Nitrate
Wirkungsmechanismus und Einsatzgebiet
Nitrate haben seit über 100 Jahren große Bedeutung bei der Behandlung der koronaren Herzkrankheit. Je nachdem, wie schnell die Wirkung einsetzen und wie lange sie anhalten soll, können sie als Spray oder Tabletten verabreicht werden. Verschiedene Nitrate wurden inzwischen hergestellt, so z. B. das bekannte Nitroglycerin (Glyceroltrinitrat), das Isosorbid-Mononitrat und das Isosorbid-Dinitrat. Der Wirkmechanismus ist immer der gleiche: Nitrate erweitern eingeengte Herzkranzgefäße und senken in geringerem Umfang auch den Blutdruck. Hierdurch wird bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit die Durchblutung des Herzmuskels verbessert und gleichzeitig die Herzarbeit verringert.
Nebenwirkungen
Durch die gefäßerweiternde Wirkung werden auch die Arterien im Gehirn weit gestellt, was in der Anfangsphase der Behandlung zu Kopfschmerzen führen kann. Wird die Behandlung »einschleichend «, also mit niedrigen Dosen begonnen, so bleiben die Nebenwirkungen allerdings gering. Nach einigen Tagen kann die Dosis dann auf die erforderliche Höhe gesteigert werden. Bei lang anhaltenden Verabreichungsformen (also so genannten »Retard-Präparaten«) kommt es zu einer allmählichen Wirkungsabschwächung des Arzneimittels. Retard-Präparate sollten daher z.B. nur einmal täglich (am besten morgens zu Beginn der täglichen Arbeit) oder nur morgens und mittags eingenommen werden.
Gegenanzeigen
Bei Patienten mit zu niedrigem Blutdruck (unter 100mmHg systolisch) ist eine gewisse Zurückhaltung angezeigt. Nitrate und Molsidomin dürfen auf keinen Fall zur Vorbeugung oder Behandlung von Angina-pectoris-Anfällen zusammen mit Viagra® eingenommen werden.
Kombinationen
Nitrate lassen sich bei der Behandlung der koronaren Herzkrankheit sehr gut mit anderen Medikamenten kombinieren, also z. B. mit Betablockern oder Kalzium-Antagonisten.









