Offene Worte
Mitarbeitergespräche sind ein wichtiges Instrument der Personalführung. Sie können das Wir-Gefühl im Unternehmen stärken. Doch sollten einige grundlegende Regeln beachtet werden.
Es findet einmal im Jahr statt und dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten. Und wenn das Mitarbeitergespräch (MAG) gut läuft, nutzt es allen: Führungskräfte erhalten Anregungen und Ideen, bekommen Rückmeldungen über ihr Verhalten, treffen mit Mitarbeitern konkrete Zielvereinbarungen. Diese wiederum können mögliche Unstimmigkeiten klären, persönliche Entwicklungsmöglichkeiten ansprechen, ihre Vorstellungen über den weiteren Weg ihres Arbeitsbereichs einbringen. Das Unternehmen selbst kann auf Basis der Gespräche Abläufe optimieren, die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter verbessern, ihr Potenzial verstärkt ausschöpfen.
Gleichberechtigte Partner
Seit den 70er Jahren wird das Mitarbeitergespräch in Deutschland als Instrument der Personalführung eingesetzt. Anders als beim Personalgespräch geht es nicht um akute Probleme oder Konflikte, um Änderungen im Arbeitsvertrag oder gar eine Kündigung. Abseits des Tagesgeschäfts in Ruhe miteinander reden, über Vergangenes und Künftiges - das ist die Grundidee des MAG. Vorgesetzter und Mitarbeiter begegnen sich dabei als gleichberechtigte Partner. In einem persönlichen, vertrauensvollen und vertraulichen Gespräch ziehen sie Bilanz über die Zusammenarbeit im vergangenen Jahr und legen neue Ziele für die kommenden zwölf Monate fest.
Wo stehen die einzelnen Mitarbeiter? Möchten sie sich beruflich verändern? Sind sie an Fortbildungen interessiert? Arbeitsaufgaben, Arbeitsumfeld, Zusammenarbeit und Führung sowie Veränderungs- und Entwicklungsperspektiven sind die klassischen Inhalte eines MAG. Darüber hinaus können grundsätzlich alle Themen aufgegriffen werden, die den Beteiligten wichtig sind.
Neben den Inhalten ist vor allem die Gesprächsführung von Bedeutung: Gefragt ist vom Vorgesetzten die Fähigkeit zuzuhören, gefragt sind Gesprächs-Partner, keine Gesprächs- Gegner. "Manche Führungskräfte missverstehen die Funktion eines Jahresmitarbeitergespräches und konfrontieren ihren Mitarbeiter dann mit der gesammelten, unterjährig jedoch nicht geäußerten Kritik eines Jahres", monierte der Managerberater Rüdiger Klepsch in der Wochenzeitung "Die Zeit". So demotiviere man seine Mitarbeiter.
Für Auseinandersetzungen gibt es das Konfliktgespräch, das unabhängig vom Jahresmitarbeitergespräch geführt werden sollte. Was nicht heißt, dass Probleme unter den Tisch gekehrt werden. Für Kritik ist im Mitarbeitergespräch Raum, nur sollte sie mit Fingerspitzengefühl vermittelt werden.
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Autor: Rainer Busch




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