Das gute Arzt-/Patientenverhältnis
"Den Richtigen" zu finden, fällt nicht nur in der Partnerschaft schwer. Auch bei der Arztwahl spielen vielfältige, zum Teil ganz persönliche und kaum messbare Faktoren eine Rolle. Neben der fachlichen Qualifikation muss die menschliche Seite stimmen. Wichtig ist, dass Sie Ihrem Arzt vertrauen. Denn immer wieder müssen sensible Fragen angesprochen werden. Außerdem kann man als kranker Mensch besonders empfindlich sein und ein verstärktes Bedürfnis haben, sich gut aufgehoben zu fühlen.
Bei Ihrer Suche können Sie die "Gelben Seiten" zu Rate ziehen. Behilflich sein können auch Kassenärztliche Vereinigungen, die Ärztekammer oder ein Arzt Ihres Vertrauens, außerdem gute Freunde oder Selbsthilfegruppen. Letztlich aber können nur Sie selbst entscheiden. Zu allererst sollten Sie daher überlegen, welche Gesichtspunkte für Sie selbst wichtig sind.
Dazu wollen wir Ihnen einige Anregungen geben.
Das Vertrauensverhältnis
Verlassen Sie sich ruhig auf Ihr Gefühl, wenn Sie "Ihren" Arzt suchen:
- Haben Sie den Eindruck, dass Ihr Arzt Sie als Mensch achtet und als mündigen Patienten und gleichberechtigten Partner akzeptiert?
- Informiert er Sie ausführlich und verständlich über die Diagnose und unterschiedliche Therapiemöglichkeiten? Berücksichtigt er Ihre Wünsche bei der Wahl der Therapie?
- Wie reagiert er, wenn Sie Fragen haben, wenn Sie Zweifel oder eine andere Meinung äußern?
Patientenfreundliche Atmosphäre und Organisation in der Praxis
Eine angenehme Atmosphäre in der Praxis und eine gute Organisation können ebenfalls dazu beitragen, dass Sie sich wohlfühlen. Mögliche Hinweise sind:
- kurze Wartezeiten;
- Ihr Arzt nimmt sich ausreichend Zeit für komplizierte Behandlungen oder für die Besprechung von wichtigen persönlichen Problemen;
- die Praxis ist ansprechend eingerichtet;
- die Angestellten sind freundlich und hilfsbereit.
Die fachliche Kompetenz
Als Laie sollten Sie dem Arzt nicht "ins Handwerk pfuschen". Aber es gibt Anhaltspunkte, die als Leitfaden für Ihre Beurteilung dienen können:
- Berücksichtigt Ihr Arzt bei der Diagnose und Behandlung Ihre persönlichen Lebensumstände - zu Hause und am Arbeitsplatz?
- Arbeitet Ihr Arzt mit anderen medizinischen Fachleuten zusammen? Überweist er Sie an Spezialisten oder holt dort fachlichen Rat ein, wenn er an seine eigenen Grenzen stößt?
- Prüft Ihr Arzt den Behandlungserfolg und erkundigt er sich nach Nebenwirkungen der verschriebenen Medikamente?
- Lässt er Ihnen ausreichend Bedenkzeit?
weiterführende Links
Vergessen Sie nicht Ihr eigenes Verhalten. Respekt Ihrerseits gegenüber dem Arzt, eine wahrheitsgemäße Darstellung Ihrer Erkrankung oder eine offene Rückmeldung über den Erfolg der Behandlung und Ihre Reaktionen tragen mit Sicherheit zu einer vertrauensvollen Beziehung bei.
Denken Sie auch darüber nach, wie Sie Ihren Heilungsprozess selbst aktiv unterstützen können. Eine Umstellung der Ernährung oder eine Änderung Ihres Verhaltens im Alltag (zum Beispiel durch mehr Bewegung) kann vielfach nützlich sein.
Der Besuch in der Praxis
Der Arzt ist verpflichtet, die vereinbarten Termine einzuhalten. Länger als 30 Minuten sollte die Wartezeit nicht dauern. Andernfalls müssen Sie informiert werden, zum Beispiel wenn ein akuter Notfall behandelt werden muss.
- Fragen Sie bei langen Wartezeiten nach und drängen Sie notfalls auf eine zügige Behandlung.
Umgekehrt sollten auch Sie pünktlich sein. Können Sie aber einen Termin nicht wahrnehmen, hat der Arzt normalerweise keinen Anspruch auf ein Honorar. Dennoch sollte es für Sie selbstverständlich sein, den Termin abzusagen.








