Unheimliches Kontrollbedürfnis
Ganz verschwunden sind die Vorbehalte in den Führungsetagen aber scheinbar bis heute nicht. Vielen Unternehmen falle es schwer, die Arbeitszeit anders zu organisieren, sagt Marc-Alexander Danlowski vom Zeitbüro NRW, eine Initiative der Landesregierung, die Unternehmen in Fragen der modernen Arbeitszeitgestaltung berät: „Ich stelle immer wieder fest, dass es noch eine Menge Zurückhaltung bei der Flexibilisierung gibt. Einige Chefs haben beispielsweise ein unheimliches Kontrollbedürfnis und wollen, dass ihre Leute zwischen 9 und 17 Uhr alle anwesend sind.“ Er habe aber keinen Zweifel daran, dass flexible Systeme in Zukunft immer üblicher werden.
Dass moderne Arbeitszeiten kein Tabuthema mehr sind, belegen auch Studien. Aus der Umfrage „Wettbewerbsfaktor Arbeitszeitgestaltung“ des Industrie- und Handelskammertags (DIHK) geht beispielsweise hervor, dass fast zwei Drittel der Betriebe „großen Wert auf eine flexible Gestaltung ihrer Arbeitszeiten“ legen. Am beliebtesten sind laut DIHK flexible Wochenarbeitszeiten: 40 % der befragten Unternehmen nutzen sie. Gleitzeit mit Kernzeit und Jahresarbeitszeitkonten kommen in jeder dritten befragten Firma zum Einsatz. Im Vergleich dazu weit abgeschlagen: Telearbeit und Lebensarbeitszeitkonten. Sie gibt es laut DIHK nur in 8 beziehungsweise 3 % aller Fälle.




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