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Sanfter Druck löst Staus auf

Lymphdrainage

Wer weiß schon, dass Lymphdrainagen Abwandlungen der klassischen Massage sind. Noch vor einem halben Jahrhundert war diese Form der Behandlung ein Stiefkind der Medizin. Mittlerweile ist sie weitgehend anerkannt. Die Lymphdrainage wurde in den dreißiger Jahren vom französischen Arzt Dr. Emil Vodder erstmals bei Schwellungen angewendet und seither ständig weiterentwickelt.

Lymphdrainagen können helfen bei:

  • Blutergüssen
  • Knochenbrüchen
  • Ödemen
  • Thrombosen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Schwellungen als Folge von Unfällen oder Operationen
  • Nachsorge bei Brustkrebsoperationen

Lymphdrainagen werden immer mit weiteren Entstauungsmethoden eingesetzt, wie zum Beispiel intensive Bewegungsübungen, Bandagierungen, Hautpflege, entstauender Lagerung etc.

Lymphbahnen - Ein wichtiger Kreislauf

Neben dem Blutkreislauf durchzieht Ihren Körper noch ein weiteres Gefäßnetz: die Lymphbahnen. Sie haben die Aufgabe, lebenserhaltende Stoffe zur Versorgung der Körperzellen zu transportieren. Da die Lymphe auch Schadstoffe, Krankheitserreger und schadhafte Zellen mit sich führt, sind in das System der Lymphbahnen Filterstationen eingeschaltet, die Lymphknoten. Diese reinigen die Lymphe von schädlichen Bestandteilen und verhindern somit ihre Abgabe ins Blut.

So wirkt die Lymphdrainage

Die Lymphdrainage hilft Ihnen bei der Entstauung von ödematösen Schwellungen. Sanfter Druck und kreisende Bewegungen genügen, um den Abfluss gestauter Lymphflüssigkeit über das Lymph- und Venensystem zu beschleunigen, die Transportkapazität zu steigern und die Ausscheidung der Stoffwechselabfälle zu fördern. Die Massagerichtung orientiert sich dabei an der Abflussrichtung Ihrer Lymphgefäße. Wissenschaftliche Studien beweisen eine deutliche Besserung von Schwellungen, z. B. nach Brustoperationen. Auch bei Heuschnupfen, Ekzemen, Neuralgien oder Osteoporose wird Lymphdrainage hin und wieder angewendet. Es fehlt allerdings der Beweis, dass sie in diesen Fällen wirklich hilft. Wissenschaftler tippen eher auf einen Placebo-Effekt.

Was sie noch wissen sollten

Wie oft und wie lange?Das liegt in den Händen Ihres behandelnden Arztes:

  • Meist staffeln sich zehn Therapiesitzungen zur Serie.
  • Lymphdrainagen sollen und dürfen nur von ausgebildeten und zugelassenen Masseuren und Physiotherapeuten angewendet werden.
  • Seriöse Behandler würden hartnäckige Beschwerden niemals ohne eine schulmedizinische Diagnose behandeln.
  • Therapeuten, die umgehend totale Heilung versprechen, sind nicht glaubwürdig.

Tipp

Die Behandlung eignet sich nicht bei folgenden Krankheitsbildern:

  • Ödeme, die nur auf eine medikamentöse und diätetische Therapie ansprechen
  • akute Infekte
  • dekompensierte Herzinsuffizienz
  • akute Phlebothrombose
  • lokales Tumorrezidiv
  • lokale Tumormetastasierung
  • akute Ekzeme im Ödemgebiet
  • Asthma bronchiale
  • Extremitätenverdickung ohne Ödeme

Das zahlt die DAK

Für ärztlich verordnete Heilmittel, dazu gehört auch die Lymphdrainage, übernimmt die DAK die mit den Vertragsbehandlern vereinbarten Gebühren. Die Zuzahlung beträgt 10,00 Euro je Verordnungsblatt (Rezept) und zusätzlich 10 Prozent der Kosten je Anwendung.

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