Die wichtigsten Regeln zu Einnahme, Haltbarkeit und Lagerung
Das 1x1 der Medikamente
Darf ich das Nasenspray vom letzten Winter noch benutzen? Warum muss ich Antibiotika auch dann noch nehmen, wenn ich mich besser fühle? Die DAK gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen im Umgang mit Medikamenten.
1. Wie bewahre ich Medikamente richtig auf?
Sie sollten grundsätzlich kühl, dunkel und trocken gelagert werden, damit sie möglichst lange haltbar bleiben. Entgegen der weit verbreiteten Gewohnheit gehört die Hausapotheke nicht ins Badezimmer – hier schaden Wärme und Feuchtigkeit den Medikamenten. Besser geeignet sind Schlafzimmer oder Flur. Familien sollten die Medizin außerdem in einem abschließbaren Schrank aufbewahren – so fällt sie nicht in Kinderhände.
2. Werden Arzneimittel schlecht?
Medikamente sind nur begrenzt haltbar. Daher immer auf das Verfallsdatum achten. Ist dies abgelaufen, wirken die Mittel unter Umständen nicht mehr. Außerdem können sich Inhaltsstoffe im Lauf der Zeit zersetzen und Reizungen oder sogar Vergiftungen hervorrufen. Auch fett- und wasserhaltige Produkte wie Salben und Cremes sollte man nach dem Öffnen zügig verbrauchen, sonst werden sie ranzig oder verderben. Bei Augentropfen und anderen flüssigen Medikamenten beim ersten Öffnen das aktuelle Datum auf dem Fläschchen notieren und nach vier Wochen entsorgen – sonst besteht Infektionsgefahr.
3. Wohin mit unbrauchbaren Medikamenten?
Um abgelaufene Arzneimittel auszusortieren, einmal im Jahr die Hausapotheke einem Routinecheck unterziehen. Zur Entsorgung bringt man die Medikamente am besten in die Apotheke zurück. Neben dem offiziellen Verfallsdatum erkennt man unbrauchbare Mittel auch an folgenden Merkmalen:
Medikamente nicht mehr verwenden, wenn …
- Tabletten und Dragees Verfärbungen oder Risse aufweisen Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure nach Essig riechen
- Salben und Cremes eingetrocknet oder flüssig geworden sind oder ungewöhnlich riechen
- Klare Flüssigkeiten trüb geworden sind oder sich am Boden ein Niederschlag abgesetzt hat
- Zäpfchen glitzernde Ablagerungen oder Verformungen haben
4. Wie nehme ich Tabletten richtig ein?
Tabletten nie mit Milch oder Alkohol schlucken, das kann die Wirkung beeinträchtigen. Stattdessen mit einem Glas Wasser nachspülen, so lösen sie sich am schnellsten auf. Den Kopf bei der Einnahme nicht in den Nacken legen. Die Tablette "rutscht" besser, wenn man Kopf und Oberkörper leicht nach vorne neigt. Sollen Medikamente schnell wirken, nimmt man sie am besten nüchtern ein. Manche Arzneimittel reizen allerdings den Magen, so dass sie nur mit den Mahlzeiten verwendet werden dürfen. Dazu unbedingt den Beipackzettel lesen!
5. Wie verwende ich Arzneien für Haut und Schleimhäute?
Salben immer nur als dünnen Film und dafür lieber öfter auftragen. Die natürliche Barrierefunktion der obersten Hautschicht bewirkt nämlich, dass jeweils nur geringe Mengen eines Wirkstoffes aufgenommen werden. Die weit verbreitete Ansicht „viel hilft viel“ ist hier also völlig fehl am Platz. Ähnliches gilt für Nasensprays: Die Schleimhäute können damit zwar zum Abschwellen gebracht werden. Benutzt man sie jedoch über mehrere Wochen, trocknen diese aus und schwellen dauerhaft an. Dadurch werden die Schleimhäute anfällig für Krankheitserreger, die neue Infektionen hervorrufen.
6. Wie gefährlich sind Schmerz- und Schlafmittel?
Grundsätzlich sollte kein Medikament auf Dauer ohne ärztlichen Rat eingenommen werden. Das gilt auch für rezeptfreie Schmerz- oder Schlafmittel. Zu viele Tabletten können die körpereigene Schmerzregulation durcheinanderbringen. Am Ende besteht die Gefahr, dass die Medikamente selbst zum Auslöser des Schmerzes werden – ein Teufelskreis. Schmerz- und Schlafmittel können darüber hinaus psychisch und körperlich abhängig machen. Besonders gefährlich sind die so genannten Benzodiazepine . Diese sind allerdings durchweg verschreibungspflichtig. Hier sollte man keinesfalls eigenmächtig die Dosis erhöhen.
7. Muss ich Antibiotika vollständig aufbrauchen?
Ja, unbedingt! Denn auch wenn die Beschwerden nach wenigen Tagen abklingen, sind in diesem Stadium meist noch feindliche Bakterien im Körper. Sobald das Antibiotikum abgesetzt wird, vermehren sie sich, und die Krankheit bricht erneut aus. Generell sollten Antibiotika nicht leichtfertig, sondern nur bei schweren bakteriellen Infektionen wie Mandel- und Lungenentzündungen verwendet und vom Arzt verschrieben werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Erreger resistent werden, so dass die Mittel im Ernstfall nicht mehr wirken.
8. Medikamente und Autofahren?
Auf der Straße oder beim Bedienen von Maschinen ist schnelle Reaktionsfähigkeit gefragt. Diese kann durch Medikamente beeinträchtigt sein. Was die meisten nicht wissen: Bei jedem vierten Unfall sind Arzneimittel im Spiel. Besonders Schlaf- und Beruhigungsmittel sind gefährlich, aber auch manche Allergiepillen, Schmerz- und blutdrucksenkende Mittel sowie Diabetesmedikamente und alkoholhaltige Arzneien. Diese können die Aufmerksamkeit beeinträchtigen, die Reaktionsdauer verlängern oder einschläfernd wirken. Auch bei vermeintlich harmlosen Präparaten daher lieber noch einmal einen Blick in den Beipackzettel werfen – und im Zweifelsfall auf das Auto verzichten.
9. Darf ich während der Schwangerschaft Medizin nehmen?
Medikamente können während der Schwangerschaft und durch das Stillen unerwünschte Nebenwirkungen auf den Nachwuchs haben. Ideal wäre es daher, wenn Frauen während dieser Zeit ganz auf Arzneimittel verzichten. Wenn es nicht ohne geht, stimmen Sie sich vorher in jedem Fall mit Ihrem Arzt ab oder fragen Sie in der Apotheke.
10. Worauf müssen ältere Menschen achten?
Ältere Patienten sind häufig auf bis zu zehn verschiedene Medikamente angewiesen. Nicht selten ist die Dosierung jedoch kompliziert und der Mensch vergesslich: Gefährliche Fehl- oder Überdosierungen drohen. Eine Hilfestellung sind so genannte Arzneikassetten. Diese bieten Fächer für alle Wochentage sowie für die Einnahmezeiten morgens, mittags und abends. Für den Notfall am besten die Medikamente aufschreiben und die Liste mit in die Hausapotheke legen. So hat der Arzt schnell einen Überblick über die eingenommenen Mittel und kann die Behandlung besser abstimmen.








