Kenia
Stand: 18.05.2012
Die nachstehenden Informationen geben Ihnen einen Überblick über notwendige und sinnvolle Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge bei einer Reise in dieses Land.
Klima
Im Norden trocken-heiß, sonst tropisch-wechselfeuchtes Klima mit zwei Regenzeiten (März bis Juni, Oktober bis Dezember); gleichbleibend hohe Temp. an der Küste (Mombasa) 26-30° C, in den Höhenlagen niedriger: Nairobi 17° C.
Einreise-Impfvorschriften
Bei Direktflug aus Europa: keine Impfungen vorgeschrieben
Bei einem vorherigen Zwischenaufenthalt (innerhalb der letzten 6 Tage vor Einreise) in einem der aufgeführten Länder (Gelbfieber-Endemiegebiete) wird bei Einreise eine gültige Gelbfieber-Impfbescheinigung verlangt (ausgenommen Kinder unter 1 Jahr).
Nach Angaben der kenianischen Botschaft kann bei Ankunft aus einem Land mit aktuellen Cholera-Ausbrüchen - abweichend von den offiziellen Bestimmungen - ein gültiger Impfnachweis verlangt werden.
Gelbfieber-Impfbescheinigung erforderlich bei Einreise aus:
Angola · Äquatorialguinea · Argentinien · Äthiopien · Benin · Bolivien · Brasilien · Burkina Faso · Burundi · Ecuador · Elfenbeinküste · Franz. Guayana · Gabun · Gambia · Ghana · Guinea · Guinea-Bissau · Guyana · Kamerun · Kenia · Kolumbien · Kongo, Rep. · Kongo, Dem. Rep. · Liberia · Mali · Mauretanien · Niger · Nigeria · Panama · Paraguay · Peru · Ruanda · Senegal · Sierra Leone · Sudan · Suriname · Togo · Trinidad & Tobago · Tschad · Uganda · Venezuela · Zentralafr. Republik
Qualifizierte Beratungsstellen
http://www.crm.de/impfstellen.htmlEmpfohlener Impfschutz
| Impfschutz | Reisebedingung 1 | Reisebedingung 2 | Reisebedingung 3 |
|---|---|---|---|
| Tetanus | x | x | x |
| Diphtherie | x | x | x |
| Hepatitis A | x | x | x |
| Polio | x | x | x |
| Gelbfieber | x | x | x |
| Cholera | x | ||
| Typhus | x | ||
| Hepatitis B | x | ||
| Tollwut | x | ||
| Meningitis | x |
Reisebedingung 1:
Reise durch das Landesinnere unter einfachen Bedingungen (Rucksack- /Trecking- /Individualreise) mit einfachen Quartieren/Hotels; Camping-Reisen, Langzeitaufenthalte, praktische Tätigkeit im Gesundheits- o. Sozialwesen, enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich
Impfschutz: Tetanus Diphtherie Hepatitis A Polio Gelbfieber Cholera Typhus Hepatitis B Tollwut MeningitisReisebedingung 2:
Aufenthalt in Städten oder touristischen Zentren mit (organisierten) Ausflügen ins Landesinnere (Pauschalreise, Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants mittleren bis gehobenen Standards)
Impfschutz: Tetanus Diphtherie Hepatitis A Polio GelbfieberReisebedingung 3:
Aufenthalt ausschließlich in Großstädten oder Touristikzentren (Unterkunft und Verpflegung in Hotels bzw. Restaurants gehobenen bzw. europäischen Standards)
Impfschutz: Tetanus Diphtherie Hepatitis A Polio Gelbfieber Wichtiger Hinweis:Welche Impfungen letztendlich vorzunehmen sind, ist abhängig vom aktuellen Infektionsrisiko vor Ort, von der Art und Dauer der geplanten Reise, vom Gesundheitszustand, sowie dem eventuell noch vorhandenen Impfschutz des Reisenden.
Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen für private Auslandsaufenthalte durch Ihre Krankenversicherung finden Sie in unserer Rubrik "Kostenerstattung" (www.crm.de/krankenkassen).
Da im Einzelfall unterschiedlichste Aspekte zu berücksichtigen sind, empfiehlt es sich immer, rechtzeitig (etwa 4 bis 6 Wochen) vor der Reise eine persönliche Reise-Gesundheits-Beratung bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch zu nehmen (siehe Anschriften qualifizierter Beratungsstellen nach Postleitzahlgebieten sortiert: www.crm.de/beratungsstellen).
Qualifizierte Beratungsstellen
http://www.crm.de/rgi/beratungi.htmMalaria
Risiko:
ganzjährig, verstärkt während der Regenzeit
hohes Risiko in den Regenwaldgebieten einschl. der Touristenresorts an der Küste
mittleres Risiko in den mittleren und südlichen Grenzgebieten zu Tansania
geringes Risiko in den übrigen Landesteilen unterhalb 2.000 m
normalerweise kein Risiko im Nordosten, gelegentlich Zunahme nach Regenfällen
kein Risiko in Nairobi und in Höhenlagen über 2000 m
Vorbeugung:
Ein konsequenter Mückenschutz in den Abend- und Nachtstunden verringert das Malariarisiko erheblich (Expositionsprophylaxe).
Die wichtigsten Maßnahmen sind:
In der Dämmerung und nachts Aufenthalt in mückengeschützten Räumen (Räume mit aircondition, Mücken fliegen nicht vom Warmen ins Kalte)
Beim Aufenthalt im Freien in Malariagebieten abends und nachts weitgehend körperbedeckende Kleidung (lange Ärmel, lange Hosen).
Anwendung von insektenabwehrenden Mitteln an unbedeckten Hautstellen (Wade, Handgelenke, Nacken). Wirkungsdauer ca. 2-4 Std.
Im Wohnbereich Anwendung von insektenabtötenden Mitteln in Form von Aerosolen, Verdampfern, Kerzen, Räucherspiralen.
Schlafen unter dem Moskitonetz (vor allem in Hochrisikogebieten)
Ergänzend ist die Einnahme von Anti-Malaria-Medikamenten (Chemoprophylaxe) dringend zu empfehlen. Zu Art und Dauer der Chemoprophylaxe fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. informieren Sie sich in einer qualifizierten reisemedizinischen Beratungsstelle (s.unten). Malariamittel sind verschreibungspflichtig.
Mückenschutz
http://www.crm.de/rgi/beratungm.htmRatschläge zur Reiseapotheke
Denken Sie daran, eine Reiseapotheke mitzunehmen, damit sie für leichtere Erkrankungen und kleinere Notfälle gerüstet sind.
Folgendes sollten Sie auf Reisen immer dabei haben: Medikamente gegen Durchfall, Reisekrankheit, Fieber, Schmerzen sowie Wunddesinfektionsmittel, Insekten- und Sonnenschutzmittel, Salbe bei Insektenstichen oder anderen Hautreizungen, Fieberthermometer und Verbandmaterial.
Je nach Reiseland und Reiseziel können weitere Medikamente (z.B. zur Malariavorsorge) oder Hilfsmittel (z.B. Spritzen) sinnvoll sein.
Nicht vergessen: Medikamente, die Sie ständig einnehmen müssen!
Wenn Sie spezielle Fragen zur Reiseapotheke haben, wenden Sie sich am besten an eine Apotheke mit reisemedizinisch qualifizierten Mitarbeitern.
Aktuelle Meldungen
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Mit Cholera-Ausbrüchen ist regional zu rechnen. Auch Polio kommt seit 2009 wieder vor. 2011 gab es einen bestätigten Fall Ende Juli. Hygiene beachten, Impfschutz für Risikoreisende.
Gelbfieber: Aufgrund des Gelbfieber-Ausbruchs in Uganda zwischen Oktober 2010 und Februar 2011 haben die Länder der East African Community (Burundi, Kenia, Tansania, Ruanda und Uganda) beschlossen, den Nachweis einer Gelbfieber-Impfung stärker zu kontrollieren. Genauere Angaben zur Umsetzung sind nicht bekannt. Um Schwierigkeiten bei der Einreise zu vermeiden sollten alle Reisenden, auch bei der Einreise aus Europa, einen gültigen Impfnachweis vorweisen können. Eine Impfung wird allen Reisenden empfohlen.
Schlafkrankheit: Innerhalb eines Monats sind zwei Touristen- ein Belgier und ein Deutscher - erkrankt, nachdem sie sich während einer Urlaubsreise im Februar drei Tage in der Masai Mara aufgehalten hatten. Zwischen 2000 und 2010 waren vereinzelt Fälle aufgetreten bei Reisenden, die Nationalparks in Tansania, Malawi, Sambia und Simbabwe besucht hatten. Safari-Reisende in Ostafrika, speziell in Wildreservate, sollten auf das potenzielle Übertragungsrisiko und die Primärsymptome hingewiesen werden, Schutz vor Tsetse-Fliegen beachten und bei verdächtigen Symptomen sofort einen Arzt aufsuchen. Die weitere Diagnostik und Therapie sollte durch einen Tropenmediziner erfolgen.
HIV/AIDS: In Kenia sind schätzungsweise über 3 Millionen Menschen mit dem HIV-Virus infiziert, über 1,5 Millionen sind bereits verstorben. Sexuelle Kontakte mit unbekannten Partnern sind stark risikobelastet.
Sicherheitshinweis: Eine erhöhte Gefahr, Opfer von bewaffneten Überfällen und Entführungen zu werden, besteht in den nördlichen und nordöstlichen Landesteilen Kenias, in der Küstenregion nördlich von Malindi sowie auf den Straßen in die Nordostprovinz und die nördliche Küstenprovinz. Von Reisen in die genannten Gebiete wird weiterhin abgeraten. Ebenso sollten Reisen, die näher als etwa 100 km an die somalische Grenze heranführen, vor dem Hintergrund einer Gefahr von Überfällen somalischer Banditen vermieden werden. Die somalische al-Shabaab-Miliz droht in Reaktion auf Operationen des kenianischen Militärs in Südsomalia mit Vergeltungsaktionen in Kenia (ausdrücklich auch in Nairobi). Im Oktober 2011 sowie im März 2012 kam es in Nairobi zu kleineren Anschlägen (www.auswaertiges-amt.de).
Botschaften
Für Deutschland zuständige Vertretung:
Botschaft
Markgrafenstr. 63, 10969 Berlin
Tel.: 030 - 259 266 0
Fax: 030 - 259 266 50
E-Mail: office@kenyaembassyberlin.de
URL: http://www.kenyaembassyberlin.de/
Deutsche Vertretung:
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Ludwig Krapf House, Riverside Drive 113, Nairobi
Tel.: 00254 20 - 426 21 00
Fax: 00254 20 - 426 21 29
E-Mail: info@nairobi.diplo.de
URL: http://www.nairobi.diplo.de
Quelle:
Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland
http://www.diplo.deNicht vergessen: Auslandskrankenversicherung
Für die private Auslandsreise empfehlen wir Ihnen, grundsätzlich eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Auch in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen sind für bestimmte Leistungen zum Teil erhebliche Eigenanteile zu zahlen.
Hinzu kommt, dass die Kosten für einen krankheits- oder unfallbedingten Rücktransport nach Deutschland nur durch eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abgedeckt werden. Von der gesetzlichen Krankenversicherung werden Rückführungskosten nicht erstattet.
Die Auslandskrankenversicherung sollte nach Möglichkeit Beistandsleistungen beinhalten. Dies bedeutet, dass Sie im Krankheitsfall über eine Notrufnummer administrative und bei Bedarf auch ärztliche Unterstützung durch die Krankenversicherung erhalten.
Beratungsstellen
Wir empfehlen grundsätzlich, sich vor einer Reise aktuell, kompetent und individuell zu Gesundheitsfragen beraten zu lassen:
Apotheken mit qualifizierter Reise-Gesundheits-Beratung (nach Postleitzahlgebieten)
http://www.crm.de/apothekenasp/apotheken.htmlImpfstellen und Ärzte mit Spezialsprechstunde Reisemedizin (nach Postleitzahlgebieten)
http://www.crm.de/rgi/adressen.htmDie Angaben in diesem Informationssystem wurden nach bestem Wissen und sorgfältiger Recherche zusammengestellt. Eine Gewähr oder Haftung kann nicht übernommen werden.
© Inhalte: Centrum für Reisemedizin 2012
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