Erziehung
Positiv erziehen
Mit gutem Beispiel voran. Und dann?
Wenn Sie sich bei einem schwedischen Möbelhaus neu eindecken, gibt’s (meist) auch eine Gebrauchsanweisung dazu. Wenn Paare Kinder bekommen, ist das leider nicht so. Und pflegeleicht sind die Kleinen leider auch nicht immer. Lesen Sie hier erprobte Methoden-von ausgeglichenen Paaren empfohlen.
Es hilft ungemein, wenn wir gute Vorbilder haben oder uns anlesen können, wie wir unser Kind zu einem gesunden und ausgeglichenen Menschen erziehen. Der australische Psychologe und Verhaltenstherapeut Professor Matthews Sanders hat mit dem “Positive Paranting Program”, dem Ansatz der positiven Erziehung, eine entsprechende Methode entwickelt. Daran angelehnt werden hier einige Übungen vorgestellt, wie Sie die Entwicklung Ihres Kindes positiv fördern können.
Weitere Informationen zum positiven Erziehungsprogramm bekommen Sie bei:
PAG Institut für Psychologie
Hoyastraße 1 a
48147 Münster
Telefon (02 51) 51 89 41
Verhaltenstagebuch
Es ist mit einem Aha-Effekt verbunden, wenn Sie die Verhaltensweisen Ihres Kindes, aber auch Ihre eigenen mal genauer unter die Lupe nehmen. Dazu bietet sich ein Verhaltenstagebuch an, in dem Sie das Problem notieren, wo, wann und warum das Problem aufgetreten ist und wie Sie reagiert haben. Das hilft Ihnen, bestimmte Muster zu erkennen. Notieren Sie auf einer Beobachtungskurve, wie oft ein Verhalten aufgetreten ist. So haben Sie, wenn Sie eine neue Erziehungsmethode ausprobieren, eine gute Möglichkeit, den Erfolg dieser Maßnahme zu kontrollieren.
Von Vorbildern lernen
Es gibt einige Erfolg versprechende Strategien, mit denen Sie Verhaltensänderungen bei Ihrem Kind erreichen können. Seien Sie zum Beispiel immer ein gutes Vorbild. Wenn Sie möchten, dass Ihr Kind nach dem Spielen aufräumt, legen auch Sie immer Ihre Sachen nach dem Gebrauch sofort wieder weg und erklären dabei Ihrem Kind, warum Sie das tun.
Ein guter Moment, auf sein Kind einzuwirken ist immer dann, wenn es Sie etwas fragt. Dann ist es motiviert und kann neue Dinge viel leichter aufnehmen. Helfen Sie ihm, die Antwort auf seine Frage selbst herauszubekommen. Wenn Sie mit Ihrem Kind sprechen, gehen Sie auf Augenhöhe. Knien Sie sich vor ihm hin und reden Sie mit ihm in klaren, ruhigen Worten.
Fragen-Sagen-Tun-Methode
Möchten Sie Ihrem Kind eine neue Fertigkeit beibringen, benutzen Sie die Fragen-Sagen-Tun-Methode. Das geht so:
- Fragen Sie Ihr Kind nach dem ersten Schritt: “Was tun wir als erstes, wenn wir uns die Schuhe ausziehen?”
- Sagen Sie Ihrem Kind die richtige Antwort, falls es sie nicht weiß. “Als erstes öffnen wir die Schuhbänder.”
- Helfen Sie Ihrem Kind beim Tun. Ziehen Sie die Schleife auf und lockern Sie die Schuhbänder. Lassen Sie Ihr Kind das selbstständig zu Ende führen.
- Wiederholen Sie die Methode bei jedem Schritt einer Handlungsabfolge und helfen Sie jedes Mal weniger.
Ziele schwarz auf weiß
Schreiben Sie auf, welche Verhaltensweisen Sie sich häufiger von Ihrem Kind wünschen bzw. was Sie problematisch finden. Zum Beispiel:
- selbstständig mit anderen Kindern spielen
- freundlich sprechen
- Wutanfälle
Notieren Sie auch, welches Verhalten Sie selbst öfter zeigen könnten und welches Sie lassen sollten. Zum Beispiel:
- ruhig bleiben
- klare und direkte Anweisungen geben
- Strafe androhen, aber nicht durchsetzen
Schon das Niederschreiben bewirkt oft die Änderung des Verhaltens. Prüfen Sie in regelmäßigen Zeitabständen, was sich gebessert hat und wann Sie die nächste Stufe in Angriff nehmen.
