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Diagnose: Stress im Job

Ergänzung

Dauerhaft hohe Belastungen in der Arbeitswelt sind eine der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts. Eine ausgewogene Balance zwischen Leistung und Entlastung ist die beste Vorsorge, um Körper und Seele gesund zu erhalten.

Morgens die Erste im Büro, tagsüber ein Meeting nach dem anderen, keine Zeit für Mittagspausen und dabei ständiger Termindruck: Die Freude an ihrer Arbeit war bei Anna S., 39 Jahre, Projektleiterin in einem IT-Konzern, schon lange auf der Strecke geblieben. Irgendwann streikte der Körper: Übelkeit, Schwindel, Herzrasen - Anna S. brach zusammen und wurde in eine Klinik eingeliefert. Körperliche Ursachen für den Kollaps ließen sich nicht ausmachen. Es war die Seele, die rebellierte, weil der Druck der Arbeit einfach zu groß geworden war.

Schöne neue Arbeitswelt?


Unsere moderne Arbeitswelt schafft Anforderungen, die oft starke Belastungen für den Einzelnen mit sich bringen. Der aktuelle DGB-Index "Gute Arbeit" belegt: Viele Arbeitnehmer beklagen die Rahmenbedingungen an ihrem Arbeitsplatz. Vor allem mangelnder Respekt, Überforderung und unzureichende Entwicklungsmöglichkeiten waren die ausschlaggebenden Bewertungsfaktoren.

Zahlreiche Berufstätige reagieren darauf mit typischen Stress-Symptomen: Nach einer aktuellen DAK-Studie leidet jeder Siebte an Herzrasen, rund ein Drittel an Konzentrationsstörungen, Unruhe und depressiven Verstimmungen. Mehr als die Hälfte kann selbst nachts nicht abschalten und wälzt sich schlaflos im Bett. Der Übergang zu psychischen Erkrankungen wie Burn-out und Depressionen ist fließend. "Chronischer Stress ist ein wichtiger Faktor für das Entstehen seelischer Krankheiten", sagt Diplom-Psychologe Frank Meiners von der DAK. Laut des aktuellen Gesundheitsreports geht jeder zehnte Fehltag auf das Konto psychischer Erkrankungen. Dabei spielen Alkoholsucht und Medikamentenabhängigkeit eine große Rolle.

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