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Magen: Sensible Speisekammer

Der Magen ist unser Nahrungsspeicher. Er lagert und zerkleinert das, was wir essen, damit es weiter verdaut werden kann. fit! klärt über das Organ mit den vielfältigen Eigenschaften auf.

In leerem Zustand fasst er weniger als eine Safttüte für Kinder. Doch prall gefüllt dehnt er sich aus – und wird groß genug, um fast zwei Liter Essen und Getränke aufzunehmen. Weil der Magen eine Muskelschicht hat, kann er das Essen kneten, zusammendrücken und mit dem sauren Magensaft mischen. Am längsten braucht er, um fette Lebensmittel zu verarbeiten: Sechs Stunden und länger hat er etwa an einer Frühstückswurst zu knabbern, die zur Hälfte aus Fett besteht.

Der Magensaft enthält Salzsäure und Pepsin - ein Enzym, das Eiweiße so aufspaltet, dass der Körper sie aufnehmen kann. Er schützt vor Infektionen, weil er die meisten Bakterien abtötet. Jeden Tag gibt die Magenschleimhaut zwischen zwei und drei Liter Magensaft ab. Die Produktion der Magensäure beginnt auch im Kopf: leckere Speisen zu riechen und zu sehen, regt sie an. Die Magenschleimhaut kleidet den Magen komplett aus und schützt ihn davor, sich durch den sauren Magensaft selbst zu verdauen.

Das mag der Magen: Kleine Mahlzeiten, wenig Fett, Obst, Gemüse, Vollkornprodukte. Das mag er nicht: Stress, Zigaretten, Alkohol, salzhaltige, fette Kost - etwa gepökeltes Fleisch.

Das Nervensystem des Magen-Darm-Traktes reagiert bei manchen Menschen überempfindlich gegen die Säurebildung. Ihr Bauch drückt, sie leiden unter Völlegefühl und Übelkeit. Bei einem Reizmagen halten die Beschwerden länger als drei Monate an und werden bei Stress stärker. Studien zeigen auch, dass ein Reizmagen nur in ganz seltenen Fällen zu ernsthafteren Komplikationen führt. "Patienten müssen lernen, mit den Beschwerden umzugehen", sagt der Gastroenterologe Professor Wolfgang Fischbach von der Gastro-Liga. "Dazu gehört, Auslöser wie Stress zu vermeiden und auf individuelle Unverträglichkeiten zu achten."

Kleiner Übeltäter: Mehr als jeder dritte Mitteleuropäer ist Schätzungen zufolge mit dem Magenkeim Helicobacter pylori infiziert. Die allermeisten Menschen merken jedoch nichts davon. In manchen Fällen löst das Bakterium jedoch eine Magenschleimhautentzündung aus. Der Arzt entnimmt bei einer Magenspiegelung eine Gewebeprobe und kann so den Keim nachweisen. Bei einer entsprechenden Indikation – etwa einem Magengeschwür - erhalten die Betroffenen eine Dreifach-Kombination aus starkem Säureblocker und Antibiotika.

Auch Schmerzmittel, wie Acetylsalizylsäure (ASS) oder Ibuprofen können eine chronische Magenschleimhautentzündung auslösen - sie bringen das Gleichgewicht im Magen durcheinander. Wenn Beschwerden wie Übelkeit und Druck im Oberbauch länger als drei Wochen anhalten, sollte man zum Arzt gehen. Niedrige Dosen von ASS, wie sie viele Patienten mit Herzproblemen einnehmen müssen, werden aber in der Regel gut vertragen.

Magenkrebs ist der zweithäufigste Tumor des Verdauungstraktes, neben Dickdarmkrebs. In der Bundesrepublik Deutschland sterben jährlich etwa 14.000 Menschen daran. Wird ein Karzinom frühzeitig erkannt und entfernt, bestehen gute Heilungschancen. Fehlernährung, aber auch Vererbung und Helicobacter pylori gelten als Auslöser für die Krankheit. Alarmstufe rot gilt bei Gewichtsverlust, häufigem Erbrechen – auch mit Blut und schwarzem Stuhl. In einem frühen Stadium ruft Magenkrebs nur sehr selten Beschwerden hervor. Wer Verwandten ersten Grades hat, die unter Magen- oder Darmkrebs litten, sollte daher unbedingt regelmäßig zur Vorsorge gehen.

Gut zu wissen: Das sagen unsere Experten

Ratgeberbroschüren mit weiteren Informationen und Tipps zum Thema Magen können Sie beim DAK-Kooperationspartner Gastro-Liga e.V. unter Verknüpfung mit einer Internetseite außerhalb DAK.dewww.gastro-liga.de "Publikationen" herunterladen. Oder Sie senden einen mit 1,45 Euro frankierten und adressierten DIN-A5-Rückumschlag an die Geschäftsstelle der Gastro-Liga, Friedrich-List-Str. 13, 35398 Gießen. Für den 6. November lädt die Gastro-Liga bundesweit zum Aktionstag "Magen in Not – Neues aus der Wissenschaft" ein. Die Termine finden Sie auf der Liga-Website.

Verknüpfung mit einer internen Seite auf DAK.deFleisch als Fitmacher

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