Simbabwe
Stand: 18.05.2012
Die nachstehenden Informationen geben Ihnen einen Überblick über notwendige und sinnvolle Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge bei einer Reise in dieses Land.
Klima
Überwiegend tropisches, wechselfeuchtes Hochlandklima; von Osten nach Westen abnehmende Niederschläge; sommerliche Regenzeit von November bis März, ausgeprägte Trockenzeit von Mai bis September; Flussniederungen wärmer als Hochland (durchschn. Temp. in Harare im Juli 13,6° C, im Oktober 21,5° C.
Einreise-Impfvorschriften
Bei Direktflug aus Europa: keine Impfungen vorgeschrieben
Bei einem vorherigen Zwischenaufenthalt (innerhalb der letzten 6 Tage vor Einreise) in einem der aufgeführten Länder (Gelbfieber-Endemiegebiete) wird bei Einreise eine gültige Gelbfieber-Impfbescheinigung verlangt.
Gelbfieber-Impfbescheinigung erforderlich bei Einreise aus:
Angola · Äquatorialguinea · Argentinien · Äthiopien · Benin · Bolivien · Brasilien · Burkina Faso · Burundi · Ecuador · Elfenbeinküste · Franz. Guayana · Gabun · Gambia · Ghana · Guinea · Guinea-Bissau · Guyana · Kamerun · Kenia · Kolumbien · Kongo, Rep. · Kongo, Dem. Rep. · Liberia · Mali · Mauretanien · Niger · Nigeria · Panama · Paraguay · Peru · Ruanda · Senegal · Sierra Leone · Sudan · Suriname · Togo · Trinidad & Tobago · Tschad · Uganda · Venezuela · Zentralafr. Republik
Qualifizierte Beratungsstellen
http://www.crm.de/impfstellen.htmlEmpfohlener Impfschutz
| Impfschutz | Reisebedingung 1 | Reisebedingung 2 | Reisebedingung 3 |
|---|---|---|---|
| Tetanus | x | x | x |
| Diphtherie | x | x | x |
| Hepatitis A | x | x | x |
| Typhus | x | x | |
| Cholera | x | ||
| Polio | x | ||
| Hepatitis B | x | ||
| Tollwut | x |
Reisebedingung 1:
Reise durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen (Rucksack- /Trecking- /Individualreise) mit einfachen Quartieren/Hotels; Camping-Reisen, Langzeitaufenthalte, praktische Tätigkeit im Gesundheits- o. Sozialwesen, enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich
Impfschutz: Tetanus Diphtherie Hepatitis A Typhus Cholera Polio Hepatitis B TollwutReisebedingung 2:
Aufenthalt in Städten oder touristischen Zentren mit (organisierten) Ausflügen ins Landesinnere (Pauschalreise, Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants mittleren bis gehobenen Standards)
Impfschutz: Tetanus Diphtherie Hepatitis A TyphusReisebedingung 3:
Aufenthalt ausschließlich in Großstädten oder Touristikzentren (Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants gehobenen bzw. europäischen Standards)
Impfschutz: Tetanus Diphtherie Hepatitis A Wichtiger Hinweis:Welche Impfungen letztendlich vorzunehmen sind, ist abhängig vom aktuellen Infektionsrisiko vor Ort, von der Art und Dauer der geplanten Reise, vom Gesundheitszustand, sowie dem eventuell noch vorhandenen Impfschutz des Reisenden.
Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen für private Auslandsaufenthalte durch Ihre Krankenversicherung finden Sie in unserer Rubrik "Kostenerstattung" (www.crm.de/krankenkassen).
Da im Einzelfall unterschiedlichste Aspekte zu berücksichtigen sind, empfiehlt es sich immer, rechtzeitig (etwa 4 bis 6 Wochen) vor der Reise eine persönliche Reise-Gesundheits-Beratung bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch zu nehmen (siehe Anschriften qualifizierter Beratungsstellen nach Postleitzahlgebieten sortiert: www.crm.de/beratungsstellen).
Qualifizierte Beratungsstellen
http://www.crm.de/rgi/beratungi.htmMalaria
Risiko:
ganzjährig im N (Sambesi-Tal)
November - Juni übrige Landesteile unter 1.200 m
hohes Risiko landesweit, besonders N (Sambesital, Kariba-Becken, Viktoria-Fälle)
mittleres bzw. geringes Risiko im Süden (Grenzgebiete zu Südafrika)
geringes bzw. kein Risiko in Harare, Bulawayo sowie Höhen > 1.200 m (Eastern Highlands)
Vorbeugung:
Ein konsequenter Mückenschutz in den Abend- und Nachtstunden verringert das Malariarisiko erheblich (Expositionsprophylaxe).
Die wichtigsten Maßnahmen sind:
In der Dämmerung und nachts Aufenthalt in mückengeschützten Räumen (Räume mit aircondition, Mücken fliegen nicht vom Warmen ins Kalte)
Beim Aufenthalt im Freien in Malariagebieten abends und nachts weitgehend körperbedeckende Kleidung (lange Ärmel, lange Hosen).
Anwendung von insektenabwehrenden Mitteln an unbedeckten Hautstellen (Wade, Handgelenke, Nacken). Wirkungsdauer ca. 2-4 Std.
Im Wohnbereich Anwendung von insektenabtötenden Mitteln in Form von Aerosolen, Verdampfern, Kerzen, Räucherspiralen.
Schlafen unter dem Moskitonetz (vor allem in Hochrisikogebieten)
Ergänzend ist die Einnahme von Anti-Malaria-Medikamenten (Chemoprophylaxe) zu empfehlen. Zu Art und Dauer der Chemoprophylaxe fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. informieren Sie sich in einer qualifizierten reisemedizinischen Beratungsstelle (s.unten). Malariamittel sind verschreibungspflichtig.
Mückenschutz
http://www.crm.de/rgi/beratungm.htmRatschläge zur Reiseapotheke
Denken Sie daran, eine Reiseapotheke mitzunehmen, damit sie für leichtere Erkrankungen und kleinere Notfälle gerüstet sind.
Folgendes sollten Sie auf Reisen immer dabei haben: Medikamente gegen Durchfall, Reisekrankheit, Fieber, Schmerzen sowie Wunddesinfektionsmittel, Insekten- und Sonnenschutzmittel, Salbe bei Insektenstichen oder anderen Hautreizungen, Fieberthermometer und Verbandmaterial.
Je nach Reiseland und Reiseziel können weitere Medikamente (z.B. zur Malariavorsorge) oder Hilfsmittel (z.B. Spritzen) sinnvoll sein.
Nicht vergessen: Medikamente, die Sie ständig einnehmen müssen!
Wenn Sie spezielle Fragen zur Reiseapotheke haben, wenden Sie sich am besten an eine Apotheke mit reisemedizinisch qualifizierten Mitarbeitern.
Aktuelle Meldungen
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Aufgrund mangelhaft funktionierender Abwässersysteme kommt es landesweit weiterhin zu Cholera-Ausbrüchen. Schätzungsweise 6 Millionen der 12 Millionen Einwohner haben keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. Hygiene beachten. Risikoreisende sollten geimpft werden.
Typhus: Bereits seit Oktober 2011 ist in Simbabwe ein Typhus-Ausbruch im Gange. Mehrere Tausend Menschen sind seitdem erkrankt. Besonders betroffen ist die Hauptstadt Harare. Dort wurden seit Oktober 2011 über 4.000 Erkrankungen registriert, die höchsten Raten an Neuerkrankungen gab es im Monat Januar. Eine weitere Ausbreitung ist zu befürchten, zumal adäquate Mittel zur Behandlung aufgrund finanzieller Mängel nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Als Ursache werden mangelhafte Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung angegeben. Hygiene und Impfschutz beachten.
Tollwut: Risiko vor allem durch streunende Hunde. Nach jedem verdächtigen Kontakt sofort Arzt aufsuchen, bei vorhersehbarem Risiko vorbeugende Impfung.
Medizinische Versorgung: Landesweit ist mit erheblichen Engpässen bei der ärztlichen und medikamentösen Versorgung zu rechnen. Adaequate Ausstattung der Reiseapotheke (Zollbestimmungen beachten, Begleitattest ratsam), Auslandskrankenversicherung mit Abdeckung des Rettungsrückflug-Risikos für Notfälle dringend empfohlen.
Gesundheitszeugnis: Für Arbeits- und Langzeitaufenthalte wird ein Gesundheitszeugnis ("Health Certificate"), inkl. Röntgenbild des Thorax, in englischer Sprache verlangt.
Tollwut: Moderne Gewebekultur-Impfstoffe und homologes Immunglobulin im Land schwer erhältlich. Im Bedarfsfall an deutsche Vertretung (Vertrauensarzt) wenden. Bei vorhersehbarem Risiko prophylaktische Impfung vor Reise empfohlen.
Botschaften
Für Deutschland zuständige Vertretung:
Botschaft
Kommandantenstr. 80, 10117 Berlin
Tel.: 030 - 2062263
Fax: 030 - 20455062
Deutsche Vertretung:
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
30 Ceres Road, Avondale, Harare
Tel.: 00263 4 - 308655, 308656
Fax: 00263 4 - 303455
E-Mail: info@harare.diplo.de
URL: http://www.harare.diplo.de
Quelle:
Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland
http://www.diplo.deNicht vergessen: Auslandskrankenversicherung
Für die private Auslandsreise empfehlen wir Ihnen, grundsätzlich eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Auch in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen sind für bestimmte Leistungen zum Teil erhebliche Eigenanteile zu zahlen.
Hinzu kommt, dass die Kosten für einen krankheits- oder unfallbedingten Rücktransport nach Deutschland nur durch eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abgedeckt werden. Von der gesetzlichen Krankenversicheru ng werden Rückführungskosten nicht erstattet.
Die Auslandskrankenversicherung sollte nach Möglichkeit Beistandsleistungen beinhalten. Dies bedeutet, dass Sie im Krankheitsfall über eine Notrufnummer administrative und bei Bedarf auch ärztliche Unterstützung durch die Krankenversicherung erhalten.
Beratungsstellen
Wir empfehlen grundsätzlich, sich vor einer Reise aktuell, kompetent und individuell zu Gesundheitsfragen beraten zu lassen:
Apotheken mit qualifizierter Reise-Gesundheits-Beratung (nach Postleitzahlgebieten)
http://www.crm.de/apothekenasp/apotheken.htmlImpfstellen und Ärzte mit Spezialsprechstunde Reisemedizin (nach Postleitzahlgebieten)
http://www.crm.de/rgi/adressen.h tmDie Angaben in diesem Informationssystem wurden nach bestem Wissen und sorgfältiger Recherche zusammengestellt. Eine Gewähr oder Haftung kann nicht übernommen werden.
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http://www.crm.de








