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Beruf und Familie in Einklang bringen

Gerade was die Mitarbeiterbindung und die Attraktivität als Arbeitgeber angeht, punkten die Unternehmen, die familienfreundliche Maßnahmen im Angebot haben. Denn etwa die Hälfte aller Arbeitnehmer mit Kindern ist der Ansicht, dass bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber die betrieblichen Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Job ebenso wichtig sind wie ein angemessenes Gehalt - so das Ergebnis einer weiteren Studie des Familienministeriums. Für sehr viele ist es sogar vorstellbar, den Arbeitgeber zu wechseln, um Beruf und Familie besser in Einklang zu bringen. Tatsächlich hat schon rund ein Viertel der Befragten aus eben diesem Grund den Arbeitgeber gewechselt. Welches Unternehmen kann es sich heute leisten, gut eingearbeitete, qualifizierte Mitarbeiter zu verlieren, nur weil sie Mütter oder Väter geworden sind?

"In Zeiten des Fachkräftemangels darf es eigentlich keine Frage mehr sein, ob sich ein Unternehmen familienfreundliche Maßnahmen leisten will. Es gibt dazu keine Alternative", ist Professorin Rump überzeugt. Tatsächlich hat eine Vielzahl von Unternehmen das Thema "Vereinbarkeit von Familie und Beruf - bereits auf der Agenda stehen und nutzt es als wichtiges Instrument, um die eigene Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern. Dabei ist es ein Trugschluss, wenn man annimmt, dass dies ein Feld ist, in dem sich vor allem die großen, finanzstarken Unternehmen engagieren können. Gerade die kleinen, inhabergeführten Betriebe sind in vielen Bereichen seit Jahren aktiv - ohne es jedoch zu verbalisieren. So war Sabine Schönberger, die ein kleines Stahlbauunternehmen mit 28 Beschäftigten leitet, selbst etwas erstaunt, als man 2005 dem Betrieb das Siegel "Familienfreundlichstes Unternehmen" verlieh: "Alles was wir für unsere Angestellten machen, ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Das gehört einfach zum vertrauensvollen Umgang miteinander."

So geht man bei Schönberger Stahlbau möglichst stark auf die Lebensplanung eines jeden Mitarbeiters ein: Dem jungen Vater erspart man die langen heimatfernen Montageeinsätze, die dem Single nichts ausmachen. Der bekommt vor seiner Rückkehr dafür den Kühlschrank gefüllt, und jemand kümmert sich um die Zimmerpflanzen. Zuschüsse zur Kinderbetreuung, Altersvorsorge, Extraurlaub für besondere Anlässe wie Einschulung oder Abschlussfeier sind weitere Mosaiksteine des Rundum-sorglos-Pakets. Ausgerechnet hat Sabine Schönberger noch nicht, was sie das kostet. "Dafür ist mir meine Zeit zu schade", lacht sie. Einige Zahlen kann sie dennoch nennen: null Fluktuation, eine Krankheitsquote von 1,8 % und rund 30 % mehr Initiativbewerbungen von gut qualifizierten Leuten, seit sich herumgesprochen hat, wie gut es den Leuten bei Schönberger Stahlbau geht.

Auszug aus einem Artikel der Zeitschrift "Arbeit und Gesundheit Personal". Den Originalartikel können Sie unter redaktion@arbeit-und-gesundheit.de bestellen.

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