Wenn Sie etwas nicht verstanden haben, sollten Sie nicht sofort widersprechen. Fragen Sie stattdessen, was der andere sagen wollte.
Signale des Körpers wie Blick, Gesichtsausdruck, Körperhaltung, Stimmklang, Betonung und Sprechtempo sagen manchmal mehr als Worte. Sie können uns helfen, das Gesagte besser zu verstehen. Gefühle wie Angst, Wut oder Traurigkeit können andererseits auch die Verständigung behindern oder sogar zu Konflikten führen.
Sich verständigen, das scheint so einfach zu sein! Wenn man sich nur klar ausdrückt (und davon ist fast jeder überzeugt), müsste doch jeder verstehen, was gemeint ist? Warum kommt es dann so leicht und so häufig zu Missverständnissen?
Das erklärt der Kommunikationsforscher Friedemann Schulz von Thun mit dem Sender – Botschaft – Empfänger – Modell.
Miteinander reden bedeutet, eine Botschaft von einer Person (dem Sender) zu einer anderen (dem Empfänger) zu übermitteln und umgekehrt. Und was sagt die Botschaft? Sie umfasst mehr als die reine Sachinformation. Enthalten sind nach Schulz von Thun drei weitere Botschaften: Über den Sprecher selbst, die Beziehung zwischen den beiden und ein so genannter Appell, also das, was der Hörende tun oder denken soll. Was das auch heißt: Auf allen vier Kanälen kann der andere die Botschaft anders verstehen als sie gemeint ist.