Gesunde Mitarbeiter - gesundes Unternehmen
Wer sich im Job wohl fühlt, leistet mehr. Ein Betriebliches Gesundheitsmanagement kann helfen, die Mitarbeiter fit zu halten. Spezielle Programme widmen sich der Wiedereingliederung nach Unfällen oder längerer Krankheit.
Stephan Bartels kommt aus dem Gymnastikraum. An jedem Mittwochnachmittag gibt der 45-Jährige den "Rücken-Fit"-Kurs. Jetzt hat er noch ein Gespräch, später wird er den diesjährigen Benefizlauf planen.
Der Diplom-Sportlehrer arbeitet als Gesundheitsmanager bei der MBH Maschinenbau und Blechtechnik GmbH in Ibbenbüren. Für die 280 Beschäftigten des Familienunternehmens und die Geschäftsleitung ist er nicht nur ein Trainer, sondern auch der erste Ansprechpartner, wenn es um Gesundheit im Betrieb geht.
Vor sechs Jahren begann der Zulieferbetrieb, ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) zu installieren. Der Krankenstand lag zwar mit etwa zwei Prozent unter dem Durchschnitt. Doch der Firmenleitung reichte das nicht. Sie wollte zufriedene Mitarbeiter haben und einen Anreiz schaffen, bei einem Unternehmen in der ländlichen Region anzuheuern.
Stephan Bartels erforschte zunächst, was die Mitarbeiter brauchten. Firmen- und Abteilungsleitungen unterstützten ihn dabei. Eine Befragung ergab, dass die Mitarbeiter stark unter Stress und Zeitdruck litten. 42 Punkte umfasste die Wunschliste, die sie in Workshops erarbeiteten. Der Gesundheitsmanager machte sich an die Umsetzung.
Gesundheitsförderung im Betrieb bezeichnet ein strategisches Vorgehen, das Prävention und Arbeitsschutz einschließt, ebenso wie die Arbeitsorganisation und eine systematische Eingliederung nach längerer Krankheit. Das Ziel lautet: "Gesunde Arbeit in gesunden Organisationen".
Grundlage ist die europaweit geltende "Luxemburger Deklaration", die bislang von mehr als 70 Unternehmen und Verwaltungen in Deutschland unterzeichnet wurde. Darin wird der Anspruch ausgedrückt, Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu verbessern - als Gemeinschaftsleistung von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Gesellschaft.
Dass sich dieser Ansatz stärker durchsetzt, dafür engagiert sich unter anderem das Deutsche Netzwerk für betriebliche Gesundheitsförderung (DNBGF). Außerdem fördert der Gesetzgeber Anstrengungen von Unternehmen finanziell. Seit Anfang 2008 können Gesundheitsangebote von bis zu 500 Euro für jeden Arbeitnehmer im Jahr steuerlich abgesetzt werden.
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Autor: Sabine Henning




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