Arzneimittelherstellern als Vertragspartner zusammen, die nicht vom Rückruf betroffen sind. Dazu gehören, nach jetzigem Wissensstand, die Arzneimittel der Hersteller:

  • TAD Pharma GmbH (Vertragspartner)
  • AbZ Pharma (nur Valsartan comp. 120 mg/12,5 mg Filmtabletten) (Vertragspartner)
  • Mylan dura GmbH
  • Novartis Pharma GmbH

Eine genaue Auflistung von Produkten und deren Herstellern, die von dem Rückruf betroffen sein könnten, finden Sie auf der Homepage der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. Sollte Ihr Medikament oder dessen Hersteller dort gelistet sein, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder an Ihre Ärztin.

Besteht ein gesundheitliches Risiko?

Ein akutes Patientenrisiko besteht aktuell laut Einschätzung des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nicht. Es wird empfohlen, Valsartan nicht eigenmächtig abzusetzen: „Patientinnen und Patienten, die Valsartan-haltige Arzneimittel einnehmen, sollen die Arzneimittel nicht ohne Rücksprache mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt absetzen, da das gesundheitliche Risiko eines Absetzens um ein Vielfaches höher liegt als das mögliche Risiko durch eine Verunreinigung.“, so das BfArM. Bei Fragen zu Ihrer Arzneimitteltherapie, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Übernimmt die DAK-Gesundheit die Kosten für eine Zweitverordnung?

Es entstehen für Sie keine zusätzlichen Kosten: Wenn Ihr Arzneimittel vom Rückruf betroffen ist, übernimmt die DAK-Gesundheit die Kosten für das neu verordnete Medikament. Voraussetzung ist, dass Ihr Arzt/Ihre Ärztin ein Kassenrezept ausstellt. Die gesetzliche Zuzahlung für den Austausch übernehmen wir einmalig. Für die Erstattung reichen Sie uns die auf Ihren Namen ausgestellte Zuzahlungsquittung der Apotheke ein. Kosten für Arzneimittel, die auf Privatrezepten verordnet werden, können wir nicht übernehmen.
Sollten nur noch Arzneimittel lieferbar sein bei denen Mehrkosten entstehen, so erstattet die DAK-Gesundheit die entstandenen zusätzlichen Kosten, sofern es zu offiziell bekannten Lieferengpässen der mehrkostenfreien Arzneimittel kommt.

Welche Alternativen gibt es zur Behandlung mit Valsartan?

Über die für Sie geeignete Therapie, einschließlich der Arzneimittelauswahl, entscheidet allein Ihr behandelnder Arzt/Ihre behandelnde Ärztin entsprechend Ihres Gesundheitszustandes.

Wo finde ich weitere Informationen?

Unabhängige Informationen zu diesem Thema erhalten Sie auch in einem ausführlichen Fragenkatalog des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte. Weitere Informationen zu den betroffenen Chargen bzw. den Arzneimitteln finden Sie auf der Homepage der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft.

Zuletzt aktualisiert:
Fri Jul 13 14:38:34 CEST 2018