Kolumbien
Stand: 18.05.2012
Die nachstehenden Informationen geben Ihnen einen Überblick über notwendige und sinnvolle Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge bei einer Reise in dieses Land.
Klima
Tropisches, wechselfeuchtes Klima mit geringen jahreszeitlichen Schwankungen; Jahresmitteltemp. nimmt mit der Höhe ab (unterhalb 1000 m 25-30° C, Bogotá, 2550 ü.M.: 14° C); im Norden und Westen Regenzeit von April bis November mit ausgiebigen Niederschlägen, sonst von März bis Juli und von September bis Dezember.
Einreise-Impfvorschriften
Für die Einreise besteht zurzeit keine Impfpflicht. Neben den in Deutschland empfohlenen Impfungen können für Ihre Reise jedoch weitere Impfungen sinnvoll sein.
Bei Reisen in den Süden des Landes kann es an den Straßen zu Kontrollen eines Gelbfieber-Impfnachweises kommen.
Qualifizierte Beratungsstellen
http://www.crm.de/impfstellen.htmlEmpfohlener Impfschutz
| Impfschutz | Reisebedingung 1 | Reisebedingung 2 | Reisebedingung 3 |
|---|---|---|---|
| Tetanus | x | x | x |
| Diphtherie | x | x | x |
| Hepatitis A | x | x | x |
| Gelbfieber | x | x | x |
| Typhus | x | ||
| Hepatitis B | x | ||
| Tollwut | x |
Reisebedingung 1:
Reise durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen (Rucksack- /Trecking- /Individualreise) mit einfachen Quartieren/Hotels; Camping-Reisen, Langzeitaufenthalte, praktische Tätigkeit im Gesundheits- o. Sozialwesen, enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich
Impfschutz: Tetanus Diphtherie Hepatitis A Gelbfieber Typhus Hepatitis B TollwutReisebedingung 2:
Aufenthalt in Städten oder touristischen Zentren mit (organisierten) Ausflügen ins Landesinnere (Pauschalreise, Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants mittleren bis gehobenen Standards)
Impfschutz: Tetanus Diphtherie Hepatitis A GelbfieberReisebedingung 3:
Aufenthalt ausschließlich in Großstädten oder Touristikzentren (Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants gehobenen bzw. europäischen Standards)
Impfschutz: Tetanus Diphtherie Hepatitis A Gelbfieber Wichtiger Hinweis:Welche Impfungen letztendlich vorzunehmen sind, ist abhängig vom aktuellen Infektionsrisiko vor Ort, von der Art und Dauer der geplanten Reise, vom Gesundheitszustand, sowie dem eventuell noch vorhandenen Impfschutz des Reisenden.
Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen für private Auslandsaufenthalte durch Ihre Krankenversicherung finden Sie in unserer Rubrik "Kostenerstattung" (www.crm.de/krankenkassen).
Da im Einzelfall unterschiedlichste Aspekte zu berücksichtigen sind, empfiehlt es sich immer, rechtzeitig (etwa 4 bis 6 Wochen) vor der Reise eine persönliche Reise-Gesundheits-Beratung bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch zu nehmen (siehe Anschriften qualifizierter Beratungsstellen nach Postleitzahlgebieten sortiert: www.crm.de/beratungsstellen).
Qualifizierte Beratungsstellen
http://www.crm.de/rgi/beratungi.htmMalaria
Risiko:
ganzjährig
unterhalb 1.600 m
mittleres Risiko in ländlichen Gebieten unterhalb 1.600 m mit höherem Anteil von P.falciparum in tiefer gelegenen Regenwaldgebieten folgender Regionen: Amazonia: südliche Llanos-Gebiete (Tiefland östlich der Cordillera oriental), vor allem in den Departments Amazonas, Arauca, Guainia, Guaviare, Meta, Putumayo und VichadaPacifico: Küstenabschnitte in den Departments Narino, Valle del Cauca und Choco mit Grenzgebiet zu Panama;Karibik (Urabá-Bajo Cauca): Gebiete im Department Cordoba, nördliche Teile von Antioquia
geringes bzw. kein Risiko in Städten, Höhenlagen sowie in den nördlichen Landesteilen
malariafrei: Inseln San Andrés und Providencia.
Vorbeugung:
Ein konsequenter Mückenschutz in den Abend- und Nachtstunden verringert das Malariarisiko erheblich (Expositionsprophylaxe).
Die wichtigsten Maßnahmen sind:
In der Dämmerung und nachts Aufenthalt in mückengeschützten Räumen (Räume mit aircondition, Mücken fliegen nicht vom Warmen ins Kalte)
Beim Aufenthalt im Freien in Malariagebieten abends und nachts weitgehend körperbedeckende Kleidung (lange Ärmel, lange Hosen).
Anwendung von insektenabwehrenden Mitteln an unbedeckten Hautstellen (Wade, Handgelenke, Nacken). Wirkungsdauer ca. 2-4 Std.
Im Wohnbereich Anwendung von insektenabtötenden Mitteln in Form von Aerosolen, Verdampfern, Kerzen, Räucherspiralen.
Schlafen unter dem Moskitonetz (vor allem in Hochrisikogebieten)
Ergänzend ist die Mitnahme von Anti-Malaria-Medikamenten zur notfallmäßigen Selbstbehandlung (Stand-by-Behandlung) zu empfehlen. Zu Art und Dauer der Behandlung fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. informieren Sie sich in einer qualifizierten reisemedizinischen Beratungsstelle (s.unten). Malariamittel sind verschreibungspflichtig.
Mückenschutz
http://www.crm.de/rgi/beratungm.htmRatschläge zur Reiseapotheke
Denken Sie daran, eine Reiseapotheke mitzunehmen, damit sie für leichtere Erkrankungen und kleinere Notfälle gerüstet sind.
Folgendes sollten Sie auf Reisen immer dabei haben: Medikamente gegen Durchfall, Reisekrankheit, Fieber, Schmerzen sowie Wunddesinfektionsmittel, Insekten- und Sonnenschutzmittel, Salbe bei Insektenstichen oder anderen Hautreizungen, Fieberthermometer und Verbandmaterial.
Je nach Reiseland und Reiseziel können weitere Medikamente (z.B. zur Malariavorsorge) oder Hilfsmittel (z.B. Spritzen) sinnvoll sein.
Nicht vergessen: Medikamente, die Sie ständig einnehmen müssen!
Wenn Sie spezielle Fragen zur Reiseapotheke haben, wenden Sie sich am besten an eine Apotheke mit reisemedizinisch qualifizierten Mitarbeitern.
Aktuelle Meldungen
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Hygiene beachten.
Dengue: Aufgrund steigender Dengue-Fälle gibt es einen nationalen Gesundheitsalarm. 11 Provinzen (Huila, Meta, Valle del Cauca u.a.) sind betroffen, insgesamt wurden in diesem Jahr bis Anfang April schon 13.641 Fälle registriert. Nach Angaben der WHO sind 2011 insgesamt etwa 33.200 Menschen erkrankt, 8.941 Fälle wurden labortechnisch bestätigt. Bei 1.388 Patienten waren die Verläufe schwerwiegend, bei 42 führten sie zum Tod. Schutz vor den überwiegend tagaktiven Überträgermücken beachten.
Masern: Nachdem es seit 2002 keine Ausbrüche im Land gegeben hat, traten im vergangenen Herbst 6 Erkrankungsfälle auf. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes wird daher bei der Einreise über die Karibikstädte (u.a. Barranquilla, Cartagena, Sta. Marta) für Personen unter 39 Jahre ein Nachweis einer Masern-Impfung gefordert. Reisende sollten daher gemäß STIKO-Empfehlungen geimpft sein.
Gelbfieber: Mit einem Übertragungsrisiko ist landesweit zu rechnen, vor allem auch im nördlichen Grenzgebiet zu Venezuela mit den dortigen Nationalparks. Impfung bei Reisen ins Landesinnere dringend empfohlen, obwohl bei der Einreise formal nicht vorgeschrieben.
Sicherheitslage: Die außergewöhnlich schweren Regenfälle der letzten Monate führen vielerorts noch immer zu Beeinträchtigungen des Verkehrs durch Erdrutsche und Überschwemmungen. Medienberichterstattung beachten. - Die Sicherheitslage in Kolumbien hat sich in den letzten fünf Jahren generell verbessert. Dennoch hat es in jüngster Zeit wieder Anschläge der FARC in verschiedenen Regionen und Städten, auch in Bogotá, gegeben. Anschläge der FARC auf touristische Ziele sind nicht sehr wahrscheinlich, können allerdings auch nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden. Das Auswärtige Amt rät gegenwärtig insbesondere von Reisen in die Grenzregion zu Venezuela, Ecuador, Peru und Panamá und in alle vom Binnenkonflikt und der Drogenökonomie (Anbau, Schmuggel) betroffenen Regionen ab. Dazu zählen insbesondere (aber nicht nur) die gesamte Pazifikküste, die Departements Chocó, Cauca, Putumayo, Nariño, Arauca, Córdoba, Caquetá und der Nordosten und Nordwesten des Departements Antioquia sowie der Süden des Landes. Im Grenzgebiet zu Venezuela kann es zu Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung kommen. Mehrere Grenzübergänge wurden wiederholt gesperrt. Es wird daher von Grenzübertritten nach Venezuela auf dem Landwege abgeraten (www.auswaertiges-amt.de).
Medizinische Versorgung: Außerhalb der Großstädte und Touristikzentren ist mit erheblichen Engpässen bei der ärztlichen und medikamentösen Versorgung zu rechnen. Adaequate Ausstattung der Reiseapotheke (Zollbestimmungen beachten, Begleitattest ratsam), Auslandskrankenversicherung mit Abdeckung des Rettungsrückflug-Risikos für Notfälle dringend empfohlen.
Gesundheitszeugnis / HIV-Test: Für Langzeitaufenthalte wird ein Gesundheitszeugnis ("Health Certificate") sowie ein HIV-Test in spanischer Sprache verlangt.
Botschaften
Für Deutschland zuständige Vertretung:
Botschaft
Kurfürstenstraße 84, 10787 Berlin
Tel.: 030 - 26 39 61 0
Fax: 030 - 26 39 61 25
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de
URL: http://www.botschaft-kolumbien.de
Deutsche Vertretung:
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Cra. 69, No 25 B - 44, piso 7, Edificio World Business Port, Bogotá, D. C.
Tel.: 0057 1 - 423 26 00
Fax: 0057 1 - 429 31 45
E-Mail: info@bogota.diplo.de
URL: www.bogota.diplo.de
Quelle:
Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland
http://www.diplo.deNicht vergessen: Auslandskrankenversicherung
Für die private Auslandsreise empfehlen wir Ihnen, grundsätzlich eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Auch in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen sind für bestimmte Leistungen zum Teil erhebliche Eigenanteile zu zahlen.
Hinzu kommt, dass die Kosten für einen krankheits- oder unfallbedingten Rücktransport nach Deutschland nur durch eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abgedeckt werden. Von der gesetzlichen Krankenversicherung werden Rückführungskosten nicht erstattet.
Die Auslandskrankenversicherung sollte nach Möglichkeit Beistandsleistungen beinhalten. Dies bedeutet, dass Sie im Krankheitsfall über eine Notrufnummer administrative und bei Bedarf auch ärztliche Unterstützung durch die Krankenversicherung erhalten.
Beratungsstellen
Wir empfehlen grundsätzlich, sich vor einer Reise aktuell, kompetent und individuell zu Gesundheitsfragen beraten zu lassen:
Apotheken mit qualifizierter Reise-Gesundheits-Beratung (nach Postleitzahlgebieten)
http://www.crm.de/apothekenasp/apotheken.htmlImpfstellen und Ärzte mit Spezialsprechstunde Reisemedizin (nach Postleitzahlgebieten)
http://www.crm.de/rgi/adressen.htmDie Angaben in diesem Informationssystem wurden nach bestem Wissen und sorgfältiger Recherche zusammengestellt. Eine Gewähr oder Haftung kann nicht übernommen werden.
© Inhalte: Centrum für Reisemedizin 2012
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