Power aus der Pille
Überall in der Arbeitswelt wachsen die Belastungen. Da scheinen leistungssteigernde Präparate ein Ausweg zu sein. Doch der leichtfertige Griff zu Aufputschmitteln ist riskant - die Gefahren für die Gesundheit sind groß.
Um vor dem wichtigen Auftritt ihren "Flattermann" unter Kontrolle zu kriegen, greifen viele Konzertmusiker zu Tabletten. Solche Medikamente - Betablocker wie etwa Metoprolol - hemmen die Beta-Rezeptoren des Nervensystems. Dadurch wird das Stresshormon Adrenalin an der Ausschüttung gehindert. Folge: Der Blutdruck sinkt, die Aufregung vergeht. Die zitternde Hand beruhigt sich, und das Spiel klingt sicherer - fehlerfreie Harmonien dank neurochemischer Optimierung. Doch nur für einen Abend. Dann muss die nächste Tablette her. Diese Art der Stressbewältigung ist unter Streichern, Bläsern und Pianisten mittlerweile so verbreitet, dass im Universitätsklinikum Bonn jüngst eine "Lampenfieber-Ambulanz" eingerichtet wurde. Dort sollen die Musiker mittels Entspannungsübungen lernen, auch ohne Pillen mit dem Druck fertig zu werden.
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Autor: Thomas Worm




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Psychische Belastung wächst
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