Kurz erklärt
Benzodiazepin
Die meisten Psychopharmaka machen nicht abhängig. Ausnahme: Benzodiazepin. Dieser Wirkstoff ist häufig in Schlaf- und Beruhigungsmitteln zu finden und sollte nur kurzfristig eingesetzt werden, da er innerhalb weniger Tage süchtig machen kann.
Blutdrucksenker
Ein hoher Blutdruck gilt als Risikofaktor für Krankheiten, die das Herz- und Gefäßsystem betreffen. Mögliche Auswirkungen: Schlaganfall und Herzinfarkt. Blutdrucksenker helfen dabei, den Blutdruck und das Risiko von Folgeerkrankungen niedrig zu halten.
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Bevor ein neues Medikament in die Apotheken kommt, untersucht das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Wirksamkeit, Reinheit, Qualität und Unbedenklichkeit des Präparats. Auch Beobachtungen zu Auffälligkeiten oder Komplikationen laufen hier zusammen.
Generikum
Wenn der Patentschutz eines Arzneiwirkstoffes abläuft, können auch andere Firmen Nachahmerprodukte, die so genannten Generika, herstellen. Diese enthalten den gleichen Wirkstoff wie das ursprüngliche Präparat, lediglich Hilfsstoffe wie Stärke, Zucker, Wasser oder Alkohole dürfen sich unterscheiden. Generika sind meistens preisgünstiger als das Original, weil Kosten für Forschung und Entwicklung entfallen.
IQWiG
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nimmt Qualität und Wirtschaftlichkeit von medizinischen Leistungen unter die Lupe. Dazu gehören beispielsweise
Operations- und Diagnoseverfahren, Arzneimittel sowie Behandlungsleitlinien. Alle Erkenntnisse des unabhängigen Instituts stehen Entscheidungsträgern im Gesundheitswesen, aber auch Verbrauchern zur Verfügung.
Lipidsenker
Patienten, die mit Übergewicht zu kämpfen haben und sich zu wenig bewegen, riskieren eine Störung des Fettstoffwechsels sowie lebensgefährliche Verengungen in den Arterien. Verordnet werden dann so genannte Lipidsenker, die schädliches Cholesterin aus der Blutbahn entfernen.
Me-too-Präparat (engl. me too = ich auch)
Arzneimittel, die im Vergleich zu bereits eingeführten Präparaten unwesentlich veränderte Wirkstoffe enthalten. Im Gegensatz zu Generika genießen Me-too-Präparate deshalb Patentschutz. Dadurch sind sie für die Dauer des Patents vor Nachahmung geschützt und können zu einem vergleichsweise hohen Preis auf den Markt gebracht werden.
Nahrungsergänzungsmittel
Produkte im Grenzbereich zwischen Arznei- und Lebensmitteln. Sie dienen der erhöhten Versorgung mit bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen. Einen höheren Bedarf haben Schwangere, Stillende, Hochleistungssportler oder alte Menschen. Bei einer Fehldosierung können Nahrungsergänzungsmittel Nebenwirkungen hervorrufen und sollten nur in Absprache mit dem Arzt oder Apotheker eingenommen werden.
Naturmedikamente
Pflanzliche Arzneimittel werden durch Extraktion aus frischen oder getrockneten Heilpflanzen gewonnen. Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen, toxische Effekte oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind allerdings nicht ausgeschlossen.
Placebos
sind Imitationen von Medikamenten, die in Aussehen und Geschmack echten Präparaten gleichen, aber keinen Wirkstoff beinhalten. In der Regel bestehen sie aus Zucker oder Stärke. Die positive Wirkung des Placebos setzt ein, wenn der Patient nicht weiß, dass ihm ein Scheinmedikament verabreicht wird. Sonderfall: Beim so genannten Nocebo-Effekt verspüren Patienten negative Auswirkungen wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit, wenn sie ein Placebo einnehmen.
Psychopharmaka
Hierbei handelt es sich um Arzneistoffe, die auf die Psyche des Menschen wirken und der Behandlung psychischer und neurologischer Erkrankungen dienen. Hierzu „docken“ die Medikamente an den Synapsen im Gehirn an und unterstützen die Kommunikation zwischen den Zellen. Diese Reizübertragung ist bei vielen psychischen Erkrankungen gestört. Keine andere Medikamentengruppe wird jedoch so kontrovers diskutiert: Einerseits ermöglichen sie den Betroffenen ein fast normales Leben, andererseits können in extremen Fällen Herz-Kreislauf-Probleme und sexuelle Funktionsstörungen auftreten.
Rabattverträge
Seit dem 1. Januar 2003 können Krankenkassen mit Arzneimittelherstellern Rabattverträge abschließen. Im Interesse der Versicherten lassen sich so günstigere Preise für die Präparate aushandeln.
Reimporte
So nennt man Arzneimittel, die in Deutschland produziert und dann ins Ausland geschickt werden. Dort kaufen Importeure sie günstig auf und verkaufen sie anschließend auf dem deutschen Markt zu niedrigen Preisen.
Selbstmedikation
Wer versucht, Kopfschmerzen, Erkältungen oder Durchfall auf eigene Faust zu kurieren, greift in erster Linie zu rezeptfreien Pillen oder Hausmitteln. Risiko bei der Selbstmedikation: Ohne Arzt können gesundheitliche Gefahren leicht übersehen werden.








