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Wie sich mit importierten Arzneimitteln Geld sparen lässt.

Schnäppchen aus der Apotheke

Medikamente sind in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden – in Einzelfällen um mehr als 150 Prozent. Vor allem Schmerz- und Erkältungsmittel sowie Magen-Darm-Präparate kosten heute wesentlich mehr als noch vor fünf Jahren. Sparen kann man mit so genannten Re-oder Parallelimporten aus dem europäischen Ausland. Diese Medikamente sind um bis zu zwei Drittel günstiger als die deutschen.

Im Ausland billiger

In Spanien kostet ein gängiges Parkinsonmittel rund 16 Euro, in Großbritannien umgerechnet etwa 20 Euro – hierzulande zahlt man über 35 Euro. Schuld ist die unterschiedliche Preispolitik: Im europäischen Ausland werden die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente oft staatlich festgelegt – in Deutschland gibt es eine solche Reglementierung nicht. Auch die Steuern tragen zu höheren Preisen bei: Während Medikamente bei unseren Nachbarn meist niedriger oder gar nicht besteuert werden, zahlen die Deutschen die volle Mehrwertsteuer. Allerdings sind deutsche Apotheker seit Januar 2004 per Gesetz verpflichtet, auch die preiswerten Importarzneien anzubieten – aufgrund der Transportkosten nicht ganz so günstig wie im Ausland, aber immer noch preiswerter als die deutschen Präparate.

Steuern belasten das System

Trotz aller Sparmodelle lagen die Ausgaben der Krankenkassen für Arzneimittel 2007 bis zu 14 Prozent über dem Vorjahreswert – nicht zuletzt dank höherer Abgaben. Vor allem die Mehrwertsteuer von 19 Prozent treibt den Preis nach oben. „Es kann nicht sein, dass Deutschland auf Medikamente den vollen Steuersatz erhebt. Die meisten europäischen Länder handhaben dies anders. Dort gibt es teilweise gar keine Besteuerung. Das Paradoxe dabei: Der Verkauf von Blumen und Hundefutter wird hierzulande steuerlich begünstigt, während für wichtige Medikamente der volle Satz gilt.

Auf Umwegen zum Ziel

Zwei Arten des Imports werden unterschieden: Parallelimporte, die im Ausland für den dortigen Markt hergestellt werden, und Reimporte – diese werden in Deutschland produziert und ins Ausland geschickt. Dort werden beide von Importeuren günstig aufgekauft und können anschließend auf dem deutschen Markt zu niedrigen Preisen angeboten werden. Dieses Verfahren erscheint zunächst sehr umständlich. Es hat jedoch einen entscheidenden Vorteil: Die importierten Mittel sind identisch mit den deutschen – zu einem erheblich geringeren Preis. Die Importe unterscheiden sich lediglich in der Verpackung. Diese wird jedoch mit einer deutschsprachigen Beschriftung versehen und der Beipackzettel durch einen einheimischen ersetzt. Übrigens: Sparen können nicht nur Patienten, auch das deutsche Gesundheitssystem wird entlastet: Rund 450 Millionen Euro können allein durch Re- und Parallelimporte jährlich gespart werden.

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