Laut, heiß, stickig - gesundheitliche Beeinträchtigungen am Arbeitsplatz, Teil 1
Wenn Lärm gefährlich wird
Geräusche sind allgegenwärtig - und können am Arbeitsplatz zum gesundheitlichen Risiko werden. Doch oft lässt sich mit einfachen Mitteln Abhilfe schaffen. Das steigert das Wohlbefinden der Mitarbeiter und kann mittelfristig den Krankenstand senken.
Lärm ist das Geräusch der anderen. Dieses Wort Kurt Tucholskys kann Elke Sorge nur bestätigen. Die 55-Jährige ist seit elf Jahren in der Ganztagsbetreuung der Gräfin- Imma-Grundschule in Bochum-Stiepel tätig. Vor allem zur Mittagszeit, in der bis zu 70 Kinder in mehreren Schichten gleichzeitig mit Essen versorgt werden müssen "steppt der Bär im Kettenhemd", so Elke Sorge. Das zehrt an den Nerven. Dabei ist es weniger der anschwellende Bocksgesang der vielen Kinderstimmen, als vielmehr das I-Tüpfelchen: "Wenn es nur laut ist, ist das okay. Aber wenn noch Gekeife und Gezanke hinzukommt", meint Elke Sorge, "dann heißt es nur noch: Keiner spricht mich mehr an."
Lärm ist in der Tat eine subjektive Empfindung, zumindest wenn der Lärmpegel nicht exorbitant hoch ist. Hinzu kommen Situation sowie Zeitpunkt, denn ein und dasselbe Geräusch kann in einer Situation als neutral, im anderen Moment aber als belästigend empfunden werden.
So stört alle Menschen das nächtliche Bellen des Nachbarhundes, tagsüber hingegen wird es vielleicht gar nicht wahrgenommen. Möchte man sich unterhalten, stören Geräusche am Nachbartisch. Ist man aber die Person, die die Geräusche verursacht, wundert man sich über die Empfindsamkeit der anderen.
Ruhe ist Voraussetzung für konzentriertes Arbeiten. Doch gerade an dem Ort, an dem die meisten Menschen ihren ganzen Tag verbringen, herrscht alles andere als das. Fax, Drucker und weitere Gerätschaften, aber vor allem Kollegengespräche und Telefonate samt Telefonklingeln halten den Geräuschpegel im Büro so hoch, dass Lärm täglich circa eine halbe Stunde Arbeitszeit (an effektivem Arbeiten) kostet. Dabei ist der Büroangestellte Täter und Opfer zugleich.
weiterführende Links
Autor: Dr. med. Suzann Schmiegel-Kirschner




weiter...
Effektive Lärmminderung
Das Arbeitgeber-Magazin der DAK können Sie hier online lesen.




