Die häufigsten Fragen und Antworten zum Thema Sodbrennen
Bei unserer Telefonaktion hatten Sie die Gelegenheit, den Experten der Gastro-Liga, darunter Prof. Dr. Axel Holstege, Chefarzt am Klinikum Landshut, Ihre Fragen zu stellen. Hier die häufigsten Fragen und Antworten:
Was ist der Unterschied zwischen Sodbrennen und Reflux?
Sodbrennen ist keine Krankheit, sondern eine Beschwerde. Der brennende Schmerz hinter dem Brustbein entsteht meist einige Zeit nach einer Mahlzeit, beim Bücken oder Liegen. Er entsteht, wenn der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre nicht optimal funktioniert und Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt und die ungeschützte Schleimhaut reizt. Gelangt der Magensaft in den Mund, spricht man von saurem Aufstoßen. Gelegentliches Sodbrennen ist unbedenklich. Tritt es jedoch mehrmals pro Woche auf, verätzt die Magensäure auf Dauer die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre. Die Folge ist eine Speiseröhrenentzündung (Refluxösophagitis).
Was kann ich gegen Sodbrennen tun, ohne Medikamente nehmen zu müssen?
Vermeiden Sie fettreiche, stark gewürzte, gebratene, zu süße und saure Speisen, Alkohol, Koffein und Nikotin. All das kann den Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre schwächen, Bewegungen der Speiseröhre stören und zu einer vermehrten Säureproduktion führen. Auch Stress, Ärger und Hektik sowie die Einnahme von Schmerzmittel wie Aspirin sollten Sie vermeiden, denn das regt die Säureproduktion des Magens an. Wenn Sie Übergewicht haben, sollten Sie abnehmen, denn durch den erhöhten Druck im Bauchraum wird der Rückfluss des Speisebreis begünstigt. Direkt nach der Mahlzeit lieber bewegen, denn eine liegende Position verstärkt Sodbrennen.
Warum ist es gefährlich, wenn Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt?
Magensäure sorgt dafür, dass Speisen verdaut und Krankheitskeime unschädlich gemacht werden. Daher ist sie sehr aggressiv. Der Magenschleimhaut schadet die Säure nicht. Fließt sie in die Speiseröhre zurück, kann sie Beschwerden auslösen. Geschieht dies häufiger oder verweilt die Magensäure über längere Zeit in der Speiseröhre, wird die empfindliche Schleimhaut gereizt und es kann sich eine Entzündung entwickeln. Meist sind die Schleimhautschädigungen nur oberflächlich, aber es können auch tiefer reichende Schäden mit Geschwüren auftreten.
Warum bekomme ich immer, nachdem ich Schokolade gegessen habe, Sodbrennen?
Süße Speisen wie Schokolade können den Schließmuskel in der unteren Speiseröhre, der normalerweise verhindert, dass Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt, schwächen. Außerdem führen Süßigkeiten dazu, dass der Magen vermehrte Säure produziert und dass die Selbstreinigung der Speiseröhre, also die verstärkte Entleerung in den Magen, herabgesetzt ist. Dies alles führt letztendlich zum Rückfluss des sauren Mageninhalts in die Speiseröhre und somit zu Sodbrennen.
Ich wache nachts oft wegen Sodbrennen auf. Was kann ich tun?
Nächtliches Sodbrennen ist häufig durch zu spätes Essen am Abend bedingt. Wenn die Mahlzeit gleichzeitig zu fettig, reichhaltig, stark gewürzt, gebraten, sauer oder süß ist, kann das zu einer Schwächung des Schließmuskels, zu einer schlechteren Selbstreinigung der der Speiseröhre und zu einer vermehrten Säureproduktion führen. Wenn Sie sich direkt nach der Mahlzeit hinlegen, fließt die Magensäure zudem leicht in die Speiseröhre zurück. Sie sollten also mindestens drei Stunden vor dem Schlafen gehen, nichts mehr essen. Sehr hilfreich ist es auch, mit erhöhtem Oberkörper zu schlafen: Stellen den Lattenrost höher, nehmen Sie ein dickes Kissen, schieben Sie einen Keil unter die Matratze oder stellen Sie dicke Blöcke unter das Kopfteil des Bettes.
Mein Arzt hat mir zusammen mit einem Schmerzmittel ein Magenmedikament (Omeprazol) verschrieben. Muss ich das nehmen?
Einige Medikamente, vor allem Schmerz- oder Rheumamittel aus der Gruppe der Nicht-steroidalen Antirheumatika wie Acetylsalicylsäure (Aspirin), Naproxen, Diclofenac und Ibuprofen, können säurebedingte Beschwerden auslösen. Grund: Sie verringern den Schutz gegen die Magensäure. Damit sich durch die Einnahme des Schmerzmittels keine Schleimhautschäden entwickeln, verordnen viele Ärzte Säureblocker wie Omeprazol vorbeugend dazu. Das ist nicht immer nötig. Fragen Sie Ihren Arzt, ob es zum Schmerzmittel eine magenfreundliche Alternative gibt.
Ich leide häufig unter saurem Aufstoßen. Sollte ich aufhören zu rauchen?
Ja. Nikotin verschlechtert ebenso wie Alkohol die Funktion des Schließmuskels, der verhindern soll, dass Magensäure zurück in die Speiseröhre fließen kann. So entstehen nach dem Essen die Beschwerden.
Warum leide ich, seitdem ich schwanger bin, häufiger unter Sodbrennen?
Einerseits kann durch den veränderten Hormonhaushalt während der Schwangerschaft der Schließmuskel geschwächt sein. Andererseits nimmt der Druck auf den Magen immer mehr zu, desto größer die Gebärmutter wird. Deshalb kann der Schließmuskel nicht mehr richtig funktionieren. Auch Schwangere können gelegentlich rezeptfreie säurebindende Kautabletten, sogenannte Antazida, einnehmen.
Wieso hängen Sodbrennen und Asthma zusammen?
Zwischen Sodbrennen und Asthma gibt es verschiedene Zusammenhänge. So kann Sodbrennen bzw. die Refluxkrankheit selten einmal Asthma hervorrufen, aber auch umgekehrt. Eine Erklärung könnte sein, dass zurückfließender Magensaft den Vagusnerv (10. Hirnnerv) reizt. Über Verschaltungen im Gehirn ruft dies eine Verengung der Bronchien und somit Asthma hervor. Daneben kann es auch vorkommen, dass saurer Magensaft in die Atemwege gelangt. Ein Schutzmechanismus in den Bronchien bewirkt, dass sich die Atemwege verkrampfen und asthmatische Beschwerden hervorrufen. Umgekehrt besteht auch die Möglichkeit, dass Asthma zu verstärktem Sodbrennen führen kann. Auf welchem Weg Asthma zu verstärktem Reflux führen kann, ist jedoch unbekannt.
Wann sollte ich zum Arzt gehen?
Treten die Beschwerden ab und zu auf, besteht noch kein Handlungsbedarf. Bei länger anhaltenden Beschwerden und wenn säurebedingte Beschwerden chronisch wiederkehrend auftreten oder mehr als zwei Wochen ununterbrochen anhalten, ist eine ärztliche Untersuchung bzw. Behandlung unbedingt notwendig. Ein umgehender Arztbesuch ist beim Vorliegen sogenannter Alarmsymptome wie Gewichtsverlust, Schluckstörungen, andauernde Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, dauerhaftes oder blutiges Erbrechen, schwarz gefärbter Stuhlgang nötig.
Welche Medikamente helfen gegen die Beschwerden?
Zunächst sollte versucht werden, die auslösenden Faktoren zu vermeiden und den Ernährungs- und Lebensstil zu ändern. Wenn nur gelegentlich Beschwerden auftreten, helfen rezeptfreie säurebindende Kautabletten, sogenannte Antazida. Sie neutralisieren nicht nur die aggressive Magensäure, sondern schützen die Schleimhaut und fördern so die Heilung von Schleimhautläsionen. Bei stärkeren Beschwerden helfen h3-Blocker oder Protonenpumpenhemmer, die je nach Dosierung als rezeptfreies oder verschreibungspflichtiges Präparat erhältlich sind. h3-Blocker hemmen die Säureproduktion, indem sie bestimmte Bindungsstellen in der Magenschleimhaut blockieren. Protonenpumpenhemmer sollten erst dann eingenommen werden, wenn mittels Magenspiegelung Schleimhautschäden nachgewiesen sind. Diese sind auch zur langfristigen Behandlung bei chronischen Beschwerden empfehlenswert.
Wo kann ich mich ausführlich informieren?
Die
Gastro-Liga bietet Ihnen ausführliche Informationen darüber, wie Sie Sodbrennen vorbeugen, diagnostizieren und behandeln können. Die Gastro-Liga bietet auch Broschüren sowie zahlreiche Veranstaltungen für Interessierte und Patienten an.
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