Informationen zur Galle
Gift & Galle
Wer sagt, ihm "laufe die Galle über", der ärgert sich. In Wirklichkeit ist zu wenig Gallenflüssigkeit die Ursache für körperliche Beschwerden. Hier erfahren Sie alles über das Organ, das wir zum Fettverdauen brauchen.
Wer kennt die Redensart nicht: "Mir kommt die Galle hoch". Ärger oder Zorn sitzen demnach sprichwörtlich im Körper in einem birnenförmigen Organ, das mit der Leber verbunden ist – der Gallenblase. Hier wird die in der Leber gebildete Gallenflüssigkeit gespeichert. Diese brauchen wir, um Fett aus der Nahrung zu verwerten. Neben 80 Prozent Wasser enthält sie Gallensäuren, Eiweiße, Cholesterin und den gelben Farbstoff Bilirubin. Beachtlich: Bis zu einem Liter Gallenflüssigkeit produziert die Leber pro Tag. Rund 50 Milliliter speichert die Gallenblase. Wenn der Körper Fette verdauen muss, zieht sie sich zusammen und gibt die Flüssigkeit in den Zwölffingerdarm ab. So werden große Fettmoleküle zerkleinert und vom Körper verarbeitet.
Stimmt die Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit nicht mehr, entstehen Gallensteine. Etwa dann, wenn die Leber überlastet ist und sie zu wenig Gallensäure produziert. Übermäßiger Alkoholkonsum, Übergewicht, Diabetes, genetische Veranlagung oder Radikaldiäten erhöhen das Risiko. Anders als der Volksmund nahelegt, ist also nicht die Überproduktion von Galle die Ursache für Gallenleiden, sondern eher der Mangel und die Art der Zusammensetzung.
Steigendes Risiko ab 40
Gallensteine haben etwa jede fünfte Frau und jeder zehnte Mann über 40. "Frauen sind vermutlich aufgrund ihres Hormonhaushalts eher gefährdet als Männer – Östrogene beeinflussen nämlich auch den Fettstoffwechsel2, erklärt Gastroenterologe Professor Jürgen F. Riemann, Vorsitzender der Gastro-Liga. Vor allem Schwangere, die bereits übergewichtig sind, oder Mütter mit Mehrfachschwangerschaften sind betroffen.
Symptome können starke, krampfartige Schmerzen im Oberbauch und Übelkeit nach einer fettreichen Mahlzeit sein. Zum Arzt sollte man unbedingt, wenn der Urin dunkelbraun verfärbt ist. Die beste Prophylaxe ist: Viele Ballaststoffe und wenig ungesundes Fett zu sich nehmen. Ballaststoffe regen die Produktion von Gallensäuren im Blut an, dadurch sinkt der Cholesterinspiegel. Und wer häufiger zu Fuß geht kurbelt die Fettverdauung und damit die Produktion der Gallenflüssigkeit an. Die wenigsten bemerken jedoch, dass sie Gallensteine haben: Nur bei jedem Fünften verursachen sie Beschwerden. Eine Kotrolle der Blutfettwerte kann Gewissheit bringen. Treten Gallensteine im Gallengang auf oder es kommt zu einer Kolik, wird die Gallenblase in der Regel entfernt. Das geschieht meistens mit einer „Schlüsselloch-OP“, für die nur wenige kleine Schnitte in den Bauch nötig sind. „Ohne Gallenblase kann man fast ohne Einschränkungen leben“, sagt Professor Riemann. „Man sollte aber auf eine gesunde Ernährung achten und zu viel Fett meiden – sonst liegt einem der Braten wie ein Stein im Magen.“
Gut zu wissen: Das sagen unsere Experten
]Eine Ratgeberbroschüre mit Informationen und Tipps zum Thema "Gallensteine" können Sie beim DAK-Kooperationspartner Gastro-Liga e.V. unter [
www.gastro-liga.de "Publikationen" herunterladen.








