Ein Fünftel der Jugendlichen nutzt Einweg-E-Zigaretten

- DAK-Präventionsradar zeigt: Einweg-Vapes sind das populärste Nikotinprodukt unter Schülerinnen und Schülern
- Aroma und kühlende Zusätze fördern den Konsum
- DAK-Chef Storm fordert Verbot von Aromastoffen in E-Zigaretten für mehr Jugendschutz
Hamburg, 26. Oktober 2026. Die Einweg-E-Zigarette ist bei Schülerinnen und Schülern in Deutschland das derzeit populärste Nikotinprodukt. In der Altersgruppe der 11- bis 17-Jährigen greifen 8,9 Prozent mindestens einmal im Monat zur Einweg-Vape. Bei den Jugendlichen ab 15 Jahren ist es sogar fast ein Fünftel. Die Mehrheit der Nutzenden konsumiert gleichzeitig auch andere Nikotinprodukte, was potenziell das Abhängigkeitsrisiko steigert. Die neuen Umfragedaten stammen aus dem Präventionsradar der DAK-Gesundheit und des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord). Nach Ansicht der Experten in Kiel sind Einweg-E-Zigaretten durch ihren bisher niedrigen Verkaufspreis und die enthaltenen Aromen für Kinder und Jugendliche besonders attraktiv. DAK-Vorstandsvorsitzender Andreas Storm begrüßt die Erhöhung der Tabaksteuer, die auch das Vapen teurer machen wird. Ergänzend fordert er ein Verbot von Aromastoffen in E-Zigaretten, um den Jugendschutz weiter zu verbessern.
„Die Tabaksteuer-Erhöhung ist ein wichtiger erster Schritt für mehr Kinder- und Jugendschutz. Gerade junge Menschen reagieren besonders sensibel auf höhere Preise für Nikotinprodukte. Doch das allein reicht nicht“, sagt Andreas Storm. „Aromen wie Mango oder Menthol machen Vapes für Kinder und Jugendliche attraktiv und erleichtern den Einstieg in den Nikotinkonsum. Deshalb müssen Aromastoffe in E-Zigaretten verboten werden. Was bei Tabakzigaretten aus guten Gründen untersagt ist, darf bei Vapes keine Ausnahme bleiben“, so Storm.
Anstehende Aktualisierung der Tabakerzeugnisverordnung
Aktuell stimmt das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) die fünfte Änderungsverordnung zur Tabakerzeugnisverordnung ab. Der vorliegende Entwurf sieht jedoch keine Verbote für Aromen, Menthol und die meisten anderen synthetischen Kühlstoffe vor. Stattdessen sollen in Zukunft in E-Zigaretten Höchstmengen gelten. „Die Grenzwerte sind rein toxikologisch abgeleitet. Ob diese Aromastoffe ein Produkt für Kinder und Jugendliche erst attraktiv machen, spielt bei dem vorliegenden Entwurf keine Rolle. Dabei überdecken die süßen, fruchtigen und kühlenden Aromen den scharfen Eigengeschmack des Nikotins und erleichtern das Inhalieren“, sagt Professor Reiner Hanewinkel, Leiter des IFT-Nords, das den DAK-Präventionsradar wissenschaftlich realisiert.
Fast jeder fünfte Jugendliche ab 15 Jahren nutzt Einweg-Vapes
In der breit angelegten Schulbefragung wurde im Schuljahr 2025/26 der Konsum von Nikotinprodukten erfasst. E-Zigaretten oder Vapes sind Geräte, mit denen sich Nikotin oder andere Substanzen in Form eines Dampfes inhalieren lassen. Der Anteil aller befragten Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf bis zehn, die nach eigenen Angaben im vergangenen Monat die Einweg-Variante genutzt haben, liegt bei 8,9 Prozent. Bei den 15- bis 17-Jährigen ist der monatliche Konsum mit 19,4 Prozent deutlich häufiger als bei den 11- bis 14-Jährigen mit 4,9 Prozent. Die meisten nutzen zusätzlich weitere Nikotinprodukte, oft sind das wiederverwendbare E-Zigaretten und/oder klassische Tabakzigaretten.
Mischkonsum erhöht das Abhängigkeitsrisiko
„Ein zentraler Befund der vorliegenden Studie ist der ausgeprägte gleichzeitige Konsum verschiedener Nikotinprodukte unter Jugendlichen“, so Professor Hanewinkel. Dieser Mischkonsum ist mit einer erhöhten Nikotinaufnahme verbunden und geht mit einem potenziell gesteigerten Abhängigkeitsrisiko einher. „Je früher eine Nikotinsucht entsteht, desto eher verfestigt sie sich in späteren Lebensjahren – mit allen gravierenden negativen gesundheitlichen Folgen.“
Für den DAK-Präventionsradar werden regelmäßig Kinder und Jugendliche ab Klassenstufe fünf an Schulen in 15 Bundesländern zu ihrem Gesundheitsverhalten befragt. In die aktuelle Analyse sind die Daten von mehr als 28.000 Befragten eingegangen.
Die DAK-Gesundheit ist mit 5,4 Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands und engagiert sich besonders für Kinder- und Jugendgesundheit.
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Rüdiger Scharf
Chef-Pressesprecher & Leiter Unternehmenskommunikation
Themen: Vorstands-Kommunikation und Interviewanfragen, Gesundheits- und Pflegepolitik sowie Kinder- und Jugendgesundheit
